Änderung des Stammzellgesetzes

6 Feb 2008

Mit 346 Ja-Stimmen hat der Bundestag der umstrittenen Änderung des Stammzellgesetzes zugestimmt. Die große Mehrheit der SPD- und FDP-Parlamentarier stimmte dafür, die Union sowie die Linksfraktion votierten mehrheitlich knapp, die Grünen fast geschlossen dagegen.

Weiterlesen

Dafür gestimmt
346
Dagegen gestimmt
227
Enthalten
6
Nicht beteiligt
32
Abstimmungsverhalten von insgesamt 611 Abgeordneten.

Ergebnisse filtern

Anwenden Schließen
NameFraktionWahlkreisStimmverhalten

Alle Abstimmungen des Parlamentes

19.05.2006
29.06.2006
30.06.2006
02.02.2007
09.03.2007
Rente mit 67 Zur Abstimmung Ja 407 Nein 169
25.05.2007
21.06.2007
22.06.2007
12.09.2007
09.11.2007
16.11.2007
14.12.2007
24.04.2008
30.05.2008
05.06.2008
17.10.2008
12.11.2008
BKA-Gesetz Zur Abstimmung Ja 374 Nein 168
26.11.2008
28.11.2008
Haushalt 2009 Zur Abstimmung Ja 387 Nein 138
04.12.2008
19.12.2008
20.03.2009
29.05.2009
Schuldenbremse Zur Abstimmung Ja 417 Nein 109
02.07.2009
03.07.2009

Kommentare

Es ist zu früh!

Die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts war von einem Technologieglauben geprägt, der der Menschheit Glauben machte, daß sie die Natur und das Leben verstehen und beherrschen kann.
Aber in den dunkelsten WInkeln der Labore der Physiker und anderer Wissenschaftler fanden Zustände der Verwirrung statt. Das Paradoxe, was die Wissenschaftler da sahen, konnte doch nicht sein, stieß sämtliche physikalische Erkenntnisse um.
Ich verstehe den Forschungsimpuls am menschlichen Leben - aber er ist zu früh.....wenn wir noch nicht einmal unsere Umwelt verstehen.

Die Forschungsfreiheit und die möglichen Chancen in der Bekämpfung von Krankheiten sind m.E. höherrangig als bloß religiös motivierte Bedenken oder unbestimmte Ängste. Mich erinnert das an den Widerstand gegen Impfungen und gegen operative Eingriffe in den menschlichen Körper.

Sehr geehrter Herr Dr. Gysi,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich verstehe sie so, daß ",moralisch-ethische Bedenken", oder nicht sich offensichtlich in konstantem Abstimmungsverhalten niederschlagen müssen. Ich begrüße Ihre Absichten hinsichtlich der Freiheit der Frau zum Schwangerschaftsabbruch.
Die moralisch-ethischen Bedenken beziehen sich auf das schützenswerte individuelle ungeborene Leben. Meine Intention war jedoch eine andere. Mit Blick auf die negativen Elemente von Forschung in der Vergangenheit und Gegenwart (siehe mein aktueller Kommentar) und mit Blick auf einen natürlichen Respekt vor der Vielfalt des Lebens, der mir innewohnt, entstanden gerade meine Bedenken. Ich wundere mich etwas, daß dies m.W. kaum Gegenstand der Diskussionen ist?!

Mit freundlichen Grüßen
Petra Merkel

Meiner Meinung überwiegen die Chancen, die diese Forschung für uns und unsere Nachkommen bedeuten kann, die eventuellen ethischen Bedenken. Wir greifen ständig in die Natur ein, z. B. bei der Krebsbekämpfung oder beim Schwangerschaftsabbruch. Warum ist es zu früh? Wann soll den der richtige Zeitpunkt kommen? Es gibt Menschen die krank sind und deren einzige Chance auf Gesundheit aus dieser Forschung entstehen könnte. Ist es ethisch oder humanistisch diesen Menschen dies zu verweigern?

Ihre Bemerkung, Herr Professor, ist enttäuschend populistisch, ignorant und abfällig gegenüber religiös motivierten Bedenken und menschlichen Ängsten.
Nun zu meinen Intentionen und den Fakten:
Wie funktioniert der Wissenschaftsbetrieb? Wie jede Organisation mit eben auch negativen Elementen wie:
- Forschungsklau (Otto Hahn/Lise Meitner)
- Datenfälschung (elektromagnetische Strahlung von Handy´s)
- ökonomischer und statusbedingter Ergebnisdruck mit der Folge ungenügender Evaluation (zugelassene Medikamente müssen wieder vom Markt genommen werden)
- Neid, Missgunst, Lobbyismus etc. (nicht das Beste siegt, sondern das am Besten verkaufte)
- verschleierte Zweckbestimmung von Auftragsforschung (ganz beliebt beim Militär, und tatsächlich ist mir mal einer begegnet, der sich daraufhin aus dieser Forschung zurückgezogen hat)
- mangelnde Offenheit oder Ignoranz gegenüber anderen Ideen oder anderen Disziplinen aus Angst vor Verlust von Status und Anerkennung (hier mal ein positives Bsp. das Matheum) und daraus folgend auch mangelnde Selbstreflektion und Selbstkritik
- und letztlich der Glaube an die eigene Unfehlbarkeit

Was bedeutet also die gewünschte Forschungsfreiheit? Der Wunsch nach Abschaffung von Kontrolle und Regeln für Forschende? Das ist nicht akzeptabel auf Gebieten die derart wesentlich in das menschliche Leben eingreifen. Und die Stammzellenforschung hat auch nichts zu tun mit Impfungen oder operative Eingriffe, wo ",nur", individuelle menschliche Leben betroffen sind.

Ich stehe für die Vielfalt des menschlichen Lebens und menschlicher Konzepte, denn dies ist die Basis der Arterhaltungskompetenz des Menschen.

Meine Bedenken sind daher humanistisch orientiert mit einem Schuss fundiertem MIsstrauen gegenüber dem Wissenschaftsbetrieb.

Neuen Kommentar schreiben

To prevent automated spam submissions leave this field empty.
Logo für Vielfalt, Weltoffenheit und Toleranz von abgeordnetenwatch.de

Dieses Logo steht für Vielfalt, Weltoffenheit und Toleranz. abgeordnetenwatch.de setzt sich durch Bürgerbeteiligung und Transparenz für eine selbstbestimmte Gesellschaft ein, in der jede:r gleich viel wert ist. Diese Haltung spiegelt sich neben unserem Codex für die Moderation von Anfragen auch in unserem Sozial-, Umwelt- und Gleichstellungsprofil wider.