Wie positionieren sich die Kandidierenden zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 bei wichtigen politischen Themen? Der kandidierendencheck von abgeordnetenwatch zeigt, wo sich Parteien und Spitzenkandidat:innen unterscheiden – etwa beim Smartphone-Verbot an Schulen, beim Ausbau der Windenergie oder beim Einsatz KI-gestützter Überwachung.
Smartphones an Schulen verbieten? Kommunen beim Ausbau der Windenergie ein Vetorecht geben? Den Rundfunkstaatsvertrag kündigen? Und KI-gestützte Überwachungstechnik an Bahnhöfen einsetzen?
Zu diesen und weiteren Fragen haben wir die Direktkandidierenden zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 befragt. Insgesamt haben 67 Prozent der Kandidierenden ihre Positionen im kandidierendencheck veröffentlicht.
Die Auswertung zeigt: Bei einigen Themen verlaufen klare Trennlinien zwischen den Parteien, bei anderen gibt es auch innerhalb der Parteien unterschiedliche Positionen.
Besonders interessant ist der Blick auf die Spitzenkandidat:innen: Sven Schulze (CDU), Eva von Angern (Linke), Susan Sziborra-Seidlitz (Grüne), Armin Willingmann (SPD), Lydia Hüskens (FDP), Thomas Schulze und Claudia Wittig (beide BSW) haben am kandidierendencheck teilgenommen. Ulrich Siegmund (AfD) hat nicht teilgenommen.
Unsere Auswertung zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026
Beteiligung der Direktkandidierenden nach Partei
- CDU: 76 Prozent
- AfD: 27 Prozent
- Linke: 93 Prozent
- SPD: 85 Prozent
- Grüne: 78 Prozent
- FDP: 56 Prozent
- BSW: 70 Prozent
- Freie Wähler: 91 Prozent
Insgesamt haben 67 Prozent der Direktkandidierenden am kandidierendencheck teilgenommen.
Thema Bildung, Kinder und Jugendliche
These: Die private Nutzung von Smartphones soll an Schulen in Sachsen-Anhalt verboten werden.
Bei der Frage nach einem Smartphone-Verbot an Schulen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Parteien.
- CDU: 32 Prozent Zustimmung / 29 Prozent neutral / 39 Prozent Ablehnung
- AfD: 55 Prozent Zustimmung / 36 Prozent neutral / 9 Prozent Ablehnung
- Linke: 8 Prozent Zustimmung / 45 Prozent neutral / 47 Prozent Ablehnung
- SPD: 17 Prozent Zustimmung / 63 Prozent neutral / 20 Prozent Ablehnung
- Grüne: 9 Prozent Zustimmung / 9 Prozent neutral / 82 Prozent Ablehnung
- FDP: 4 Prozent Zustimmung / 9 Prozent neutral / 87 Prozent Ablehnung
- BSW: 53 Prozent Zustimmung / 21 Prozent neutral / 26 Prozent Ablehnung
Einordnung:
Spannenderweise gibt es zum Smartphone-Verbot an Schulen nur selten eine klare Parteilinie. Innerhalb der CDU zeigen sich dabei die größten Unterschiede. An diesem Beispiel zeigt sich, warum der kandidierendencheck so wertvoll ist: die Direktkandidierenden einer Partei unterscheiden sich teils deutlich voneinander. Nur auf abgeordnetenwatch lassen sich diese Unterschiede sichtbar machen und sind für die Wahlentscheidung für die Erststimme vergleichbar.
Positionen der Spitzenkandidat:innen
- Sven Schulze (CDU): Ablehnung
- Eva von Angern (Linke): Ablehnung
- Susan Sziborra-Seidlitz (Grüne): Ablehnung
- Armin Willingmann (SPD): Neutral
- Lydia Hüskens (FDP): Ablehnung
- Thomas Schulze (BSW): Neutral
- Claudia Wittig (BSW): Zustimmung
- Ulrich Siegmund (AfD): nicht teilgenommen
Thema: Energiepolitik
These: Beim Ausbau der Windenergie in Sachsen-Anhalt sollen betroffene Kommunen ein Vetorecht erhalten.
Der Ausbau der Windenergie ist auch im Landtagswahlkampf 2026 ein wichtiges Thema. Im kandidierendencheck haben wir deshalb gefragt, ob Kommunen künftig ein Vetorecht erhalten sollen.
- CDU: 68 Prozent Zustimmung / 19 Prozent neutral / 13 Prozent Ablehnung
- AfD: 100 Prozent Zustimmung
- Linke: 13 Prozent Zustimmung / 21 Prozent neutral / 66 Prozent Ablehnung
- SPD: 14 Prozent Zustimmung / 12 Prozent neutral / 74 Prozent Ablehnung
- Grüne: 3 Prozent Zustimmung / 6 Prozent neutral / 93 Prozent Ablehnung
- FDP: 48 Prozent Zustimmung / 13 Prozent neutral / 39 Prozent Ablehnung
- BSW: 95 Prozent Zustimmung / 5 Prozent neutral
Einordnung:
Bei dieser These sind die Parteilinien klarer erkennbar. Die AfD stimmt geschlossen für ein Vetorecht der Kommunen, während die Grünen nahezu vollständig dagegen stimmen. Innerhalb aller anderen Parteien, außer des BSW, gibt es Unterschiede im Antwortverhalten der einzelnen Direktkandidierenden.
Positionen der Spitzenkandidat:innen
- Sven Schulze (CDU): Zustimmung
- Eva von Angern (Linke): Neutral
- Susan Sziborra-Seidlitz (Grüne): Ablehnung
- Armin Willingmann (SPD): Ablehnung
- Lydia Hüskens (FDP): Ablehnung
- Thomas Schulze (BSW): Zustimmung
- Claudia Wittig (BSW): Zustimmung
- Ulrich Siegmund (AfD): nicht teilgenommen
kandidierendencheck Sachsen-Anhalt 2026: Finde heraus, wer zu dir passt
Der kandidierendencheck von abgeordnetenwatch ist eine kostenlose Online-Wahlhilfe zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026. Anders als viele Wahlhilfen richtet er den Blick insbesondere auf die Direktkandidierenden in deinem Wahlkreis.
Du kannst dich zu 21 Thesen positionieren – mit „stimme zu“, „lehne ab“ oder „neutral“ – und deine Antworten anschließend mit den Positionen der Kandidierenden vergleichen.
Nach Eingabe deiner Postleitzahl siehst du, mit welchen Direktkandidierenden in deinem Wahlkreis die größte inhaltliche Übereinstimmung besteht. So macht der kandidierendencheck politische Unterschiede sichtbar und hilft dir dabei, dich vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 über die Kandidierenden und ihre Positionen zu informieren.
Die Antworten der Kandidierenden sind transparent einsehbar und bleiben auch nach der Wahl öffentlich abrufbar.