"Warum haben Sie gerade gegen Transparenz gestimmt?" Abgeordnete flüchten vor Reporter

Kürzlich im Deutschen Bundestag. Gerade haben Union und FDP eine Komplettveröffentlichung von Nebeneinkünften verhindert, da stellt ein SPIEGEL TV-Reporter auf den Parlamentsfluren die einfache Frage: "Warum haben Sie gegen Transparenz gestimmt?" Mit einem Mal haben es die meisten der befragten Volksvertreter ziemlich eilig.

Kürzlich im Deutschen Bundestag. Gerade haben Union und FDP eine Komplettveröffentlichung von Nebeneinkünften verhindert, da stellt ein SPIEGEL TV-Reporter auf den Parlamentsfluren die einfache Frage: "Warum haben Sie gegen Transparenz gestimmt?" Mit einem Mal haben es die meisten der befragten Volksvertreter ziemlich eilig:

Hier die Abgeordneten via abgeordnetenwatch.de befragen...

Schade, dass der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn nicht gefragt wurde. Er war, wie heute bekannt wurde, jahrelang über ein diskretes Firmenkonstrukt an einer Lobbyagentur beteiligt (mehr: "Gesundheitspolitiker Spahn an Lobbyfirma beteiligt"). Man wüsste gerne, was Spahn zum Thema Transparenz zu sagen hat.

Lesen Sie auch bei uns im Blog: Welche Abgeordnete besonders davon profitieren, dass sie ihre Nebeneinkünfte nicht auf Euro und Cent offenlegen müssen - eine Liste der Spitzenverdiener im Bundestag:

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Leseempfehlungen:

 

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Kommentare

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Riesenhubers "Ich halte mich an die Vorschriften und diskutiere nicht darüber!" ist erschreckend. Danke für diese Reportage, auch an SpiegelTV. Schön, dass es noch Journalisten gibt, die die richtigen, unbequemen Fragen stellen.

Antwort auf von LifeScienTology

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Es ist erstaunlich, mit welcher Ignoranz sich unsere sogenannten Volksvertreter
den berechtigten Informationsbedürfnissen der Bürger, also auch ihrer Wähler, widersetzen. In der Tat einfach nur widerlich. Es fällt schwer, bei den erschreckenden Fehlentwicklungen in unserem Lande und den teils verlogenen Auftritten unserer Politiker sachlich zu bleiben.
Es liegt an uns Wählern, den Grundstein für Veränderungen zu legen. Noch sinnvoller
wäre es, unser Missgefallen durch friedliche Straßendemonstrationen zu äußern.
Ägypten lebt es vor!

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Naja, solang man sich am nächsten Tag wieder über die Transparenz der Piraten lustig machen kann, scheint die Welt ja noch in Ordnung.

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Das Thema "Nebeneinkünfte" - überhaupt der Themenkomplex Interessenkonflikte/Korruption/Abgeordnetenbestechung - ist wirklich peinlich; für die Politik, aber auch für uns Bürger und die Gesellschaft als Ganzes. In dieser Hinsicht sind wir Entwicklungsland und hinken anderen, transparenteren Ländern weit hinterher.

Ich finde es gar nicht schlimm, daß Abgeordnete keine reinen Berufspolitiker sein möchten und daher Nebeneinkünfte beziehen. Aber wer möglichen Interessenkonflikte nicht darlegen kann oder nicht darlegen möchte, sollte nicht Abgeordneter sein.

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Wenn es wirklich Transparenz gäbe, müsste unser "demokratisches" System vollständig reformiert werden!

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Super, ich kann diesen Eintrag nicht auf Facebook teilen, Begründung:

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The content you're trying to share includes a link that's been blocked for being spammy or unsafe:

http://abgeordnetenwatch.de/images/logo.gif

For more information, visit the Help Center. If you think you're seeing this by mistake, please let us know.
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Ein Schelm wer böses dabei denkt...

Antwort auf von Thomas

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Danke für den Hinweis! Wir haben uns an FB Deutschland gewandt - erste Rückmeldung von dort: Am Inhalt liegt's nicht. Das ist ja schon mal eine Aussage!

Antwort auf von Thomas

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Zumindest lässt sich das Video auf Facebook posten ...

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Ich versteh nicht das alle unseren Staatsapparat kaputt machen wollen,fragt lieber mal dies Piraten Typen von wem die alle bezahlt werden.

Die hätten sicher auch mit nein abgestimmt wenn es um ihr eigenes Geld ginge.

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Es wird Zeit das solche Undemokraten abgewählt werden.

