Alexander Alvaro
FDP

Frage an Alexander Alvaro von Urvare Raqrznaa bezüglich Wissenschaft, Forschung und Technologie

Sehr geehrter Herr Alvaro,

für meine Wahlentscheidungen ist auch wichtig, für welche Weltanschauungen bzw. Konfessionen sich die Kandidaten einsetzen.

Die größte Weltanschauungsgruppe in Deutschland sind nun seit einigen Jahren Konfessionsfreie (meist Humanisten, Atheisten, Agnostiker), ohne das sich das bei allen Parteien unmittelbar widerspiegelt.

Daher erbitte ich Ihre Stellungnahme, wie Sie als Europaabgeordneter mit dieser Tatsache umgehen wollen und wie Sie selbst sich weltanschaulich positionieren.

Die gleiche Frage habe ich anderen Kandidaten ebenfalls gestellt.

Ich danke für Ihre Antwort vorab.

Frage von Urvare Raqrznaa
Antwort von Alexander Alvaro
14. Mai 2009 - 13:13
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 2 Stunden

Sehr geehrter Herr Endemann,

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Liberale verteidigen die Glaubens- und Gewissensfreiheit. Die Freiheit, einen religiösen Glauben persönlich zu leben und öffentlich zu bekennen oder dies nicht zu tun, gehört zu den Grundsätzen der Liberalen. Die weltanschauliche Neutralität des Staates gegenüber den Glaubens- und Religionsgemeinschaften ist dabei nicht negativ-ausgrenzend zu verstehen, sondern im Sinne einer positiv-kooperativen und partnerschaftlichen Zuordnung. Liberale lehnen ein Modell ab, bei dem der Staat für sich in Anspruch nimmt, das weltanschauliche Klima der Öffentlichkeit zu bestimmen und festzulegen, was Religionen und Weltanschauungen in der Öffentlichkeit tun und sein dürfen, dabei aber selbst Züge einer Weltanschauung und Staatsideologie trägt. Das Ziel der Liberalen ist eine Gesellschaft, in der alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften friedlich, konstruktiv und mit gegenseitigem Respekt zusammenwirken. Wichtig ist hier, dass alle Vertreter miteinander reden und ihre Positionen in einem konstruktiven Dialog austauschen. Das Europäische Parlament trägt dem Rechnung und befürwortet den Dialog mit Vertretern von Weltanschauungen, die sich nicht als religiös verstehen, wie auch mit Oberhäuptern verschiedener Religionsgemeinschaften. Ich selbst bin der Meinung, dass vor allem Toleranz und Respekt vor der Glaubensüberzeugung des Anderen mit die wichtigsten Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander in Staat und Gesellschaft sind.

Mit freundlichen Grüßen,

Alexander Alvaro, MdEP