Hose runter, Musterung! Wieso ist Ihnen die schamverletzende Genital- und Analbegutachtung aller 18-Jährigen in einem Pflichtsetting ohne freie Arztwahl und ohne medizinische Evidenz so wichtig?
Sehr geehrter Herr Pistorius,
als Minister verantworten Sie die standardmäßige Genital- & Analbegutachtung aller 18-Jährigen bei der Musterung (Dienstvorschrift A1-831/0-4000 Nr. 2078-2084) - obwohl:
- die Handlung im klaren Widerspruch zu nationalen & internationalen Leitlinien steht: "Ein allgemeines Screening [...] soll nicht durchgeführt werden“ (S3-Leitlinie zum Hodenkarzinom, S.26)
- die Wissenschaft ein höheres Schadens- als Nutzenpotenzial benennt (ebd., S. 29)
- Experten der Urologie keinen Zusammenhang zur Tauglichkeitsbestimmung sehen (Prof. Friedersdorff, Stern, 12.03.26)
- Damit die Vereinbarkeit mit § 17 Abs. 4 S. 2 WPflG gebrochen scheint.
- Die Inzidenz für Hodenkrebs bei 18-Jährigen unter 0,00005 liegt (RKI: Krebs in Deutschland, S. 97)
- Keine Verhältnismäßigkeit besteht: 99,5% aller Genitalbegutachtungen sind laut BW unauffällig. Für den Rest genügt eine reine Anamnese.
- Genitalbegutachtungen durch 2 andersgeschlechtliche Personen sehr unangenehm sein können.

