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Frage an Matthias Mackowiak von Renata G. bezüglich Wissenschaft, Forschung und Technologie

An alle Kandidaten, die mit fast Jubelgeschrei eine neue Waldorfschule begrüßen würden (ganz abgesehen von den Überzeugungen Steiners, die von Fachleuten sehr kontrovers diskutiert werden), stelle ich mit großem Interesse diese Frage:
Sind Sie sich bewußt, dass alle Arten freier Schulen ein Schulgeld erheben und nur einen geringen Prozentsatz kostenreduzierter oder freier Schulplätze bereit halten? Die Erweiterung der Vielfalt der sehr reformbedürftigen Schullandschaft Berlins - eigentlich ganz Deutschlands - wird also in erster Linie Familien mit den entsprechenden Geldbeuteln vorbehalten bleiben. Wohlbemerkt, jede dieser "staatlich anerkannten Ersatzschulen" bekommt bis heute etwas über 90 % der Mittel einer staatlichen Schule von ebendiesem (Staat).
Nun sollten Sie Ihre Antwort evtl. noch einmal neu formulieren.
Menschen, die mehr als plakative Zugeständnisse lesen wollen, werden es Ihnen danken!

Frage von Renata G. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 1 Stunde

Sehr geehrte Frau Grünholm.

Es ist mir erst einmal schleierhaft, wie Sie meine Beantwortung der grundsätzlichen Frage zu der möglichen Entstehung einer freien Waldorfschule als ``Lobhudelei`` mit anderen Äußerungen anderer Personen gleichsetzen können.

Ich habe in meiner Antwort auf die Anfrage lediglich geschrieben, dass ich es ( vom Grundansatz des R. Steiner her gesehen ) als progressiv humanistisch denkender Mensch begrüßen würde wenn eine solche Initiative sich für die Schaffung einer solchen Schule einsetzt. Ich habe mich durchaus mit den Problematiken die um den Gründer dieser Schulen ranken beschäftigt. Dabei sind interessante Beiträge in Wikipedia nachzulesen, aus denen hervorgeht, dass sich holländische Soziologen mit den sogenannten antisemitischen Elementen in Steiners Lehre auseinandergesetzt haben, jedoch feststellen mußten, dass ein Antisemitismus in keiner konkreten Form direkt nachweisbar war. Zudem würde ich als links denkender Mensch bei der eventuellen Entstehung einer solchen Schule natürlich darauf drängen diese für auch finanziell schwach gestellte Familien zu ermöglichen. Bei der Vorstellung der Frage war zu diesem Bereich auch kein Hinweis oder Punkt vorhanden, der darauf Bezug genommen hätte. Dass zu allem Überfluss die fragende Initiative ohne Rücksprachen mit dem Bundesverband der Waldorfschulen agierte war mir ebenfalls nicht bekannt.

Soviel zum Thema Theorie und Praxis. Außerdem habe ich keine der Schriften des R. Steiner direkt gelesen, geschweige denn studiert, weswegen ich mich bei der Beantwortung der Frage sehr allgemein halten mußte. Ich hoffe Ihnen damit zumindest ansatzweise dienlich gewesen zu sein und verbleibe für Ihre Frage dankend

mit freundlichen Grüßen ( obwohl ich Sie gar nicht kenne!!! )

M. Mackowiak