Wie möchte Bündnis 90/Die Grünen als Stimme für den Tierschutz glaubhaft bleiben?
Sehr geehrte Frau Franz,
mit großem Entsetzen habe ich gelesen, dass sich die Grünen in RLP für eine Reduzierung des Wildbestandes durch Jadg einsetzen (https://wahl-o-mat.de/rlp2026/). Wie wollen Sie eine glaubhafte Tierschutzpolitik betreiben, wenn Sie sich für die gewaltsame Endlosschleife stark machen, in der Tiere immer weiter aus ihrem natürlichen Lebensraum vertrieben und letztlich sogar getötet werden? Verweise auf eine ökologische Nachhaltigkeit und Waldschutz sind für mich nicht ausreichend, um die Grünen in RLP ernsthaft als Tierschutzpartei wahrzunehmen.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.
Sehr geehrte Frau Y.
danke für Ihre Frage. Ich liebe Tiere und aus diesem Grund ist mir eine ausführliche Antwort wichtig. Nur im gesunden Umfeld können sich alle Tiere gut entwickeln. Für uns GRÜNE gilt: Der Schutz von Natur, Wald und Tieren gehört zu den zentralen Grundlagen unserer Politik. Gerade deshalb beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage, wie unsere Wälder angesichts der Klimakrise erhalten werden können.
Unsere Wälder stehen heute unter enormem Druck. Hitze, Dürre, Stürme und Schädlinge haben in den vergangenen Jahren große Schäden verursacht. Damit neue Bäume nachwachsen können, braucht es eine natürliche Verjüngung mit verschiedenen Baumarten. In manchen Regionen wird diese Verjüngung jedoch durch zu hohen Wildverbiss stark beeinträchtigt. Deshalb gehört ein angepasstes Wildmanagement zu einer nachhaltigen Waldpolitik. Ziel ist dabei ausdrücklich kein „leer geschossener Wald“, sondern ein Gleichgewicht zwischen Wald und Wild.
Das neue Landesjagdgesetz (Link: https://opal.rlp.de/portal/vorgang/V-330011), das noch in Kraft treten wird, verfolgt genau dieses Ziel: Es soll den Schutz des nachwachsenden Waldes stärken und gleichzeitig den Tierschutz verbessern. So darf Jagd grundsätzlich nur aus einem „vernünftigen Grund“ erfolgen – etwa zur Vermeidung übermäßiger Wildschäden oder zur Erhaltung stabiler Wildpopulationen.
Zudem bleiben wichtige Tierschutzregeln wie der Schutz von Elterntieren während der Aufzuchtzeit erhalten.
Ich hoffe, dieser Weg ist verständlich.
Herzlich
Andrea Franz

