Sind sie für die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung? Und wenn ja, bezieht sich die Lebenserwartung auf Beamte und Politiker oder die der körperlich hart arbeitenden Bevölkerung?
Sehr geehrte Frau H.,
gern beantworte ich Ihre Fragen. Vielleicht zur Einstimmung: Ich werde im kommenden Monat 68 Jahre als, habe seit 1977 mit der einzigen Unterbrechung 18 Monate Grundwehrdient NVA durch gearbeitet (Studium und Promotion neben der Arbeit) und werde, wenn ich gesund bleibe, bis zu meinem 71. Lebensjahr arbeiten. Und ich habe drei Kinder und zwei Enkel - meine Antworten orientieren sich deshalb eher an deren Lebensperspektive...
Kopplung Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung: Ja, mit Beachtung der persönlichen gesundheitlichen Situation, die viel mit der Art der Arbeit, aber auch mit der eigenen Resilienz und dem Lebensstil zu tun hat. Das jetzige System wird in Zukunft nicht finanzierbar sein.
Einbeziehung Beamte und Politiker: Ich habe 1993 die Verbeamtung abgelehnt, weil ich das Beamtensystem für überholt, teuer und ineffizient halte. So lange es dieses aber noch gibt, müssen Beamte ihren Beitrag für das Rentensystem genauso leisten wie "normale" Arbeitnehmer. Das gilt gleichermaßen für Berufspolitiker.
Freundliche Grüße
Frank Augsten

