die Spitzenkandidierenden zur Landtagswahl 2026 in Rheinland-Pfalz
kandidierendencheck Rheinland-Pfalz 2026

Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026: kandidierendencheck macht Positionen und Unterschiede sichtbar

Der kandidierendencheck von abgeordnetenwatch zeigt transparent, wie sich die Direktkandidierenden zur Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026 zu zentralen Themen positionieren – und wo ihre Standpunkte auseinandergehen. Bereits 81 Prozent der 404 Kandidierenden sowie alle Spitzenkandidierende haben zu den 17 Thesen Stellung bezogen. Die Auswertung macht dabei klare Unterschiede zwischen den Kandidierenden, aber auch innerhalb der Parteien sichtbar.

von Alexander Kukuk und Anne Hoppe, 11.03.2026

Soll das Wahlalter bei der Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026 auf 16 Jahre gesenkt werden? Soll das Lobbyregister verschärft werden? Und soll Bauen in Hochwasserrisikogebieten künftig verboten sein?

Zu diesen und 14 weiteren politischen Kernfragen des Wahlkampfs hat abgeordnetenwatch die 404 Direktkandidierenden aus den 52 Wahlkreisen zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz befragt. 328 Kandidierende haben bereits ihre Positionen zu zentralen Wahlkampfthemen veröffentlicht – mit klaren Antworten: dafür, dagegen oder neutral.

Die Auswertung des kandidierendenchecks zur Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026 zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Parteien und ihren Wahlprogrammen, aber auch Konfliktlinien innerhalb der aktuellen Regierungskoalition. Ein Blick auf die Spitzenkandidierenden der Parteien zeigt zudem: Sie stimmen besonders häufig mit der offiziellen Parteilinie im Wahlkampf überein – deutlich stärker als zuletzt bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg.

Hier unsere Auswertung: 

Beteiligung der Direktkandidierenden nach Parteizugehörigkeit: 

  • Linke: 94 Prozent
  • Volt: 94 Prozent
  • Grüne: 92 Prozent
  • SPD: 92 Prozent
  • BSW: 85 Prozent
  • CDU: 81 Prozent
  • Freie Wähler: 77 Prozent
  • FDP: 71 Prozent
  • AfD: 46 Prozent

 

Thema Bildung, Kinder und Jugendliche

These 1: Schulen in Rheinland-Pfalz sollen angehalten werden, Jugendoffiziere der Bundeswehr einzuladen.

  • CDU und AfD: nahezu geschlossene Zustimmung
  • Linke: geschlossene Ablehnung (eine neutrale Stimme)
  • Grüne: 15 Prozent neutral, 7 Prozent Zustimmung, 78 Prozent Ablehnung
  • SPD und Volt: keine einheitliche Linie, überwiegend neutral

Bei dieser Frage zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Grünen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Während sich 70 Prozent der Grünen-Direktkandidierenden in Baden-Württemberg neutral positionieren, sprechen sich 78 Prozent der Grünen-Kandidierenden zur Landtagswahl Rheinland-Pfalz klar gegen Bundeswehrbesuche an Schulen aus.

Auch innerhalb der aktuellen Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP gehen die Meinungen auseinander: Die Spitzenkandidierenden der drei Parteien vertreten in dieser Wahlkampffrage unterschiedliche Positionen.

 

Positionierung der Spitzenkandidierenden zu den Thesen des kandidierendenchecks

 

Spitzenkandidierende: 

Alexander Schweitzer (SPD): Neutral

Gordon Schnieder (CDU): Zustimmung

Jan Bollinger (AfD): Zustimmung

Katrin Eder (Grüne): Ablehnung

Rebecca Ruppert (Linke): Ablehnung

Daniela Schmitt (FDP): Zustimmung

 

These 2: Die private Nutzung von Smartphones soll an Schulen in Rheinland-Pfalz grundsätzlich verboten werden.

