Nach dem Mittagessen machen wir weiter mit unserer "Telefonaktion".
„Ich habe gesehen, dass Sie sich noch nicht eingeloggt haben. Haben Sie denn unsere E-Mails bekommen?“ - Wie oft ich diesen Satz in den letzten Wochen gesagt habe, ich weiß es nicht. Mit Sicherheit ein paar Hundertmal. Damit wirklich alle Kandidierenden über ihr Profil bei uns informiert sind und auch möglichst viele am Kandidierenden-Check teilnehmen, versuchen wir alle auch einmal telefonisch zu erreichen. In Bayern kandidieren 1.035 Menschen für die Erststimme, in Hessen 470. Nicht von allen haben wir Telefonnummern. Die große Mehrheit der "Kandis“ rufen wir mindestens zweimal, teilweise dreimal an, bis der Status ihres KCs in unserm System von "Keine Teilnahme“ auf "Abgeschickt“ umspringt. Damit haben meine Mitpraktikantin und ich alle Hände voll zu tun. Zum Glück unterstützen uns auch Alex, einer der Werkstudierenden, und unsere Teamleiterin.
Beim Telefonieren werfen Anna-Lena, die andere Praktikantin, und ich uns hin und wieder über unsere Schreibtische hinweg genervte Blicke zu. Das müssen wir aber meist nur, wenn zum 10. Mal in Folge der Anrufbeantworter angeht. Louiza hat wohl mitbekommen, dass es gerade nicht so läuft, und zaubert aus dem Hauswirtschaftsraum die Snack-Box hervor. Unsere Büroleitung versorgt uns regelmäßig mit Snack-Bestellungen, die für jede:n mit einem süßen Zahn etwas bereithalten. Nach ein paar Schokokeksen sieht die Welt wieder anders aus und wir telefonieren mit neuem Elan die Liste weiter ab.