Karsten Werner
BüSo
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Frage von Vyban Cvpy an Karsten Werner bezüglich Agrarpolitik

# Agrarpolitik 22. Mai. 2014 - 23:37

Wie stehen Sie zum Freihandelsabkommen incl. genmanipulierter Lebensmittel und Saatgutes?
Ebenso wäre die Frage zu Hybridsaatgut ein interessantes Thema, da es die rechtliche Abhängigkeit an die USA zwingt?
Es kann und darf doch nicht sein, dass der Landwirt nicht mehr das Recht hat, sein eigenes Saatgut selbst zu produzieren und einsetzen darf.

Von: Vyban Cvpy

Antwort von Karsten Werner (BüSo)

Sehr geehrte Frau Picl,

das Freihandelsabkommen ist entschieden abzulehnen, denn es schränkt die Handlungsfähigkeit des eigentlichen Souveräns - den Völkern und ihren gewählten Regierungen - noch weiter zugunsten von Kartellen ein. Dieses Abkommen und der sogenannte Freihandel, heutzutage beschönigend als freie Marktwirtschaft bezeichnet, läßt sich direkt auf die Politik des Britischen Empires zurückführen, die seit Ende des 18. Jahrhunderts auf eins hinausläuft: Vorherrschaft von privaten Firmen über gewählte Regierungen.

Das von Ihnen angesprochene Problem des Saatgutes ist ein Musterbeispiel, da es hier auf dem Feld der Landwirtschaft zu einem Zustand gekommen ist, wo ein Hersteller nahezu ein Patent auf Leben hat, und das gnadenlos ausnutzt. Solche Kartelle wie Monsanto gehören zerschlagen bzw. auf gesundes Maß zusammengestutzt, und zwar durch Regierungen. Entsprechende Deregulierungen, nicht zuletzt auch im Finanzsystem, müssen rückgängig gemacht werden. Grundsätzlich läßt sich ohne das originale Trennbankensystem von Franklin Roosevelt ("Glass-Steagall-Act") keines dieser Probleme lösen, denn solange die U.S.A. und europäische Staaten durch die Wiedereinführung dieses Gesetzes den Großteil der windigen Finanzgeschäfte UND die kontinuierlichen Bankenrettungspakete in Form von "Bail-Out" und "Bail-In" nicht beenden, wird es keine Hoffnung auf einen realwirtschaftlichen Wiederaufbau geben.

Mit freundlichen Grüßen,

Karsten Werner

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