Andreas Lösche
Bündnis 90/Die Grünen
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Frage von Sascha W. •

Frage an Andreas Lösche von Sascha W. bezüglich Bildung und Erziehung

Wie kann es sein, dass eine Grundschule, die viele Pilotprojekte mit Bravour meisterte und deren Schüler jährlich beste Übertrittzeugnisse vorweisen konnten, über die Köpfe der Eltern hinweg einfach geschlossen wird - aus Kostengründen, weil insgesamt 1 Lehrkraft in der zuständigen (Haupt-)Grundschule fehlt? Parteiübergreifend wird propagiert, dass mehr Geld in Bildung investiert werden müsse, dass Sparmaßnahmen bei unseren Kindern fehlt am Platze sind. Statt dessen wird 6jährigen zugemutet, einen Schulweg von 15 km mit dem Bus zu absolvieren. Ist das nicht ein Armutzeugnis für Bayern bzw. unsere Region?
Herzlichst, S. Wagner

Antwort von
Bündnis 90/Die Grünen

In einer eMail vom 04.09.2008 17:14:01 Mitteleuropäische Sommerzeit schreibt
antwort@kandidatenwatch.de:

Wie kann es sein, dass eine Grundschule, die viele Pilotprojekte mit Bravour meisterte und deren Schüler jährlich beste Übertrittzeugnisse vorweisen konnten, über die Köpfe der Eltern hinweg einfach geschlossen wird - aus Kostengründen, weil insgesamt 1 Lehrkraft in der zuständigen (Haupt-)Grundschule fehlt? Parteiübergreifend wird propagiert, dass mehr Geld in Bildung investiert werden müsse, dass Sparmaßnahmen bei unseren Kindern fehlt am Platze sind. Statt dessen wird 6jährigen zugemutet, einen Schulweg von 15 km mit dem Bus zu absolvieren. Ist das nicht ein Armutzeugnis für Bayern bzw. unsere Region?
Herzlichst, S. Wagner

Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht, Herr Wagner. Als Vater dreier Kinder weiß ich, wovon Sie sprechen.

Das Grund- und Hauptschulsterben auf dem Lande ist ein bayernweites Problem, das nicht nur zu weiten Schulwegen für die Kinder führt. Eine Gemeinde ohne Schule verliert auch ihre Attraktivität für Familien, es kommt zu weniger Zuzügen, am Ende muss auch der Kindergarten schließen. Diese Sorgen teilt Wattendorf leider mit vielen Gemeinden in unserer Region.

Auch wenn es mehr kostet, die Bildung unserer Kinder sollte es uns wahrlich wert sein, müssen wir die Schule unbedingt im Dorf halten. Dazu brauchen wir dringend eine längere gemeinsame Schulzeit. In einem ersten Schritt stelle ich mir eine gemeinsame Schulzeit bis zur sechsten Klasse vor. Das hat man mittlerweile in ganz Europa kapiert, nur in Bayern stellt man sich stur.

Weiterhin muss der Schlüssel gesenkt werden. Das heißt, weniger Kinder pro Lehrkraft, was auch zu einer besseren Individualförderung der Kinder führt.

All dies ist machbar, leider aber fehlt der Staatsregierung der politische Wille und die bildungspolitische Kompetenz dazu. Unser wichtigstes Zukunftspotential, unsere Kinder, dürfen wir nicht länger derart vernachlässigen.

Es grüßt Sie herzlich aus Oberhaid,

Andreas Lösche