DIE GRÜNEN

Frage an Gerhard Kraft von Fronfgvna Gbxnem bezüglich Verkehr und Infrastruktur

31. Juli 2013 - 09:32

Sehr geehrter Herr Kraft,

ich halte die Energiewende für notwendig, aber sie muss den Menschen noch eine lebenswerte Umgebung ermöglichen.
Wie wollen Sie die Verspargelung unseres schönen Landschaftsbilds durch Windräder verhindern, z. B. an der Birkenhainer Straße?
Die CSU will die Formel „mindestens 10 x so viel Abstand zu Wohngebieten wie ein Windrad hoch ist“. Was schlägt Ihre Partei vor?

MFG Tokarz

Frage von Fronfgvna Gbxnem
Antwort von Gerhard Kraft
04. August 2013 - 11:01
Zeit bis zur Antwort: 4 Tage 1 Stunde

Sehr geehrter Herr Tokarz,

wir brauchen die Energiewende um schnellstens weg von Atomstrom und von fossiler Energieerzeugung zu kommen. Die Auswirkungen unseres Handels zeigten sich in den Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima. Nach wir vor gibt es in Deutschland kein sicheres Endlager für radioaktiven Müll. Das Klima ist durch die Verwendung von fossilen Brennstoffen sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Es gibt weltweit viele Katastrophen auch hier in Bayern, z.B. das Hochwasser im Sommer. Jahrhundertfluten werden zu jährlichen Ereignissen - andernorts Dürren. Vor dem Hintergrund - schon nur dieser beiden - großen Herausforderungen wird klar: Wir brauchen mehr Energieeinsparung, mehr Energieeffizienz und einen starken Zubau von regenerativen Energiequellen. Wir brauchen einen Mix aus Wind, Wasser, Sonne, Erdwärme und Biomasse um nur die wichtigsten Träger der erneuerbaren Energien zu nennen. Dazu kommt noch: wir sollten die Energie dort erzeugen, wo sie gebraucht wird. Das würde die Notwendigkeit von neuen Stromtrassen sehr einschränken.

Um auf Ihre Frage zum Spessart und zur Windenergie einzugehen:

1. Windkraft kann nur dort genutzt werden, wo die Windhöfigkeit für einen wirtschaftlichen Betrieb gewährleistet ist.

2. Es gibt klare Bundesgesetze und Verordnungen, nach denen die Standorte für Windenergie zu prüfen, zu bewerten und letztendlich auch (wenn alle Kriterien erfüllt werden) zu genehmigen sind.

3. Entspricht ein Standort nicht den strengen Bedingungen, dann kommt er auch nicht in Frage.

Ich teile durchaus Ihre Auffassung, wonach Mensch und Natur geringst möglich beeinträchtigt werden sollten. Daher fordern wir GRÜNE auch ein länderübergreifendes Zonierungskonzept für den gesamten Spessart. In einem solchen Konzept werden Ausschluss- und Vorbehaltsflächen klar nach den derzeit gültigen Maßstäben (gesetzliche Grundlagen) festgelegt und einem Wildwuchs würde damit ein Riegel vorgeschoben. Kommt ein solches Konzept nicht, dann besteht allerdings die Gefahr, dass an vielen Stellen (auch immer nach Recht und Gesetz) Anlagen genehmigt werden. Das wollen auch wir GRÜNE so nicht. Die vom bayerischen Ministerpräsidenten grundsätzlich geforderte Erhöhung der Mindestabstände zur Wohnbebauung bei Windkraftanlagen von derzeit 800 Metern (höhenunabhängig) auf zehnmal Windradhöhe (also bei einer Gesamthöhe von 200 Metern = 2000 Meter) würde dazu führen, dass in Bayern der Zubau von Windkraft praktisch auf Null gefahren wird. Würden die populistischen Vorschläge des bayerischen Ministerpräsidenten Realität, stünden nur noch unter einem Prozent der bayerischen Staatsgebietsfläche für neue Anlagen zur Verfügung. Die Energiewende wäre akut gefährdet!

Bürgerinnen und Bürger in Genossenschaften, Verbänden, Initiativen und Unternehmen tragen gemeinsam die Energiewende in Bayern - durch einen Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten für eine willkürlichen Neuregelung der Abstände in der Windenergie wird die Nutzung der Windenergie in Bayern fast unmöglich. Unsere Bürgerenergiewende ist in Gefahr.

Ich habe gerade an den Ministerpräsidenten appelliert, auf Windenergie, Erneuerbare Energien, Klimaschutz - und damit auf ein zukunftsfähiges Bayern zu setzen.

Unterzeichnen auch Sie den Appell „Windkraft in Bayern retten - Auf Zukunft setzen“ http://www.rueckenwind-bayern.de

Viele Grüße

Gerhard Kraft