Wie können Sie psychisch kranken Kindern und Jugendl. sowie v.a. deren Familien gegenüber rechtfertigen, dass ausgerechnet ihre Behandler als einzige Fachgruppe einen Honorarabzug von 4,5% erhalten?
Sehr geehrte Frau Warken,
wir Psychotherapeuten sind mit unseren Honoraren weit abgeschlagen hinter allen anderen Fachgruppen im KV-System. Als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin verdiene ich indirekt nochmal weniger, weil ich größere Räume brauche, mehr Material, weil Kinder sich über das Spiel ausdrücken können müssen, damit ich ihre Störung verstehen und mit ihnen daran arbeiten kann. Außerdem habe ich viel mehr Termin- und damit Honorar-Ausfälle wegen Krankheit, Schulausflug, Krankheit eines anderen Familienmitglieds u.v.m.. Ist Ihnen bewusst, dass im Gegensatz zu den Ärzten unsere therapeutische Ausbildung nach dem Studium komplett selbst finanziert ist? Es dauert lange, bis die Schulden abgetragen sind, wenn man nicht gerade reiche Eltern hatte. Das ist meine Investition auch in die Gesellschaft, denn unsere Arbeit ist erwiesenermaßen sehr erfolgreich.
Wie soll ich also die Honorar-Entwertung anders als Diskriminierung auch unserer Patienten verstehen?
Freundliche Grüße

