AGH-Wahlen Berlin 2026

Wahlhilfen Abgeordnetenhaus-Wahlen Berlin 2026: Welche Wahlhilfe passt zu mir?

Welche Partei passt zu meinen politischen Positionen? Wer kandidiert eigentlich in meinem Wahlkreis? Und was sagen die Kandidat:innen zu den Themen, die mir wichtig sind?

von ‎ abgeordnetenwatch, 28.08.2026

Am 20. September 2026 wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Wer sich vor der Wahl informieren möchte, kann dafür verschiedene digitale Wahlhilfen nutzen. Einige vergleichen die eigenen Positionen mit Parteien, andere konzentrieren sich auf die Direktkandidierenden im eigenen Wahlkreis oder helfen dabei, Wahlprogramme gezielt zu durchsuchen.

Wir stellen zehn Wahlhilfen zur Berlin-Wahl 2026 vor und zeigen, welches Angebot sich für welche Fragen eignet.

kandidierendencheck: Welche Direktkandidierenden passen zu mir?

Mit dem kandidierendencheck von abgeordnetenwatch kannst du deine politischen Positionen direkt mit denen der Kandidierenden aus deinem Wahlkreis vergleichen.

Dafür beantwortest du Thesen zu aktuellen Themen der Berliner Landespolitik. Auch die teilnehmenden Kandidierenden haben sich dazu positioniert. Anschließend kannst du sehen, bei welchen Themen ihr übereinstimmt und wo es Unterschiede gibt.

Der kandidierendencheck eignet sich besonders, wenn du noch nicht weißt, wem du bei der Berlin-Wahl deine Erststimme geben möchtest. Denn mit der Erststimme entscheidest du darüber, welche Person deinen Wahlkreis direkt im Abgeordnetenhaus vertreten soll.

Zum kandidierendencheck

Unser Wahlportal: Kandidat:innen kennenlernen und direkt Fragen stellen

Du möchtest mehr über eine:n Kandidierende:n erfahren? Über das Frageportal von abgeordnetenwatch kannst du den Direktkandidierenden in deinem Wahlkreis öffentlich Fragen stellen – zum Beispiel zu ihren politischen Zielen, konkreten Vorhaben oder Themen, die dir persönlich wichtig sind.

Was will der oder die Kandidierende aus deinem Wahlkreis beim Thema Bildung verändern? Wie stehen die Kandidierenden zum Ausbau von Radwegen? Oder wie wollen sie für mehr politische Transparenz sorgen?

Auf abgeordnetenwatch kannst du solche Fragen öffentlich stellen. Sobald die Kandidat:innen antworten, sind ihre Antworten für alle einsehbar. Das Wahlportal ist besonders hilfreich, wenn du zu einer Person nur wenige Informationen findest oder bei bestimmten Positionen genauer nachfragen möchtest.

Zum Wahlportal

Wahl-O-Mat: Welche Partei passt zu mir?

Der Wahl-O-Mat gehört zu den bekanntesten digitalen Wahlhilfen in Deutschland. Seit 2002 können Wähler:innen politische Thesen bewerten und anschließend vergleichen, welche Parteien ihren eigenen Positionen am nächsten stehen.

Im Unterschied zum kandidierendencheck geht es hier nicht um einzelne Direktkandidierende, sondern um Parteien. Herausgegeben wird das Angebot von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.

Der Wahl-O-Mat ist besonders hilfreich, wenn du noch unsicher bist, welcher Partei du deine Zweitstimme geben möchtest.

Party-Check: Parteien wissenschaftlich vergleichen

Auch der Party-Check zeigt, welche Parteien den eigenen politischen Positionen am nächsten stehen. Der Ansatz unterscheidet sich jedoch vom Wahl-O-Mat: Die Positionen der Parteien beruhen nicht auf Selbstauskünften der Parteien, sondern auf Einschätzungen von Politikwissenschaftler:innen.

Nutzer:innen können sich zu politischen Fragen auf einer Skala positionieren und einzelne Themen unterschiedlich gewichten. Dadurch lässt sich genauer abbilden, wie stark man einer Aussage zustimmt oder sie ablehnt.

Für die Berliner Wahl steht das Angebot auch auf Englisch und Türkisch zur Verfügung.

NABU Berlin Wahl-Check: Umwelt- und Naturschutz unter der Lupe

Wenn Natur- und Umweltschutz für deine Wahlentscheidung besonders wichtig sind, kannst du dir den Wahl-Check des NABU Berlin ansehen.

Das Angebot stellt die Positionen von CDU, SPD, Grünen und Linken zu 20 Fragen der Berliner Umweltpolitik gegenüber. Dabei geht es unter anderem um Flächenschutz, Verkehr, Stadtnatur und Artenvielfalt. Die AfD wurde vom NABU Berlin nicht einbezogen, da ihre politischen Positionen nach Angaben des Verbands dessen demokratischen Werten grundsätzlich widersprechen.

