Thomas Bareiß
CDU
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Frage von Fronfgvna Fgrvqyr an Thomas Bareiß bezüglich Kultur

# Kultur 02. Mai. 2013 - 02:17

Sehr geehrter Herr Bareiß,

Anno 2009 hat die UNESCO das Schwäbische, als Teil des Alemannischen, neben zwölf weiteren in Deutschland gesprochenen Regionalsprachen auf die Liste der vom aussterben bedrohten Sprachen gesetzt. ( http://www.unesco.org/culture/languages-atlas/index.php )

Ich sehe leider nicht, dass dieses Thema von Seiten der Politik aufgegriffen wird.
Ebensowenig werden vom deutschen Staat irgendwelche Anstrengungen unternommen, um diesen Teil des deutschen Kulturgutes zu bewahren.

Sehen Sie, die sprachliche Vielfalt in Deutschland als schützenswert an, und wenn ja, welche Maßnahmen wollen Sie, respektive die CDU, für deren Erhalt ergreifen?

Mit besten Grüßen aus Meßstetten

Sebastian Steidle

Von: Fronfgvna Fgrvqyr

Antwort von Thomas Bareiß (CDU) 08. Juli. 2013 - 09:26
Dauer bis zur Antwort: 2 Monate 1 Woche

Sehr geehrter Herr Steidle,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage, in der Sie mir Ihre Sorge geschildert haben, dass der schwäbische Dialekt aussterben könnte. Ich kann Ihre Sorge nachvollziehen. Auch mir liegt unsere Brauchtumspflege und unser Dialekt sehr am Herzen. Deshalb bin ich auch Mitglied im Förderverein Schwäbischer Dialekt e.V. , denn Sprache ist ein Stück Identität. Im Zuge eines immer größer werdenden Europas ist regionale Identität sehr wichtig.

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir als Schwaben unser Brauchtum und unseren Dialekt pflegen müssen und ihn außerhalb unserer Heimat auch stolz sprechen sollten. Niemand sollte aufhören seinen Dialekt zu sprechen und sich anderen Dialekten angleichen. Dies würde die deutsche Sprachvielfalt erheblich reduzieren. Jeder Einzelne ist somit dafür verantwortlich, dass wir unseren Dialekt leben und vor allem auch an die jüngere Generation weitergeben.

Besonders hervorzuheben ist hierbei die Arbeit von Vereinen, die sich für die Mundart- und Brauchtumspflege engagieren und dies auch durch Veranstaltungen und Aktivitäten fördern. Diese Vereine müssen durch die Kommunalpolitik und die Wirtschaft finanziell unterstützt werden. Ein Beispiel ist der bereits oben erwähnte Förderverein Schwäbischer Dialekt e. V , der sich nun schon 12 Jahre für die Förderung des schwäbischen Dialekts einsetzt. Der Verein hat bereits eine halbe Million Euro für die Förderung ausgegeben. Zum Beispiel hat er die Digitalisierung von Tonbändern finanziert, auf denen Gespräche mit Schwaben aufgezeichnet wurden.

Ich persönlich denke, dass neben den Vereinen jeder Schwabe seinen Dialekt stolz sprechen sollte, unabhängig, ob er sich gerade im „Ländle“ aufhält oder nicht. Dies ist einer der Grundvoraussetzungen für das Fortbestehen des schwäbischen Dialekts. Dazu sollten wir alle unseren Beitrag leisten und die Politik sollte dies unterstützen und begleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Bareiß MdB