Portrait von Karin Kortmann
Karin Kortmann
SPD
Zum Profil
Frage stellen
Die Frage-Funktion ist deaktiviert, weil Karin Kortmann zur Zeit keine aktive Kandidatur hat.
Frage von Thilo K. •

Frage an Karin Kortmann von Thilo K. bezüglich Familie

Jungen Familien stellt sich folgendes Problem:
Erziehungsgeld wird über einen Zeitraum von zwei Jahren gewährt. Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz besteht für Kinder vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zur Einschulung. Einen der wenigen Plätze für Kinder unter drei zu bekommen ist in der Praxis fast unmöglich. Eine Tagesmutter ist für Arbeitnehmer mit kleinem bis mittlerem Einkommen unerschwinglich. Wie sieht Ihr Lösungsvorschlag aus?

Portrait von Karin Kortmann
Antwort von
SPD

Sehr geehrter Herr Koldehoff,

vielen Dank für Ihr Interesse. Das von Ihnen geschilderte Problem besteht tatsächlich, jedoch haben wir bereits Schritte eingeleitet, um die Situation zu verbessern. Unser Ziel ist es, möglichst schnell einen Rechtsanspruch auf einen Ganztags-Kindergartenplatz für die ab Zweijährigen umzusetzen. Die Voraussetzung dafür schafft das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG), welches am 1.1.2005 ist auf Drängen der SPD-Bundestagsfraktion in Kraft getreten ist. Bis zum Jahr 2010 werden dadurch 230.000 Kindertageseinrichtungsplätze mehr zur Verfügung stehen. Der Bund stellt Ländern und Kommunen für diese Aufgabe jährlich 1,5 Mrd. Euro zur Verfügung. Um Eltern die Finanzierung von Kinderbetreuung zu erleichtern, werden wir zudem die Möglichkeiten zur steuerlichen Absetzbarkeit erweitern. Ziel ist die Gebührenfreiheit der Kindertagesstätten.

Die Union kann sich durch die von uns ins Rollen gebrachte Diskussion über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht völlig verschließen. Sie bekennt sich zwar offiziell zur Kinderbetreuung, in den meisten Köpfen ist das traditionelle Rollenbild aber noch fest verankert. Man kann also nicht ernsthaft damit rechnen, dass sie den Ausbau der Kinderbetreuung vorantreiben wird. Bestes Beispiel dafür ist, dass das vergleichsweise reiche Bayern lediglich 2,3 Prozent seines Etats für Kinderbetreuung ausgibt. Damit liegt es bei den alten Flächenländern an letzter Stelle.

Der Ausbau der Kinderbetreuung soll nach den Vorstellungen der Union von der finanziellen Situation der Kommune abhängig gemacht werden und das, obwohl Eltern einen Rechtsanspruch für Kinder ab dem 3. Lebensjahr haben. Ein Ausbau für die Jüngeren wird es mit der Union nicht geben (Interview Annette Schavan, Berliner Zeitung. 20.6.2005).

Ich hoffe, Ihre Frage hiermit beantwortet zu haben. Sollten Sie weitere Informationen wünschen, bitte ich um direkte Kontaktaufnahme über meine Wahlkreisbüro. Die Kontaktadresse finden Sie unter www.karin-kortmann.de.

Mit freundlichen Grüßen,
Karin Kortmann