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Björn Lüttmann
SPD
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Wann wird endlich die Genesenenzeit verlängert?

Sehr geehrter Herr L., nach einer Corona-Infektion zähle ich seit September zu den "Ungeimpften". Ich muss mich immunisieren lassen, um am öffentlichen Leben teilhaben zu können. Und das, obwohl ich durch natürliche Antikörper immun bin. Im Wochenbericht des RKI kann man das Ansteigen der "Impfdurchbrüche" verfolgen. Was ist mit den Reinfektionen bei Genesenen? Das RKI teilte mit, dass sie nicht gezählt würden, weil sie nicht relevant wären. Warum also werden die Genesenen, wie schon in Kroatien, Dänemark und der Schweiz, den Geimpften nicht mindestens gleichgestellt? Daten dazu sollten nach fast 2 Jahren Pandemie reichlich vorhanden sein.

Frage von Rosemarie E. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 4 Tage

Sehr geehrte Frau E.,

gern möchte ich Ihnen auf Ihre Fragen antworten. In der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (SchAusnahmV) des Bundes ist klar definiert, wer als Geimpft, Genesen oder Getestet gilt. Als Genesen gilt demnach eine asymptomatische Person mit einem entsprechenden Genesenennachweis. In der Bundesrepublik, wie insgesamt auf europäischer Stufe mit wenigen Ausnahmen auch, gilt aktuell weiterhin eine Gültigkeitsdauer von 180 Tagen. Ob diese zeitliche Begrenzung auf sechs Monate wirklich sinnvoll und notwendig ist, sollte diskutiert werden. Schon jetzt sind einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Ansicht, dass die Sechs-Monats-Regel mittlerweile einer wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Eine Zertifikatverlängerung könnte sicher davon abhängen, wie es um den Antikörpernachweis der einzelnen Person bestellt ist. Eine entsprechende Testung im Vorfeld könnte somit sicher ein wichtiger Baustein sein.  

Ich glaube, wie ich sicher auch für meine SPD-Landtagsfraktion sprechen kann, dass wir uns der Debatte um eine Verlängerung der Gültigkeitsdauer für Genesenenzertifikate nicht verschließen werden. Wir werden dies mit den Vertreterinnen und Vertretern des Brandenburger Gesundheits- und Sozialministeriums diskutieren, wie auch mit externen Expertinnen und Experten der Wissenschaft oder des Gesundheitswesens, was unsere Fraktion für eine umfassende Meinungsbildung schon seit Monaten macht.

Im Dashboard des Das Robert Koch Instituts werden die bundesweit erfassten laborbestätigten COVID-19-Fälle dargestellt, da diese durch die Gesundheitsämter der Länder übermittelt werden. Im Dashboard des Landes Brandenburg (Link: https://kkm.brandenburg.de/kkm/de/corona/fallzahlen-land-brandenburg/) finden Sie weitere für das Land Brandenburg wichtige Zahlen. Neben der 7-Tage-Inzidenz, der 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz und den Angaben zu aktuell infizierten Personen finden Sie ebenso Angaben zu Genesenen. Da eine Infektion mit dem Coronavirus immer wieder auch symptomlos verläuft, sind Aussagen dazu, wie viele Personen tatsächlich von einer Infektion genesen sind, noch immer Schätzwerte.

Im Land Brandenburg werden geimpfte Personen und genesene Personen bereits in vieler Hinsicht als gleichgestellt betrachtet. Immer mehr Veranstalter oder Einrichtungen gehen dazu über das „2G-Modell“ zu nutzen, das den Zutritt für Geimpfte und Genesene vorsieht. Insofern sind Sie, was die Teilhabe am öffentlichen Leben angeht, gegenüber Geimpften nicht im Nachteil.

Wie die von Ihnen angesprochenen Impfdurchbrüche zu bewerten und erklären sind, wird sehr gut auf der Internetseite des RKI verdeutlicht (Link:  https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html). Je mehr aktive Fälle es aktuell gibt, desto mehr Impfdurchbrüche sind möglich. Steigt die Anzahl infizierter Personen, steigt auch die Zahl der Impfdurchbrüche. Eine Impfung beträgt nie einen Schutz von 100 Prozent, kann aber dafür sorgen, dass Infektionen weniger häufig vorkommen. Nachweislich sind die Krankheitsverläufe von geimpften Personen auch weniger schwer. Sodass klar ist, dass eine Impfung immer noch der beste Schutz gegen schwere Krankheitsverläufe und Langzeitfolgen ist. Mit Stand 11.11.2021 beträgt die 7-Tages-Inzidenz nach Impfstatus im Land Brandenburg 167,0 bei den Ungeimpften und 59,8 bei den vollständig Geimpften.

Ich werbe weiter dafür, dass sich bisher ungeimpfte Personen für eine Impfung entscheiden sollten. Die Pandemie kann nur in den Griff bekommen werden, wenn sich noch mehr Menschen für einen Impfschutz entscheiden und so sich selbst und andere schützen.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Lüttmann

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