Die Spitzenkandidierenden zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026
kandidierendencheck Baden-Württemberg 2026

Die Spitzenkandidierenden im Check: Wer folgt der Parteilinie, wer setzt eigene Akzente?

Der kandidierendencheck von abgeordnetenwatch macht sichtbar, wie sich Direktkandidierende zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 konkret positionieren und wo sie sich unterscheiden. Bisher haben 81 Prozent der 571 Kandidierenden haben zu 15 zentralen politischen Thesen Stellung bezogen. Dabei offenbaren sich deutliche Unterschiede. 

von Alexander Kukuk, 24.02.2026

Soll die Mietpreisbremse in Baden-Württemberg ausgeweitet werden? Sollen Schulen in Baden-Württemberg angehalten werden, Jugendoffiziere der Bundeswehr einzuladen? Diese und dreizehn weitere Fragen rund um die Ausrichtung der zukünftigen Landespolitik haben bisher 81 Prozent der 571 Direktkandidierenden in Baden-Württemberg im kandidierendencheck von abgeordnetenwatch beantwortet. Wähler:innen können sich mit Hilfe des Tools direkt mit ihren Kandidierenden in den Wahlkreisen vergleichen.

Unsere Auswertung der Antworten zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Parteien, aber auch bemerkenswerte Unterschiede innerhalb einzelner Parteien. Besonders auffällig: Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) positioniert sich bei mehreren zentralen Fragen neutral, teilweise abweichend von der Mehrheitslinie seiner Partei. Manuel Hagel (CDU) hingegen liegt in zentralen Punkten klar auf Parteilinie. 

Hier unsere Auswertung: 

Beteiligung der Direktkandidierenden nach Parteizugehörigkeit: 

  • Grüne: 97 Prozent
  • SPD: 94 Prozent
  • Volt: 93 Prozent
  • Linke: 89 Prozent
  • CDU: 83 Prozent
  • BSW: 77 Prozent
  • Freie Wähler: 80 Prozent
  • FDP: 79 Prozent
  • AfD: 60 Prozent

 

These 1: Schulen in Baden-Württemberg sollen angehalten werden, Jugendoffiziere der Bundeswehr einzuladen.

  • CDU und AfD: nahezu geschlossene Zustimmung
  • Linke: Ablehnung
  • Grüne: 74 Prozent neutral, 16 Prozent Ablehnung, 10 Prozent Zustimmung
  • SPD und Volt: keine einheitliche Linie

     

These 1 BW

 

  • Spitzenkandidierende: 

Özdemir (Grüne): Neutral

Hagel (CDU): Zustimmung

Stoch (SPD): Zustimmung

Rülke (FDP): Zustimmung

Bohnen, Vollmer und Ghazaei (Linke): Ablehnung 

 

These 2: Der Einsatz automatischer Gesichtserkennung an öffentlichen Orten wie Bahnhöfen soll flächendeckend ausgebaut werden.

  • CDU: nahezu geschlossene Zustimmung
  • FDP: gemischtes Bild, einige Zustimmungen und neutrale Positionen, keine vollständige Ablehnung

Cem Özdemir (Grüne) positioniert sich neutral, seine Partei lehnt mehrheitlich ab. Manuel Hagel (CDU) stimmt zu und ist damit auf Parteilinie. Andreas Stoch (SPD) lehnt ab. Hans-Ulrich Rülke (FDP) lehnt ebenfalls ab.

 

 

  • Spitzenkandidierende:

Özdemir (Grüne): Neutral (Partei mehrheitlich ablehnend)

Hagel (CDU): Zustimmung

Stoch (SPD): Ablehnung

Rülke (FDP): Ablehnung

Bohnen, Vollmer und Ghazaei (Linke): Ablehnung

 

These 3: Geflüchtete sollen weiterhin vorwiegend in Sammelunterkünften statt in regulären Wohnungen untergebracht werden.

  • CDU: 79 Prozent Zustimmung
  • Freie Wähler: 69 Prozent Zustimmung
  • Grüne: 62 Prozent Ablehnung
  • SPD: mehrheitlich Ablehnung

     

 

  • Spitzenkandidierende:

Özdemir (Grüne): Neutral 

Hagel (CDU): Zustimmung

Stoch (SPD): Neutral

Rülke (FDP): Zustimmung 

Bohnen, Vollmer und Ghazaei (Linke): Ablehnung

 

Sozial- und Wohnungspolitik: 

These 4: Die Mietpreisbremse in Baden-Württemberg soll ausgeweitet werden.

  • Mehrheitliche Zustimmung bei Grünen, SPD, Linke
  • AfD und FDP Ablehnung
  • CDU: 52 Prozent Zustimmung, 36 Prozent Ablehnung - ein deutliches internes Spannungsfeld.

