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Stefan Andresen
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Frage von Matthias M. •

Bundesregierung strebt 30 % Bio-Fläche bis 2030. Welche Position beziehen Sie zu dieser Zielrichtung?

Sehr geehrter Harr Andresen,

Die Bundesregierung strebt 30 % Bio-Fläche bis 2030 an – Berlin liegt derzeit bei 15,3 %. Um diese Lücke zu schließen, gilt Agri-Photovoltaik als vielversprechend. Um sie wirklich nachhaltig zu gestalten, wird zunehmend die Ausrichtung an Cradle-to-Cradle (C2C)-Prinzipien gefordert, inklusive der Anerkennung als Ausgleichsmaßnahme, was eine länderübergreifende Arbeitsgruppe aktuell vorbereitet .

Befürworten Sie C2C-konforme Agri-PV als Instrument zur Steigerung des Bio-Anteils in Berlin?

Welche konkreten Schritte (Flächen, Förderung, Planungsrecht) wollen Sie unternehmen, um Berlin hierbei als Vorreiter zu positionieren?

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Antwort von FDP

Sehr geehrter Herr M.,

vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Frage! Grundsätzlich ist Agri-PV eine interessante Technologie, die einen Beitrag zur Energiewende leisten kann. Ob es dafür in meinem Wahlkreis in Buch, Karow und Französisch Buchholz tatsächlich ein nennenswertes und realistisch erschließbares Potenzial gibt, bezweifle ich allerdings. 

Der Wahlkreis ist zwar flächenmäßig groß, aber viele seiner größeren Freiflächen sind bereits für andere Nutzungen vorgesehen oder unterliegen besonderen Schutzanforderungen. So ist Buchholz-Nord als bedeutender neuer Gewerbestandort geplant. Andere größere Flächen sind bereits Gegenstand langfristiger Stadtentwicklungsplanungen, etwa für die neuen Stadtquartiere Alte Schäferei, Buch – Am Sandhaus und Karow-Süd. Hinzu kommen bestehende Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowie weitere ökologisch sensible Flächen.

Das Integrierte Klimaschutzkonzept des Bezirksamts Pankow von 2024 (https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/klimaschutz/dokumente/klimaschutzkonzept-pankow_final_250214.pdf) bestätigt aus meiner Sicht diese Einschätzung. Es weist für den gesamten Bezirk zwar ein theoretisches Potenzial für Agri-PV auf landwirtschaftlichen Flächen aus. Gleichzeitig stellt das Konzept aber ausdrücklich fest, dass dieses Potenzial in der Realität nur zu einem Bruchteil erschlossen werden dürfte. Als Gründe spielen unter anderem die hohe Flächenkonkurrenz und der Umstand eine Rolle, dass diese Technologien noch nicht vollständig etabliert seien.

Insofern spreche ich mich dafür aus, die Technologie weiter im Blick zu behalten und dort zu nutzen, wo sie tatsächlich einen wirtschaftlich sinnvollen Beitrag zur Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen leisten kann. Für einen großflächigen Ausbau gerade in meinem Wahlkreis sehe ich derzeit jedoch wenig realistische Flächenpotenziale. Für Agri-PV dürfte es insbesondere im Berliner Umland und außerhalb des Stadtgebiets Standorte geben, an denen die Flächenkonflikte geringer sind.

Beste Grüße

Stefan Andresen

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