Mario Kremling
SPD
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Frage von Michael L. •

Frage an Mario Kremling von Michael L. bezüglich Kultur

Sehr geehrte Herr Dr. Kremling,

Sie haben sich zur Landtagswahl in meinem Wahlbezirk in Halle an der Saale gestellt.

In Halle an der Saale spielt die Wissenschaft eine große Rolle.
In diesem Zusammenhang nehmen Sie bitte Stellung zum Betrug des ehemaligen Verteidigungsministers der BRD beim Verfassen seiner Dissertation.

Teilen Sie die, in weiten Teilen der Union verbreitete, Meinung, dass der Betrug und geistige Diebstahl eher als harmlos anzusehen ist und Popularität eines Politikers in bestimmten Schichten der Bevölkerung über den bürgerlichen Werten unseres Landes steht?
Finden Sie es, wie die deutsche Kanzlerin es bezeichnet, scheinheilig, wenn diese Werte verteidigt werden?

In Erwartung auf Ihre Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Wähler M. Lehmann

Antwort von
SPD

Sehr geehrter Herr Lehmann,

danke für Ihre Anfrage. Auch an den Wahlinfoständen werde ich oft zu meiner Meinung zum „Fall Guttenberg“ befragt.
Die Geschehnisse um zu Guttenberg erscheinen deshalb so spektakulär, weil er vorher zu einer Art „Lichtgestalt“ stilisiert worden ist, maßgeblich durch eine bestimmte Tageszeitung. Hinzu kommt, dass er seine Reden immer mit großem Pathos gewürzt hat, was anscheinend bei vielen Menschen gut angekommen ist. Umso heftiger ist nun der tiefe Fall des Freiherrn.
Fest steht: das „versehentliche“ Kopieren von ganzen Passagen in einer Dissertation kann nicht als „schummeln“ abgetan werden. Und wie so etwas versehentlich passieren kann, bleibt mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Auch haben Minister schon wegen wesentlich kleinerer Vergehen zurücktreten müssen. Sicher macht jeder Mensch mal einen Fehler, aber bestimmte Grenzen gelten halt für alle, ob mit rotem, schwarzem oder ohne Parteibuch. Und unabhängig davon, wie beliebt oder unbeliebt jemand ist. Diese Forderung nach gleichem Recht für alle ist absolut berechtigt und nicht scheinheilig. Und anscheinend war die Kanzlerin ja auch gut auf den Guttenberg-Rücktritt vorbereitet, sonst hätte sie nicht im Handumdrehen einen Nachfolger präsentieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Mario Kremling