  • etwas Streuung in allen Parteien, weniger klare Parteilinie
  • Grüne mit 80 Prozent dagegen, bei der CDU 83 Prozent dafür, SPD 88 Prozent Ablehnung
  • Linke und FDP auch mehrheitlich dagegen
  • Freie Wähler jeweils ein Drittel Zustimmung, Ablehnung, neutral

 

Positionierung der Spitzenkandidierenden zu den Thesen des kandidierendenchecks

 

Spitzenkandidierende: 

Alexander Schweitzer (SPD): Ablehnung

Gordon Schnieder (CDU): Zustimmung

Jan Bollinger (AfD): Neutral

Katrin Eder (Grüne): Ablehnung

Rebecca Ruppert (Linke): Ablehnung

Daniela Schmitt (FDP): Ablehnung

 

These 3: Rheinland-Pfalz soll allen Schüler:innen ein kostenloses Deutschlandticket anbieten. 

  • sehr starke parteiübergreifende Zustimmung
  • CDU mit 86 Prozent Zustimmung
  • bei der SPD lehnen 69 Prozent ab
  • stärkere Ablehnung nur bei der AfD, bei der 75 Prozent ablehnen

     

Positionierung der Spitzenkandidierenden zu den Thesen des kandidierendenchecks


 

Spitzenkandidierende: 

Alexander Schweitzer (SPD): Ablehnung

Gordon Schnieder (CDU): Zustimmung

Jan Bollinger (AfD): Ablehnung

Katrin Eder (Grüne): Zustimmung

Rebecca Ruppert (Linke): Zustimmung

Daniela Schmitt (FDP): Ablehnung

 

Thema Inneres und Sicherheit

These 4: Geflüchtete sollen weiterhin vorwiegend in Sammelunterkünften statt in regulären Wohnungen untergebracht werden.

  • BSW unentschieden bei der These
  • CDU überwiegend dafür (85 Prozent), die AfD geschlossen
  • auch SPD (73 Prozent) und Freie Wähler (52 Prozent) mehrheitlich dafür
  • FDP mit 49 Prozent dagegen, Linke und Grüne fast vollständig dagegen

Hinweis: Die Linke Spitzenkandidatin positionierte sich zunächst anders als der Rest ihrer Partei für eine Unterbringung in Sammelunterkünften. Nach dem Hinweis, dass diese Angabe ein Versehen war, haben wir Position im kandidierendencheck korrgiert.

 

Positionierung der Spitzenkandidierenden zu den Thesen des kandidierendenchecks



 

Spitzenkandidierende:

Alexander Schweitzer (SPD): Zustimmung

Gordon Schnieder (CDU): Zustimmung

Jan Bollinger (AfD): Zustimmung

Katrin Eder (Grüne): Ablehnung

Rebecca Ruppert (Linke): Ablehnung (vorherige Position: Zustimmung)

Daniela Schmitt (FDP): Ablehnung

 

These 5: Die zukünftige Landesregierung soll sich aktiv für den dauerhaften Erhalt der US-Militärstützpunkte wie Ramstein einsetzen.

  • AfD überwiegend dafür, ein Drittel positioniert sich neutral, zwei Personen lehnen ab
  • BSW geschlossen dagegen, auch die Linke bis auf zwei neutrale Positionen geschlossene Ablehnung
  • CDU und SPD mit fast vollständiger Zustimmung, FDP auch überwiegend dafür
  • Grüne Kandidierende positionieren sich zu 73 Prozent neutral

     

Positionierung der Spitzenkandidierenden zu den Thesen des kandidierendenchecks


 

Spitzenkandidierende:

Alexander Schweitzer (SPD): Zustimmung

Gordon Schnieder (CDU): Zustimmung

Jan Bollinger (AfD): Zustimmung

Katrin Eder (Grüne): Neutral

Rebecca Ruppert (Linke): Ablehnung

Daniela Schmitt (FDP): Zustimmung

 

Demokratie und Transparenz:

These 6: Die zukünftige Landesregierung soll sich im Bundesrat für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahren einsetzen.