Sozial-O-Mat: Soziale Themen im Fokus

Beim Sozial-O-Mat zur Berlin-Wahl 2026 stehen sozialpolitische Fragen im Mittelpunkt. Dazu gehören unter anderem Wohnen, Gesundheit und Pflege, Armut und gesellschaftliche Teilhabe, Zuwanderung und Integration sowie Kinder und Jugendliche.

Du beantwortest politische Thesen und kannst deine Positionen anschließend mit den Antworten der teilnehmenden Parteien vergleichen. Der Sozial-O-Mat wird vom Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz angeboten.

Wenn soziale Themen für deine Wahlentscheidung besonders wichtig sind, bietet der Sozial-O-Mat damit einen gezielteren Vergleich als viele allgemeinere Wahlhilfen.

Real-O-Mat: Wie haben die Parteien tatsächlich gehandelt?

Der Real-O-Mat blickt nicht in die Wahlprogramme für die kommende Wahl, sondern zurück auf die vergangene Legislaturperiode.

Du positionierst dich zu politischen Forderungen und vergleichst deine Antworten anschließend mit dem tatsächlichen Abstimmungsverhalten der Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus.

Das Tool ist besonders interessant, wenn du wissen möchtest, wie Parteien in der parlamentarischen Praxis gehandelt haben. 

Der WahlSwiper: Per Swipe Parteien vergleichen

Der WahlSwiper setzt auf eine besonders einfache und spielerische Bedienung. Ähnlich wie bei einer Dating-App beantwortest du politische Fragen mit einem Wisch nach links oder rechts.

Anschließend zeigt die Wahlhilfe, wie stark deine Antworten mit denen der Parteien übereinstimmen. Das Angebot ist auch für die Berlin-Wahl 2026 verfügbar.

Der WahlSwiper eignet sich damit besonders für einen schnellen und niedrigschwelligen Einstieg in die politischen Themen der Abgeordnetenhauswahl.

wahl.chat: Wahlprogramme mit KI erforschen

Bei wahl.chat bist du nicht auf vorgegebene Thesen angewiesen. Stattdessen kannst du selbst Fragen zu den politischen Positionen der Parteien stellen und verschiedene Parteien miteinander vergleichen.

Das KI-gestützte Tool nutzt unter anderem die Wahlprogramme der Parteien als Quellen. Gerade wenn du eine konkrete Frage hast, kann das eine schnelle Möglichkeit sein, relevante Positionen zu finden.

Bei KI-generierten Antworten lohnt es sich, wichtige Aussagen anhand der angegebenen Quellen zu überprüfen.

Tagesspiegel Chatbot: Frage die Wahlprogramme

Auch der Tagesspiegel bietet zur Berlin-Wahl eine KI-gestützte Website an, mit der sich die Wahlprogramme durchsuchen lassen. Du kannst beispielsweise fragen, was die Parteien gegen steigende Mieten unternehmen wollen oder welche Pläne sie für Schulen und Verkehr haben.

Das Tool sucht passende Stellen in den hinterlegten Wahlprogrammen und stellt die Positionen der Parteien nebeneinander. Damit eignet sich das Angebot besonders für alle, die konkrete Fragen an die Berliner Wahlprogramme haben und nicht mehrere Programme selbst durchsuchen möchten.

Allerdings sollten auch hier die Antworten mit Quellen überprüft werden. 

Welche Wahlhilfe passt zu mir?

Zehn Wahlhilfen, aber ganz unterschiedliche Ansätze: Welche davon für dich am hilfreichsten ist, hängt vor allem davon ab, was du vor der Wahl herausfinden möchtest.

Wenn du wissen möchtest, welche Partei deinen politischen Positionen am nächsten steht, kannst du beispielsweise Wahl-O-Mat, Party-Check oder WahlSwiper nutzen. Interessiert dich dagegen, wie Parteien in der vergangenen Legislaturperiode tatsächlich abgestimmt haben, bietet der Real-O-Mat eine andere Perspektive.

Wenn du noch unsicher bist, welche Direktkandidatin oder welchen Direktkandidaten du mit deiner Erststimme wählen möchtest, hilft dir der kandidierendencheck von abgeordnetenwatch. Über das Frageportal kannst du den Kandidierenden außerdem direkt deine eigenen Fragen stellen.

Für bestimmte Themen gibt es spezialisierte Angebote: Der Sozial-O-Mat konzentriert sich auf soziale Fragen, der NABU Berlin Wahl-Check auf Natur- und Umweltschutz.

Keine dieser Wahlhilfen kann dir die Wahlentscheidung abnehmen. Sie können aber dabei helfen, Positionen zu vergleichen, Unterschiede zu erkennen und offene Fragen zu beantworten. So kannst du dich vor der Berlin-Wahl am 20. September 2026 möglichst umfassend informieren und deine eigene Entscheidung treffen.

 

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