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Frage von Thomas G. •

Frage an Maria Böhmer von Thomas G. bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

Sehr geehrte Staatsministerin Böhmer,

erst kürzlich haben die Integrationsbrückenbauer, Teilnehmer des Bertelsmann-Stiftung Leadership Programms ein Manifest herausgebracht, in der sie die Regierung auffordern sich vor allem in den Regierungsorganisationen interkulturell zu öffnen. Dabei wird betont, dass die interkulturelle Öffnung für qualifizierte Deutsche mit Migrationshintergrund gerade auch in den gehobenen und höheren Diensten geschehen muss.
Was werden Sie in Ihrer Funktion als Staatsministerin tun um eine interkulturelle Öffnung gerade auch in Bereichen, die als "geschlossene Gesellschaften" gelten, wie etwa die Politik oder Dax-Unternehmen tun?
Als Staatsministerin für Integration möchte ich Sie auch fragen, ob Sie mit gutem Beispiel vorangehen und Deutsche mit Migrationshintergrund (mit Migrationshintergrund meine ich die zweite bzw dritte Generation von Einwanderen und nicht etwa jene vor drei Jahrhunderten), in leitenden Positionen, wie etwa als wissenschaftliche Mitarbeiter oder Referenten in Ihrem Büro beschäftigen?

Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas G.

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Antwort von
CDU

Sehr geehrter Herr Guttenberg,

Bund, Länder und Kommunen wie auch die Sozialpartner sind im Nationalen Integrationsplan eine Reihe von Selbstverpflichtungen zur interkulturellen Öffnung von Institutionen und Unternehmen eingegangen. Sie betonen, dass Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst allen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte unter Beachtung der verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Vorgaben (Eignung, Befähigung, fachliche Leistung und Funktionsvorbehalt) offen stehen. Es liegt im Interesse der öffentlichen Verwaltung, fachlich geeignetes Personal mit Migrationshintergrund zu gewinnen, insbesondere im Hinblick auf die Mehrsprachigkeit und der Kenntnis kultureller Besonderheiten. Dies trifft natürlich auch für meinen Arbeitsstab zu.

Als Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration koordiniere ich zudem die Initiative "Charta der Vielfalt" . Die Charta ist eine Unternehmensinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ist Schirmherrin. Die Initiative will die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Unternehmenskultur in Deutschland voranbringen. Unternehmen sollen ein Arbeitsumfeld schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren - unabhängig von Geschlecht, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität. Die "Charta der Vielfalt" wurde von Daimler, der Deutschen BP, der Deutschen Bank und der Deutschen Telekom im Dezember 2006 ins Leben gerufen. Inzwischen haben über 685 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mit mehr als 4,3 Millionen Beschäftigten die Charta unterzeichnet. Sie bekennen sich damit zu einer Unternehmenskultur, für die Vielfalt ein Schlüsselfaktor für internationale Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliches Wachstum ist. Weitere Informationen unter http://www.vielfalt-als-chance.de . Selbstverständlich beschäftige ich Mitarbeiter mit Migrationshintergrund. Dies ist mir ein besonderes Anliegen.

Mit freundlichen Grüßen

Maria Böhmer