Günther Schunder
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Frage an Günther Schunder von Johannes M. bezüglich Umwelt

Welche Position vertreten Sie innerhalb der Freien Wähler bezüglich Fracking in Deutschland und der Wiedereinführung der Atomkraft als Energiequelle ?

Frage von Johannes M. am
Thema
Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 6 Tage

Sehr geehrte Damen und Herren!

Meine Antwort:
1. Fracking (nach dem jetzigen Stand der Technik)
Für Fracking ist Deutschland zu dicht besiedelt und gefährdet das Wasser, besonders auch das Trinkwasser. Ich habe die Befürchtung, dass Fracking dazu beträgt, das Wasser künstlich durch Verknappung zu verteuern. Strategisch würde es globalen Finanzinvestoren in die Hand spielen, die das Wasser als Spekulationsgut ansehen. Besonders wenn Spekulanten durch einen EU-Richtlinienentwurf, der immer noch nicht vom Tisch ist, Zugriff auf die kommunale Wasserversorgung erhalten.

2. Atomkraft
Sie unterstellen in Ihrer Frage, dass es keinen gefährlichen Atomstrom mehr gibt, wenn Sie nach der Wiedereinführung fragen.

Solange die Endlagerung und damit deren Kosten nicht absehbar sind, ist der Atomstrom der teuerste Strom bei dem die Bürgerbelastung in die Zukunft verlegt wird. Dieser unbekannt hohe Wert gehört nach meiner Ansicht als Rückstellung mit bereits bekannten Werten in die Staatsschuldenbilanz.

Die Energiewende ist machbar, wenn wir unsere Kreativität in intelligente Systeme umsetzen, um zunächst die Spitzenlasten abzusenken und zu harmonisieren. Hier wird ein innovatives System zur Anwendung kommen können, mit dem wir eine technologische Marktführerschaft aufbauen können. Eine Vielzahl von neuen Systemen ist dazu notwendig. Leider werden die Verbraucher die Anfangskosten zusätzlich belasten und dies ist unfair gegenüber den Langzeitkosten der Atomkraft (Endlagerung und Rückbau von Atomkraftwerken).

Ich bin auch der Meinung , dass die Bürger sich an den neuen Systemen direkt beteiligen können sollten, ohne Fondgesellschaften, ohne monopolistische Energiekonzerne und pseudoöffentliche Gesellschaften mit hoher Beteiligung der Energieverteilkonzerne (Netzbetreiber).

Dass zwei der vier Hauptgesellschafter der zusätzlichen Stromautobahn von Nord- nach Süddeutschland belgische und holländische Staatsfonds (Beamtenfonds) sind, kann ich nicht nachvollziehen, denn dadurch finanziert jeder Bürger letztlich die Pensionen dieser Beamten. Warum werden die unmittelbar betroffenen Bürger, die erzeugungsnah und entlang der neuen Trassen leben, Beteiligungsmöglichkeiten nicht direkt angeboten? Der Verbraucher könnte somit auch zum Erzeuger und Verteiler werden.

Ich bin für die dezentralisierte Energieerzeugung und -verteilung mit unmittelbarer Bürgerbeteiligung. Dass es dabei Umstrukturierungen der Standorte in der Rohstofferzeugung geben wird ist mir klar. Dies wird aus meiner Sicht für ein zukünftiges Europa einen nachhaltigen positiven Effekt bewirken.

Mit sonnigen Grüßen

Günther Schunder