
die weltweiten Klimademonstrationen lagen noch keine Woche zurück, da gab der Braunkohleriese Mibrag am Dienstag seine neue Personalie bekannt.
Neuer Aufsichtsratschef wird ausgerechnet Sachsens Ex-Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU).
Als Ministerpräsident hat sich Tillich immer wieder für die Kohleindustrie stark gemacht. Zuletzt war er außerdem Co-Vorsitzender der Kohlekommission – dem Gremium, welches für die Bundesregierung Vorschläge für den Kohleausstieg erarbeiten sollte. Kritiker werfen Tillich nun vor, dass er auch in der Kommission beim Kohleausstieg kräftig auf die Bremse getreten hat und sich seine kohlefreundliche Haltung nun versilbern lässt.
Das Erschreckende – Immer wieder kommt es vor, dass die Kohleindustrie viel Geld an aktive und ehemalige Politiker zahlt:
- Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende in NRW Gregor Golland kassierte bis zu 120.000 Euro im Jahr für einen Teilzeitjob beim Energieriesen RWE. Als Mitglied der Landesregierung war Golland dann mitverantwortlich für die umstrittene Räumung des Hambacher Forsts, in dem RWE Braunkohle abbauen wollte.
- Der frühere Unions-Fraktionschef Volker Kauder bekommt als Berater des Bergbaukonzerns Saxony Minerals & Exploration AG eine monatliche Überweisung zwischen 3.500 und 7.000 Euro.