Sebastian Engelmann
DIE GRÜNEN

Frage an Sebastian Engelmann von Uhtb Shragrf bezüglich Recht

17. September 2005 - 20:43

ich bin zwar nicht wähler in deinem wahlkreis, würde aber trotzdem gern von dir, wie von vielen anderen direktkandidaten der grünen wissen, warum sie um die erststimme für sich werben. es besteht nunmal die möglichkeit, dass die cdu mit der fdp deshalb eine mehrheit erringt, weil cdu-kandidaten überhangmandate gewinnen. dabei fehlen den spd direktkandidaten oft jene entscheidenden stimmen, die von den wählern der grünen zweitstimme kommen könnten. wer wirklich rot-grün will, muss doch erststimme spd und zweitstimme grün wählen! es kann doch nicht sein, dass die erfolge der grünen direktkandidaten letztendlich der cdu-fdp zur macht verhelfen...

Frage von Uhtb Shragrf
Antwort von Sebastian Engelmann
29. September 2005 - 09:25
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 4 Tage

Sehr geehrter Herr Fuentes,

Entschuldigen sie die verspätete Antwort. Allerdings habe ich ihre Mail auch erst am Tag nach der Wahl gelesen.

Ich teile ihre Sicht nicht, dass Erfolge der Grünen bei den Erststimmen Schwarz-Gelb nutzen.

Warum sollte ich überhaupt als Kandidat antreten, wenn ich für die SPD eine Erststimmenempfehlung gebe? Dann könnten auch auf eigenen Direktkandidaten verzichten.
Warum sollte ich mehrere Wochen rund um die Uhr unterwegs sein um danach meine Person ganz auszuklammern?

Das Ergebnis hat zwar sowieso gezeigt, dass eine Empfehlung für den SPD-Kandidaten auch nicht für ihn gereicht hätte.
Aber ich sage ihnen ganz ehrlich: Ich habe in diesem Wahlkampf viel Zuspruch erfahren, ich habe Podiumsdiskussionen vor allen anderen Mitbewerbern gewonnen - warum sollte ich dann jemand anderen empfehlen,wenn ich das Gefühl habe, dass ich ebenbürtiger Kandidat bin?

Ich gehöre der grünen Partei an und keiner rot-grünen Partei. Rot-Grün ist eine Koalitionsmöglichkeit wie jede andere auch. Es gibt hier keine feste Bindung. Und wenn ich Kandidat von den Grünen bin, werbe ich auch als solcher um Erststimmen.

Mit freundlichen Grüßen,
Sebastian Engelmann