Eckart von Klaeden
CDU
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Frage von Znegva Unfcryzngu an Eckart von Klaeden bezüglich Internationales

# Internationales 05. Juli. 2009 - 13:02

Sehr geehrter Herr von Klaeden,

In einem kürzlich veröffentlichten Interview ( http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,634128,00.html ) behaupten Sie, Afghanistan würde unweigerlich in die Händer der Taliban fallen, wenn die NATO abzöge. Eine solche Behauptung ist einerseits überraschend, denn uns wird ja immer wieder gesagt, dass unser Einsatz "den Afghanen" helfe -- wenn die Afghanen so überwältigend gegen die Taliban wären, bestünde ja nicht die Gefahr, dass sie an die Macht kämen. Doch Sie kennen sicher die Umfragen, die besagen, dass die Mehrheit der Afghanen für einen Abzug der NATO sind (vgl. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,606494,00.html ), d.h. dass es offenbar wenig Unterstützung für die von uns gestützte Karzai-Regierung gibt.

Meine Frage: Ist es moralisch und politisch vertretbar (und vom Grundgesetz erlaubt), dass wir uns in die inneren Konflikte eines fernen Landes einmischen und dort gewaltsam eine prowestliche Gruppierung unterstützen, die offensichtlich nicht die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich hat?

Eine zweite Frage zu demselben Interview: Sie behaupten dort: "Die islamischen Extremisten bekämpfen uns nicht für das, was wir tun, sondern für das, was wir sind." Das haben Sie von George W. Bush übernommen, aber worauf gründet sich diese Vermutung? Al-Qaida hat immer wieder betont, dass die Amerikaner und ihre Verbündeten dafür bekämpft werden, dass sie (seit dem Krieg 1991) die heiligen Stätten des Islam besudeln und dass sie durch die Angriffe auf Irak und Afghanistan die muslimische Welt beherrschen wollen. Jeder, der Aljazeera.com liest, weiß, wie verhasst die Amerikaner in weiten Teilen der arabischen (und weiteren muslimischen) Welt durch ihre Kriege von 1991, 2001 und 2003 geworden sind, und zum Teil ist. Bin Laden deshalb leider immer noch populär.

All dies wissen auch Sie, aber warum behaupten Sie weiterhin, dass islamische Extremisten uns dafür bekämpfen, was wir sind?

Besten Dank,
Ihr
Prof. Dr. Martin Haspelmath

Von: Znegva Unfcryzngu

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