Frage an Matthias Zimmer von Qvrgre Pbaenqg bezüglich Soziales

08. Februar 2017 - 16:13

Guten Tag Herr Prof. Zimmer,

recht herzlichen Dank für Ihre schnelle Beantwortung meiner Frage bezüglich Tafeln. Um Sie richtig zu verstehen bitte noch zwei Antworten : Ist es richtig, Tafeln wurden nur gegründet um überzählige Lebensmittel nicht zu vernichten. Ist es richtig, Deutschland braucht keine Tafeln da die soziale Absicherung in Deutschland ausreichend ist. Dann ist es doch wohl auch richtig das die Tafel keine Kundschaft haben dürfte. Um was für Personen handelt es sich dann bei der Tafel. Zur Information : Ich habe zwei Jahre ehrenamtlich für die Tafel gearbeitet.

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Conradt

Frage von Qvrgre Pbaenqg
Antwort von Matthias Zimmer
09. Februar 2017 - 07:56
Zeit bis zur Antwort: 15 Stunden 42 Minuten

Sehr geehrter Herr Conradt,

die Idee der Tafel stammt aus den USA und hat in der Tat zunächst die Idee, Lebensmittel nicht einfach wegzuwerfen, sondern an Bedürftige auszugeben. Nun könnte man sich lange streiten wie man "bedürftig" definiert. Mein Hinweis war folgender: Das Bundesverfassungsgericht hat den Gesetzgeber verpflichtet, das soziokulturelle Existenzminimum sicher zu stellen. Das tut der Regelsatz nach Hartz 4. Es ist also nicht so, dass die Tafeln benötigt werden, um das Existenzminimum sicher zu stellen. Mich macht hier eher stutzig: Die Zahl der Tafeln wächst, die Zahl der Geringverdiener (also der Zielgruppe der Tafel) stagniert. Die FAZ hat in diesem Zusammenhang einmal von dem "Pannendiensteffekt" gesprochen (Sebastian Balzter, Der große Hunger auf die Tafel, FAZ 23.4. 2016): Je zuverlässiger ein Hilfsangebot funktioniert, desto häufiger wird es genutzt. Da ist, glaube ich, etwas dran.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Zimmer