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Johannes Heinrichs
HUMANWIRTSCHAFTSPARTEI

Frage an Johannes Heinrichs von Zngguvnf Ohepuneq bezüglich Wissenschaft, Forschung und Technologie

29. August 2006 - 22:08

Sehr geehrter Herr Dr. Heinrichs,

in Ihren Wahlkreis befindet sich das historische Grundstück des SS-Zentralbodenamtes des Reichskommissariats für die Festigung deutschen Volkstums, damals ansässig in der Friedrichstr. 110/112 im Haus der Technik am Oranienburger Tor. Dort wurden die Unterlagen von der Hoferfassung von 800.000 polnischen landwirtschaftl. Kleinbetrieben bearbeitet zwecks vollständiger Beschlagnahme und Übertragung in deusches Eigentum.
Zwei Fragen:

1. Ist es Ihrer Meinung nach sinnvoll und angemessen, diese NS-Wissenschaftsgeschichte zumindest an der Universität selbst offenzulegen? (die Humbodt-Uni möchte seit 7 Jahren nicht darüber sprechen)

2. Im Dez. 2003 hatte der Kulturausschuss der BVV Mitte von Berlin die öffentliche mehrsprachige Kennzeichnung dieses historischen Ortes genehmigt. Da das Abgeordnetenhaus jedoch zusammen mit den Universitäten gegen einen öffentlichen Hinweis ist, wurde dieser bisher nicht realisiert. Frage: Welches ist Ihre Position zur Sache? Und werden Sie im Falle Ihres Einzugs im Berliner Parlament auch den Mut und die Kraft haben, eventuell gegen die Mehrheitsmeinung im Hause den Versuch einer aktiven Unterstützung zu wagen?

mit freundlichen Grüßen
Matthias Burchard

Frage von Zngguvnf Ohepuneq
Antwort von Johannes Heinrichs
31. August 2006 - 16:27
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 18 Stunden

Sehr geehrter Herr Burchard,
einige der von Ihnen genannten Fakten sind mir neu. Um so mehr bin ich 1. für ihre Offenlegung, bes. an der Humboldt-Universität. Doch unparteiliche Wissenschaft ist bei uns eine Rarität! 2. für Kennzeichnung des Ortes. Ich würde mich dafür einsetzen.
Und dies nicht etwa aus einer "Nie wieder Deutschland"-Haltung heraus (die ich Claudia Roth Und ihren "autonomen" Gesinnungsgenossen überlasse bzw. ankreide), sondern aus einem wohlverstandenen Patriotismus heraus: Was deutsch ist, kann in keiner Weise durch die 12 Jahre Barbarei definiert werden. Eben deshalb brauchen wir aber auch keine Scheu zu haben, die historischen Fakten klar zu benennen - freilich nicht ALLEIN diese Mahnmale unserer Schande.

Zu den Hintergründen meiner diesbezüglichen Haltung darf ich auf mein Buch "Gastfreundschaft der Kulturen. Multikulturelle Gesellschaft in Europa und deutsche Identität" hinweisen, das ebenfalls von der detzeitigen Political Correctness-Wissenschaft und -Publizistik totgeschwiegen wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Heinrichs
Prof. f. Philosophie u. Sozialökologie