Ulrich Keßler
FDP
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Frage von Stefan D. •

Frage an Ulrich Keßler von Stefan D. bezüglich Energie

Sehr geehrter Herr Dr. Keßler,

vor den Wahlen im September haben verschiedene Politiker auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass die Förderung der Erneuerbaren Energien reduziert werden muss. Als Angestellter von Q-Cells in Thalheim, einem der weltweit größten Hersteller von Solarzellen, sehe ich das mit großer Sorge.

Der Erfolg von Q-Cells beruht unter anderem auf der Förderung der Solar-Industrie, so wie sie im Erneuerbare Energien Gesetz festgeschrieben ist. Ich möchte Ihnen drei Fragen zur Zukunft dieses Gesetzes stellen, um Ihre Position besser einschätzen zu können.

1. Unterstützen Sie die bestehende Regelung, dass Strom aus Erneuerbaren Energien auch weiterhin bevorzugt in die Netze der Energieversorger eingespeist werden muss?

2. Werden Sie sich für die Beibehaltung der gesetzlichen Förderung für Photovoltaik in der jetzigen Höhe einsetzen?

3. Halten Sie an dem Ziel fest, bis 2010 12,5% bzw. bis 2020 20% des Energiebedarfs durch Erneuerbare Energien abzudecken? Würden Sie den Anteil der Erneuerbaren Energien weiter steigern?

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Dietrich

Antwort von FDP

Sehr geehrter Herr Dietrich,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich unterstütze die derzeitige Regelung aus mehreren Gründen: Die Bundesrepublik tut gut daran, ihre Energiepolitik weiterhin zu splitten. Bislang sind hier Steinkohle, Atomkraft und erneuerbare Energien vertreten. Persönlich tendiere ich mehr zu den erneuerbaren Energien: Die Steinkohle ist viel zu teuer. Gleiches gilt für die Atomkraft. Ich halte es dabei für unseriös, die Folgekosten nicht anzusetzen. Selbstverständlich müssen die Kosten für den Abriss von AKWs sowie die ungeklärte Endlagerung ebenfalls berücksichtigt werden. Die Politik der großen Energieunternehmen macht den Bürgern was vor. Wenn diese Kosten aus den Energiepreisen rausgerechnet werden, erscheint die Atomkraft billig. Rechnet man Sie rein, ist sie zu Recht sehr teuer. Man muss da einfach ehrlich sein und den Bürgern reinen Wein einschenken.

Die Lösung kann daher nur darin liegen, Steinkohle und Atomkraft eher zurück zu fahren und die erneuerbaren Energien (Windkraft, Fotovoltaik, Biogas) zu fördern. Die Bundesrepublik wird dadurch verstärkt zum weltweiten Know-how-Träger in diesen Bereichen. Gleichzeitig machen wir uns vom Ausland unabhängig, was immer ein Ansinnen deutscher Energiepolitik war.

Ich persönlich habe mich auf erneuerbare Energien auch als zweites Standbein festgelegt. Mit einem Geschäftsfreund plane ich den Bau von Biogaskraftwerken, weil ich dies für eine sinnvolle Lösung halte.

Im Bereich der erneuerbaren Energien halte ich die staatliche Förderung für sinnvoll. Auch sie war immer ein Kern unserer Energiepolitik. Mittel- und langfristig bin ich für einen höheren Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Energieproduktion.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ulrich G. Keßler