Fragen und Antworten

Über Christel Werner

Ausgeübte Tätigkeit
Selbstständige Producerin und Eventmanagerin
Berufliche Qualifikation
Studium der Medienkommunikation, Eventmanagerin (IHK), staatl. geprüfte Pyrotechnikerin
Geburtsjahr
1984

Kandidaturen und Mandate

Kandidatin Thüringen Wahl 2019

Angetreten für: SPD
Wahlkreis: Saale-Orla-Kreis I
Wahlkreis
Saale-Orla-Kreis I
Wahlkreisergebnis
6,88 %
Wahlliste
Landesliste
Listenposition
16

Politische Ziele

Thüringen ist meine Heimat. Ich liebe unser Land – und deshalb will ich mich hier einbringen, etwas bewegen und mitgestalten. Drei Hauptschwerpunkte stelle ich in meiner Arbeit in den Mittelpunkt: Soziales und ehrenamtliches Engagement die Stärkung des ländlichen Raums und die Einbringung meiner persönlichen beruflichen Erfahrungen. SOZIALES UND EHRENAMTLICHES ENGAGEMENT Ich möchte Menschen motivieren, ehrenamtlich aktiv zu werden und sich sozial zu engagieren. Allein von „oben“ wird sich dieses schöne Land nicht entwickeln lassen. Das Ehrenamt trägt nicht nur zur Sicherung unserer Lebensqualität bei, es festigt den Zusammenhalt unserer Bürger. Durch meine Erfahrung bei der von mir gegründeten Bürgerinitiative zur Rettung der Osterburgturmspitze in Weida, aber auch als Vereinsvorsitzende des Ostdeutschen Feuerwerkervereins Bad Berka e.V. und durch die Mitgliedschaften in drei weiteren Vereinen habe ich mich intensiv mit den Themen Ehrenamt und Fundraising beschäftigt. Für mich ist klar: Vereinsarbeit und ehrenamtliche Arbeit generell braucht Unterstützung und muss stärker gefördert werden. Dabei darf es nicht nur bei „guten Worten“ und der gelegentlichen Übergabe von „Lottomittel-Schecks“ bleiben. Ich möchte mich dafür einsetzen, Voraussetzungen zu schaffen, dass mehr Menschen in den Kommunen selbst aktiv werden. Der Hintergrund ist klar: Wer sich einbringt, wer etwas vor Ort verändern und damit verbessern will, der soll auch gute Grundbedingungen vorfinden, um etwas für das Gemeinwesen zu tun. Wir müssen die Bedingungen für ehrenamtliche Aktivitäten verbessern. Dies zu erreichen, dafür will ich wirken – und meine Erfahrungen in diesem Bereich sowie mein Wissen zum Fundraising einbringen. Besonders wichtig ist mir die Stärkung der Ehrenamtlichen im Brand- und Katastrophenschutz. Das ist für mich eine Herzensangelegenheit, da es in meiner Familie tragische Schicksalsschläge gegeben hat, wo das richtige Handeln von Feuerwehrleuten ein Leben retten konnte. Häufig erhalten die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, die für ihr Engagement nicht nur ihre Freizeit opfern, sondern oft ihre eigene Gesundheit und manchmal sogar ihr Leben riskieren, zu wenig Anerkennung und Respekt für dieses wertvolle Ehrenamt. Auch schwere Waldbrände durch klimabedingte Wetterextreme haben unlängst gezeigt, dass unsere Kommunen auf das Engagement von ehrenamtlichen Feuerwehrleuten angewiesen sind. Deshalb möchte ich mich dafür einsetzen, dass man neue Aktive für dieses herausfordernde Ehrenamt gewinnen kann und dieses eben auch von der Gesellschaft mehr Anerkennung bekommt. Auch die Entschädigungssätze für Feuerwehrleute müssen erhöht werden und die Landesfeuerwehrschule braucht Verbesserungen. Ebenso muss die Brandschutzerziehung verstetigt werden. DIE STÄRKUNG DES LÄNDLICHEN RAUMS Es klingt im ersten Moment vermessen, doch es ist die Wahrheit: Ich bin eine Botschafterin für Themen des ländlichen Raumes in Thüringen. Denn ich bin selbst auf dem Land groß geworden – und nach wie vor durch und durch ein „Landei“. Mir sind die Vor- und Nachteile des viel zitierten „ländlichen Raums“ bewusst und ich kann die Belange der Bevölkerung dort bestens nachvollziehen. 