Teilprivatisierung der HHLA

Mit der Abstimmung hat die Bürgerschaft den Weg für eine Teilprivatisierung der stadteigenen HHLA frei gemacht.

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Dafür gestimmt
60
Dagegen gestimmt
52
Enthalten
0
Nicht beteiligt
9
Abstimmungsverhalten von insgesamt 121 Abgeordneten.

Die Hamburger Hafen- und Logistik Aktiengesellschaft (HHLA) betreibt drei der vier Containerterminals in Hamburg (Altenwerder, Burchardkai und Tollerort) und strebt eine Verdoppelung der Kapazitäten ihrer Terminals an. Daneben will die HHLA ihre Geschäftsfelder weiter ausbauen. Insgesamt sind bis 2015 Investitionen von rund 1,4 Mrd. Euro vorgesehen. Ein wesentlicher Teil der Investitionssumme soll durch den Teilbörsengang zusammenkommen. Dabei sollen rund 30 Prozent des Grundkapitals voraussichtlich im Herbst 2007 an die Börse gehen. Die Aktienmehrheit will die Stadt Hamburg auf Dauer behalten.

Um die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen zu stärken, sollen Beschäftigte über ein Aktienprogramm am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden. Vollzeitbeschäftigte können nach erfolgtem Börsengang verbilligte Aktien erwerben.

Um die HHLA-Immobilien der Speicherstadt sowie den Fischmarkt von der Teilprivatisierung auszunehmen, sollen zwei verschiedene Aktien herausgebracht werden. Während die Hafen-Aktie an die Börse geht, sollen die Immobilien der Speicherstadt und der Fischmarkt nicht in den freien Verkauf gehen. Kritiker sehen in dieser Zweiteilung ein riskantes Unterfangen.

Die HHLA beschäftigt 4.000 Mitarbeiter und ist das größte Umschlagunternehmen im Hamburger Hafen mit einem Marktanteil am Containerumschlag von rund Zweidritteln

Foto: HHLA

Link zur Abstimmung (PDF-Format)
Teilbörsengang der Hamburger Hafen- und Logistik Aktiengesellschaft (HHLA)

Kommentare

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Die Praxis überwiegend privatwirtschaftlich organisierter Strukturunternehmen kann jeder in den Ländern Latein- und Zentralamerikas betrachten und studieren.

Die gesellschaftlichen Zustände dort, sind die Konsequenzen einer fundamentalistischen Entsolidarisierung einer Gesellschaft. Die Maximierung der privaten Gewinnerträge bedingen nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren den totalen Niedergang einer funktionierenden Volkswirtschaft zu Gunsten von totalitären und autokratisch verfassten Feudalsystemen.

Die Anlage der Hamburger Senatspolitik, deren Focus primär auf dem Aufbau von Repräsentationsobjekten im Sinne neo-feudaler Selbstdarstellung liegt und die parallel dazu die Entwicklung zur gesellschaftlichen Dualisierung in Herrschafts- und Domestikenschicht betreibt, sollte inzwischen selbst dem naiven und gutgläubigen Mitbürgern auffallen.

Die Privatisierung der HHLA ist ein weiterer Schritt auf dem Wege in dieses Neue Hamburg.

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Wer von dieser Gesellschaft noch Solidarisierung oder Abbau des Gefälles zwischen ",Herrschafts- und Domestikenschicht ", erwartet oder dieses beklagt lebt auf einem fremden Stern.
Gerade Hamburg ist dafür der beste Beweis mit der grössten Zahl von Multimillionären Deutschlands.
Warum sollte der Börsengang der HHLA dabei eine Ausnahme machen. Die Gewinner werden auf jeden Fall nicht die Kleinanleger sein. Sie sind nur das schmückende Beiwerk.

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