  • Neben der AfD auch das BSW fast geschlossen dagegen
  • CDU 79 Prozent Ablehnung, FDP 51 Prozent und einige neutral
  • Freie Wähler 41 Prozent neutral, ähnlich viele dagegen und ein paar stimmen zu
  • bei den restlichen Parteien sehr starke Zustimmung

 

Positionierung der Spitzenkandidierenden zu den Thesen des kandidierendenchecks

 

Spitzenkandidierende:

Alexander Schweitzer (SPD): Zustimmung

Gordon Schnieder (CDU): Ablehnung

Jan Bollinger (AfD): Ablehnung

Katrin Eder (Grüne): Zustimmung

Rebecca Ruppert (Linke): Zustimmung

Daniela Schmitt (FDP): Neutral

 

These 7: Treffen von Abgeordneten mit Lobby-Akteuren sollen im Lobbyregister von Rheinland-Pfalz veröffentlicht werden müssen.

  • bei den meisten Parteien hundertprozentige Zustimmung!
  • CDU: nur 10 Prozent Zustimmung, 64 Prozent Ablehnung und 26 Prozent neutral
  • FDP: 38 Prozent Zustimmung, 35 Prozent Ablehnung, 27 Prozent neutral
  • AfD und Freie Wähler jeweils eine Person, die nicht zustimmt, bei der SPD sind drei neutral

Knapp 80 Prozent der Direktkandidierenden sind für mehr Lobbytransparenz. Nur Kandidierende der CDU und der FDP sind dagegen.

 

Positionierung der Spitzenkandidierenden zu den Thesen des kandidierendenchecks

 

Spitzenkandidierende:

Alexander Schweitzer (SPD): Zustimmung

Gordon Schnieder (CDU): Ablehnung

Jan Bollinger (AfD): Zustimmung

Katrin Eder (Grüne): Zustimmung

Rebecca Ruppert (Linke): Zustimmung

Daniela Schmitt (FDP): Ablehnung


Vergleich der Spitzenkandidierenden

Häufigkeit neutraler Positionierungen: 

  • Alexander Schweitzer (SPD): 2
  • Gordon Schnieder (CDU): 0
  • Jan Bollinger (AfD): 2
  • Katrin Eder (Grüne): 1
  • Rebecca Ruppert (Linke): 0
  • Daniela Schmitt (FDP): 4
     

Übereinstimmung mit dem jeweiligen Parteidurchschnitt

  • Alexander Schweitzer (SPD): 15/15 Thesen
  • Gordon Schnieder (CDU): 15/15 Thesen
  • Jan Bollinger (AfD): 13/15 Thesen
  • Katrin Eder (Grüne): 15/15 Thesen
  • Rebecca Ruppert (Linke): 13/15 Thesen
  • Daniela Schmitt (FDP): 10/15 Thesen

 

kandidierendencheck - Wähle weise in Rheinland-Pfalz. 

Der kandidierendencheck von abgeordnetenwatch ist eine kostenlose Online-Wahlhilfe zur Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026 – ähnlich einem Erststimmen Wahl-O-Mat für Rheinland-Pfalz. Wähler:innen können zu 17 politischen Thesen ihre Position angeben („stimme zu“, „lehne ab“, „neutral“) und ihre Antworten mit denen der Direktkandidierenden im eigenen Wahlkreis vergleichen.

Nach Eingabe der Postleitzahl zeigt die Auswertung, mit welchen Kandidierenden und Parteien die größte inhaltliche Übereinstimmung besteht. Die Thesen greifen zentrale Themen des Wahlkampfs und der Landespolitik in Rheinland-Pfalz auf und machen Unterschiede zwischen den Wahlprogrammen und politischen Positionen innerhalb der Parteien sichtbar. Alle Angaben der Kandidierenden zur Landtagswahl sind transparent einsehbar und bleiben auch nach der Wahl öffentlich abrufbar.

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