Wie definieren Sie, Menschlichkeit?
Vielen Dank für diese nicht alltähliche Frage.
Menschlichkeit bedeutet für mich, den Menschen hinter einer Situation zu sehen. Zuhören, ohne vorschnell zu urteilen, helfen, wenn jemand Unterstützung braucht, und andere mit Respekt und Würde zu behandeln – unabhängig davon, woher sie kommen, was sie verdienen oder ob sie gerade selbst stark sind.
Für mich zeigt sich Menschlichkeit besonders dort, wo es unbequem wird: Wenn wir nicht wegschauen, wenn jemand durchs soziale Netz fällt, wenn eine Familie Unterstützung braucht oder wenn ein Mensch eine zweite Chance verdient.
Politik muss für mich genau das leisten: Sie muss das Leben der Menschen besser machen und dafür sorgen, dass niemand das Gefühl bekommt, allein gelassen zu werden. Menschlichkeit ist für mich deshalb kein Gegensatz zu klaren Regeln und Verantwortung – sie ist die Grundlage dafür, wie wir diese Regeln gestalten und miteinander umgehen.

