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Annette Groth
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Frage von Marie A. •

Frage an Annette Groth von Marie A. bezüglich Umwelt

Sehr geehrte Frau Groth,

ihre Fraktion setzt sich für ein gesetzliches Verbot von Fracking ein. Auch Sie haben sich sehr klar gegen Fracking ausgesprochen. Was sind Ihre Hauptgründe für die Ablehnung dieser Technologie? Gerade in den USA wird Fracking sehr intensiv betrieben. Warum lehnen Sie das für Deutschland ab.

Mit freundlichen Grüßen

Marie Anders

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Antwort von
DIE LINKE

Sehr geehrte Frau Anders,

ich lehne Fracking grundsätzlich ab. Beim Fracking werden Millionen Liter Wasser mit teils hochgiftigen Chemikalien versetzt und unter großem Druck in die gasführenden Schichten gepresst, bis diese aufbrechen. Mit dem Gas wird solehaltiges Lagerstättenwasser aus dem Gestein an die Erdoberfläche gefördert und es werden Kohlenwasserstoffe freigesetzt. Durch Fracking wird vermehrt das klimaschädliche Methan an die Oberfläche oder ins Grundwasser abgegeben. Auch müssen zahlreiche Bohrplätze eingerichtet werden. Für einen einzigen Bohrplatz werden etwa 2 bis 3,5 Hektar Land benötigt.

Ausdrücklich unterstütze ich die Forderungen von Umweltverbänden wie BUND und NaturFreunde Deutschlands nach einem gesetzlich verankerten Verbot von Fracking in Deutschland. Gemeinsam mit den Abgeordneten der LINKEN im Europäischen Parlament fordern wir ein europaweites Verbot von Fracking.

Die Auswirkungen von Fracking in den USA kann man in den Film von Josh Fox „Gasland“ sehr gut sehen. Es ist eine zutiefst umweltzerstörende Technologie, die die Menschen auch noch krank macht.

Die Fraktion DIE LINKE hat am 4. Juni 2013 einstimmig beschlossen, die „Korbacher Resolution“ gegen Fracking zu unterstützen. In der Korbacher Resolution steht:

/„Am 4. und 5. Mai 2013 haben sich in Korbach die unten aufgeführten
Anti-Fracking-Initiativen aus Deutschland zur stärkeren Vernetzung und
zum Erfahrungsaustausch getroffen./

/Folgende Forderungen richten wir an Bund, Länder und die Europäische
Union:/

* /Ein sofortiges ausnahmsloses Verbot sämtlicher Formen von Fracking
bei der Erforschung, Aufsuchung und Gewinnung fossiler
Energieträger. Dies ist unabhängig davon, ob die Rissbildung mit
oder ohne den Einsatz giftiger Chemikalien, hydraulisch oder
andersartig erzeugt wird./
* /Ein generelles Import- und Handelsverbot von „gefrackten“ fossilen
Energieträgern./
* /Ein generelles Verbot der Verpressung des Rückflusses oder der
untertägigen Ablagerung von Fluiden und Lagerstättenwässer./
* /Eine Novellierung des Bergrechts. Die höchsten Umweltstandards und
Beteiligungsrechte der Öffentlichkeit haben im Fokus der
Novellierung zu stehen./
* /Ein konsequentes Umsetzen der politisch beschlossenen Energiewende,
d.h. Abkehr von fossilen Brennstoffen, Ausbau der erneuerbaren
Energien und Steigerung der Energieeffizienz.“/

Fracking kann keinen sinnvollen Beitrag für eine verantwortbare Energiegewinnung der Zukunft liefern. Die Fraktion DIE LINKE hat einen konkreten Antrag zum Thema vorgelegt. Der Antrag „Verbot des Fracking in Deutschland“ (Drucksache 17/11328) wurde leider von den anderen Fraktionen (CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP) abgelehnt.

DIE LINKE ist die einzige Partei, die im Deutschen Bundestag immer ein grundsätzliches Verbot von Fracking gefordert hat.

Mit freundlichen Grüßen

Annette Groth