80 Prozent Thüringens gehört zum ländlichen Raum. Hier im Oberland stellt es sich als bergiges Land mit wunderschönen Dörfern und kleinen Städten dar. Wer in Thüringen den ländlichen Raum nicht entwickelt, der verspielt die Zukunft unseres Bundeslandes. Denn die liegt nicht nur an der A 4 entlang der Städte von Eisenach über Erfurt bis Jena. Nein, unsere Zukunft wird auch entscheidend auf dem Land entschieden. Nicht zuletzt deshalb braucht der Ländliche Raum eine sichere ärztliche Versorgung, den Erhalt der Schulen, eine bessere Mobilität und natürlich eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Ganz wichtig ist die Absicherung des Pflegebedarfs. Oft leben ältere Menschen allein auf dem Land, da die Kinder zum Arbeiten in die Stadt gezogen sind. Doch auch auf dem Land muss es unseren Senioren möglich sein, mit dem Bus bequem und zeitgemäß zum Einkaufen oder zum Arzt zu kommen. Ältere Menschen benötigen, wenn ihre eigene Mobilität irgendwann eingeschränkt ist, entsprechende Pflege. Diese zukunftsfähig abzusichern, ist eine der politischen Aufgaben in Thüringen. Senioren sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft: Sie verdienen ein würdevolles Leben im Ruhestand bis ins hohe Alter, nachdem sie ein Leben lang hart gearbeitet haben! Häufig leben Familien seit Generationen auf ihren Höfen und haben diese erhalten und liebevoll saniert. Obwohl die wenigsten als Landwirte oder Wiedereinrichter tätig sind, sondern ganz anderen Berufen nachgehen, so leistet diese Landbevölkerung einen wichtigen Beitrag im Bereich Landschaftspflege. Bisher fand dies viel zu wenig Beachtung: Die wenigsten haben sich ausgesucht, wieviele Hektar Wiese und Wald sie bewirtschaften müssen. Doch wenn beispielsweise die Landbevölkerung nicht Heu hauen würde, wie würde es wohl überall aussehen? Die Zukunft Thüringens wird auch damit entschieden, wie wir in Zukunft mit der Landbevölkerung umgehen. Denn auch viele junge Menschen suchen inzwischen wieder den Weg zurück in die Natur und wollen ihre Kinder in grüner Umgebung aufwachsen lassen. Wir müssen die Strukturen sichern, um über Kindergarten und Schule auch eine Verbindung von Landleben und Berufsleben für Familien mit Kindern zu ermöglichen. Deshalb ist klar: Kleine Städte und Gemeinden brauchen dafür eine adäquate finanzielle Ausstattung und entsprechende Infrastrukturen. KLIMASCHUTZ MIT UND NICHT GEGEN DIE LANDBEVÖLKERUNG Natürlich müssen wir dem Klimawandel entgegentreten und CO2 abbauen. Dafür benötigen wir dringend eine ökologische Wende. Doch dies darf nicht aus grüner Großstadtsicht passieren. Nicht alles, was dem Gutverdiener in der Stadt einfach erscheint, funktioniert auf dem Land. Wo kein funktionsfähiger öffentlicher Nahverkehr herrscht, dort bezahlt die Bevölkerung die Zeche für mögliche grüne Politik-Versprechen. Es ist nun einmal so: Bei uns auf dem Land leben auch eher einkommensschwache Schichten mit einer obendrein schlechten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und langen Arbeitswegen. Ich bin schon viele Jahre Mitglied im NABU und mir ist die Bewahrung der Schöpfung und der Schutz der Natur sehr wichtig. Aber die Landbevölkerung darf für Forderungen des Klimaschutzes nicht am Ende die Zeche zahlen! Klimaschutz ja - aber bitte auch sozial gerecht. Handwerksbetriebe, von denen viele auf dem Land angesiedelt sind, brauchen nun einmal ihr Dieselfahrzeug, um damit zum Kunden oder zu weit entfernten Baustellen und auf Montage zu fahren. Die Handwerksbetriebe haben nicht nur Nachwuchssorgen, sondern sollen möglicherweise neben oft langen Fahrtwegen zukünftig auch noch mit hohen CO2-Steuern belastet werden? Nein! Wir müssen andere Lösungen finden – und das geht nur, wenn wir uns auch mit den Problemen vor Ort auseinandersetzen. Soziale Balance und Gerechtigkeit, ökologisch notwendige Veränderungen und wirtschaftliche Kompetenz sind miteinander vereinbar. Für die Realisierung dieses Dreiklangs möchte ich mich einsetzen. Im Vordergrund stehen für mich außerdem mehr Solidarität, Freiheit und Gerechtigkeit für jeden von uns. Darum möchte ich mich einbringen und ein deutliches Zeichen für ein gutes Miteinander setzen. Gemeinsam mit Ihnen - gemeinsam für Thüringen.