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Claudius Holler
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Frage von Sabiene W. •

Frage an Claudius Holler von Sabiene W. bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

Hallo Claudius Holler,

Wie ist diese Aussage zu verstehen, bezugnehmend auf „Anzahl”:
(...) Dazu gehört auch die Gleichstellung aller Partnerschaften unabhängig von Geschlecht und Anzahl.

Grüße, Sabine Wilhelm

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Antwort von
PIRATEN

Sehr geehrte Frau Sabine Wilhelm,

zu Beginn meiner Antwort erwähne ich meinen Beziehungsstatus, welcher aus dem Bilderbuch der CSU entsprungen sein könnte. Ich bin seit über zwei Jahren glücklich mit meiner nur unwesentlich jüngeren Frau verheiratet. Noch kinderlos, aber auch das wird sich sicher irgendwann ändern. Dass ich und ein großer Teil der deutschen Bevölkerung nach wie vor das aktuell steuerlich bevorzugte Beziehungsmodell gewählt haben, bedeutet aber keineswegs, dass dies der einzig gangbare oder gar verpflichtende Weg sein muss.
Wir Piraten möchten niemandem vorschreiben, wie eine Beziehung auszusehen hat. Die exklusive steuerliche und gesetzliche Privilegierung eines traditionellen Modells wirkt - insbesondere in einer aufgeklärten und freiheitlichen Gesellschaft - befremdlich und überholt. Unser Programm definiert "Partnerschaft" bewusst wage und lässt sämtliche Varianten, die auf Freiwilligkeit ohne die Verletzung von Rechten Dritter beruhen, als legitim gelten.
Der Begriff Anzahl bedeutet insofern nicht mehr und nicht weniger, als dass wir auch Konstellationen mit mehreren Partnern oder verschieden ineinandergreifenden Beziehungen nicht ausschließen und die individuelle sexuelle Identität voll akzeptieren - auch wenn jemand sich weder klar zu einem "männlichen" oder "weiblichen" Geschlecht zuordnet sondern seine eigene Definition findet.
Partnerschaft muss nach unserer Auffassung auch nichts mit der zwischenmenschlichen Sexualität zu tun haben, sondern kann schlichtweg auch eine Lebensgemeinschaft beschreiben, die gewillt ist für einander Sorge zu tragen und Verantwortung zu übernehmen.

Traditionelle Lebensentwürfe bleiben hiervon unberührt und stehen nicht zur Disposition, doch wollen wir eben den offiziellen Rahmen schaffen, dass auch andere Arten des Zusammenlebens begrüßt und erlaubt werden.

Ich hoffe, Ihre Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Ich selbst bin im Gender-Thema tolerant und unterstütze unser Programm voll und ganz, ohne mich allerdings argumentativ bis ins kleinste Detail vertieft zu haben.
Das geselschaftliche Miteinander braucht in jedem Fall weniger an Regelwerk, dafür aber umso mehr Toleranz, Respekt und Abbau von angelernten Barrieren.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Claudius Holler