     

 

  • Spitzenkandidierende:

Özdemir (Grüne): Zustimmung

Hagel (CDU): Zustimmung

Stoch (SPD): Zustimmung

Rülke (FDP): Ablehnung

Bohnen, Vollmer und Ghazaei (Linke): Zustimmung

 

Industrie- und Wirtschaftspolitik: 

These 5: Das Land Baden-Württemberg soll den Abschied der Automobilindustrie vom Verbrennungsmotor fördern.

  • Grüne, SPD, Linke, Volt: nahezu geschlossene Zustimmung
  • CDU und FDP: mehrheitlich Ablehnung

     

 

  • Spitzenkandidierende: 

Özdemir (Grüne): Neutral (93 Prozent Zustimmung der Grünen Kandidierenden)

Hagel (CDU): Ablehnung 

Stoch (SPD): Zustimmung 

Rülke (FDP): Ablehnung 

Bohnen, Vollmer und Ghazaei (Linke): Zustimmung

 

Demokratie-Fragen: 

These 6: Das Informationsfreiheitsgesetz in Baden-Württemberg soll gestärkt werden.

  • Mehrheitliche Zustimmung bei fast allen Parteien
  • CDU: lehnt dies bis auf einzelne Ausnahmen geschlossen ab.

     

 

  • Spitzenkandidierende: 

Özdemir (Grüne): Zustimmung

Hagel (CDU): Ablehnung

Stoch (SPD): Zustimmung 

Rülke (FDP): Zustimmung 

Bohnen, Vollmer und Ghazaei (Linke): Zustimmung

 

These 7: Die zukünftige Landesregierung soll sich im Bundesrat für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahren einsetzen

  • 55 Prozent Zustimmung aller teilnehmenden Kandidierenden, zu 36 Prozent Ablehnung (insbesondere AfD, CDU, 60 Prozent der FDP)
  • CDU: 81 Prozent Ablehnung
  • AfD: 100 Prozent Ablehnung
  • SPD, Grüne und Linke: bis auf Einzelstimmen geschlossen Zustimmung 
     

 

  • Spitzenkandidierende: 

Özdemir (Grüne): Neutral

Hagel (CDU): Ablehnung

Stoch (SPD): Zustimmung 

Rülke (FDP): Ablehnung

Bohnen, Vollmer und Ghazaei (Linke): Zustimmung

 

These 8: Homöopathische Mittel sollen Kassenleistung bleiben

  • Grüne: 61 Prozent neutral, 18 Prozent Zustimmung, 21 Prozent Ablehnung
  • SPD: 50 Prozent Ablehnung
  • Linke: 81 Prozent Ablehnung
  • Volt: 83 Prozent Ablehnung
  • CDU und FDP: heterogen
     

 

  • Spitzenkandidierende: 

Özdemir (Grüne): Neutral

Hagel (CDU): Neutral

Stoch (SPD): Neutral

Rülke (FDP): Zustimmung 

Bohnen, Vollmer und Ghazaei (Linke): Ablehnung, nur Vollmer neutral


Vergleich der Spitzenkandidierenden

Häufigkeit neutraler Positionierungen: 

  • Özdemir (Grüne): 6/15 Thesen
  • Hagel (CDU): 4/15 Thesen
  • Stoch (SPD): 3/15 Thesen
  • Rülke (FDP): 2/15 Thesen
  • Bohnen, Vollmer und Ghazaei (Linke): 1/15, 2/15, 1/15 Thesen

     

Übereinstimmung mit dem jeweiligen Parteidurchschnitt

  • Özdemir (Grüne): 10/15 Thesen
  • Hagel (CDU): 15/15 Thesen
  • Stoch (SPD): 13/15 Thesen
  • Rülke (FDP): 12/15 Thesen
  • Bohnen, Vollmer und Ghazaei (Linke): 15/15, 14/15, 15/15 Thesen

 

kandidierendencheck - Wähle weise in Baden-Württemberg. 

Der kandidierendencheck von abgeordnetenwatch ist eine kostenlose, interaktive Entscheidungshilfe zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. Wähler:innen können sich zu 15 politischen Thesen mit „stimme zu“, „lehne ab“ oder „neutral“ positionieren und erhalten nach Eingabe ihrer Postleitzahl eine prozentuale Auswertung, die zeigt, mit welchen Direktkandidierenden im Wahlkreis die größte inhaltliche Übereinstimmung besteht. Die Thesen greifen zentrale und teils kontrovers diskutierte Fragen der Landes- und Bundespolitik auf. Alle Angaben der Kandidierenden sind transparent einsehbar und bleiben über den Wahltag hinaus öffentlich abrufbar.

Lizenz: Der Text auf dieser Seite steht unter der Creative Commons Lizenz BY-NC-SA 4.0.