Frage an Ulrich Keßler von Jens K. bezüglich Familie
Sehr geehrter Herr Keßler,
wie Sie ja wissen ist das Familienrecht absolut mütterzentriert. Väter sind völlig dem Willen der Mütter ausgeliefert, was immer wieder zu grotesken Situationen führt. Väter sind in unserer Gesellschaft Menschen zweiter Klasse, degradiert zum Zahlvater, steuerlich benachteiligt, etc. Die fehlenden u. benachteiligten Väter sind wegen dieser Situation aus der Erziehung der Kinder heraus, die Gesellschaft muß die Zeche für diese Entwicklung, das viele Kinder nur von Müttern aufgezogen werden zahlen (Kriminalität, Drogenkonsum, psych. Probleme, Bindungsprobleme etc.). Wie wollen Sie die Väter wieder in die Verantwortung für unsere Kinder u. unsere Zukunft bekommen? Wie stehen Sie zur Gleichberechtigung der Männer generell im Familien- u. Kindschaftsrecht (gemeinsame Sorge, Erziehung u. Betreuung- Wechselmodell- trotz Trennung)? Trotz Beteuerung der Förderung der Familie werden aber nur Alleinerziehende massiv unterstützt, u. durch die vorhandenen Möglichkeiten der finanziellen Unterstützungen durch den Staat werden Familien zerstört. Auf den Punkt gebracht werden Singles mit Kindern die nicht arbeiten massiv gefördert, u. Familien die arbeiten müssen um jeden Cent kämpfen. Was will Ihre Partei zur Lösung dieser wichtigen Probleme tun?
Sehr geehrter Herr Koch,
ich kann Ihren Unmut gut verstehen. Das derzeitige Familien- bzw. Umgangs- und Unterhaltsrecht ist in weiten Teilen den Nachweis seiner Praxistauglichkeit schuldig geblieben. Inzwischen bin auch ich nach dem Scheitern meiner Ehe "Betroffener". Leider hat die Politik sehr lange die Gleichberechtigung des Vaters beim Umgang mit seinen Kindern sowie bei der Beurteilung seiner finanziellen Leistungsfähigkeit übersehen. Nimmt man Gleichberechtigung ernst, so muss auch der getrennt lebende Vater hinsichtlich der Kinder dieselben Rechte besitzen, wie seine Ehefrau. Hier werden Väter in der Tat zu Menschen zweiter Klasse degradiert, deren Bedürfnisse, gerade im Umgang mit den Kindern, vernachlässigt werden. Dies muss sich grundlegend ändern.
Wir haben in den letzten Jahren eine stark familienfeindliche Politik erlebt. Der Rückgang der Geburten hängt mit dieser Entwicklung zusammen. Bislang hat der Staat nie für einen Ausgleich zwischen den Lasten von Familien mit Kindern und Alleinstehenden gesorgt. Schließlich sorgen Kinder dafür, dass morgen noch Renten gezahlt werden. Man muss Familien mit Kindern vor allem steuerlich entgegen kommen. Hier hat die FDP einen vernünftigen Anfang gemacht, indem pro Familienmitglied ein Freibetrag besteht, den ich allerdings in Anbetracht der Kosten für Kinder immer noch als zu gering ansehe.
Natürlich müssen Väter, dort wo sie benachteiligt werden, faktisch Müttern gegenüber gleichberechtigt werden. Dies setzt erhebliche Änderungen im Familienrecht voraus, für die ich mich einsetzen werde.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ulrich G. Keßler
Rechtsanwalt
Knoll & Keßler
Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater
Attorneys at Law, Certified Public Accountants, Tax Advisers
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