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Diese Piratentypen sitzen in vier Landesparlamenten und haben ihre Nebeneinkünfte vollständig veröffentlicht. Die haben also nicht mit nein gestimmt. Die haben es sogar freiwillig getan..

Antwort auf von andi

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Die Piraten sind in der oberen Struktur längst ausgerichtet worden.
Und Schlömer hat den Stecker im CDU Keller noch drinne.
Die Piraten werden euch genauso Politik vorgaukeln, wie es die Grünen längst machen.
Erst wird ein brisantes Thema besetzt, dann wir fleißig dafür gestimmt.
Eigentlich haben die Deutschen Volkspolitik Krüppel nicht anderes verdient.

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Wenn man sich die Polititkerstimmen mit geschlossenen Augen anhört, ist das wie eine Geisterbahn-Fahrt.

Wie dem auch sei, die Mehrheit wird weiter brav die Blockflöte CDUCSUFDPGRÜNESPDLINKS wählen.

Antwort auf von Philip Heimhüber

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warumstehtindeinerAufzählungLinksmitdabei?

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Der erste Schritt sollte jetzt sein zu schauen was der lokale Bundestagsabgeordnete gewählt hat und wenn man dafür gewählt hat, das nächste mal jemand anderes wählen. ;-)

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Ich bin auch gegen Transparenz bei den Nebeneinkünften - von Hartz-4-Beziehern. :) Wir sind immer günstiger, als diese Politikerpfeifen und stopfen nicht noch zusätzlich den Banken das Geld in den Rachen.

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Gott ist das widerlich ... Wenigstens habe ich keinen davon gewählt. Werde ich übrigens auch in Zukunft ganz gewiss nicht tun.

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Das System ist verkehrt
Die Diäten der Abgeordneten sind extrem zu niedrig. Jeder der in den Bundestag gewählt wird, Landtage entsprechend, sollte mindestens so viel verdienen wie der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank --- aber dafür müsste jede weitere Einnahme verboten werden. Erst dann haben wir unabhängige Abgeordnete.

Zum ersten ist es eine Schande, das unsere Volksvertreter neben einem Vorstandsvorsitzen wie Bettler aussehen. Zum anderen ist es viel einfacher Lobbygruppen in Schach zu halten, wenn es da keine Verbindungen gibt.
Glaubt wirklich jemand, das sich ein Abgeordneter für ein Gesetz gegen die Autoindustrie stimmt, wenn er im Aufsichtsrat von VW ein mehrfaches seines Abgeordnetengehaltes verdient. Das kann man ihm nicht mal zum Vorwurf machen. Aber DAS sollte aufhören.

Antwort auf von Arno Dalwigk

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Sie meinen ernsthaft ein Abgeordneter mit rund 12.000 Euro monatlichen stabilen Einkünften sowie auskömmlichen Pensionsansprüchen sehe gegenüber einem Vorstandsvorsitzenden wie ein Bettler aus... Wie sieht denn Ihrer Meinung nach ein deutscher Durchschnittsverdiener im Vergleich zu beiden aus? Glauben Sie ernsthaft die Vergütung eines Vorstandsvorsitzenden in Deutschland habe in der Regel etwas mit Leistung zu tun? Sind Sie so naiv anzunehmen, es gäbe da einen "Markt" mit Angebot und Nachfrage, der die Preise regele und auf dem Konkurrenz herrsche? Nehmen wir den DAX 30 als Beispiel, glauben Sie der durchschnittliche Aktionär ist einverstanden mit den überhöhten Vergütungen, die dort an angestellte Manager ausgezahlt werden? An Manager, denen Aktionärsinteressen häufig egal sind (z.B. Daimler AG, Telekom, Siemens, ,...).

Antwort auf von Peter Rheinbrück

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Peter Rheinbrück hat Recht
Gruß Mönke

Antwort auf von Arno Dalwigk

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ABER im GLEICHEN Atemzug MUTEN SIE manchen - NICHT WENIGEN - Arbeitnehmern ZU, sich mit etwa 7 - 8 Euro die Stunde für ihre Arbeitsleistung ABSPEISEN zu lassen!
Damit diese sich und ihre Familie ernähren können, sind sie GERADEZU GEZWUNGEN, ihren Hungerlohn vom zuständigen Amt aufstocken zu lassen oder zumindest eine weitere Arbeits-
stelle anzunehmen - NUR um DANN eine AUSREICHENDE Lebensgrundlage haben zu können,
WÄHREND sich die Herren und Frauen VOLKSVERTRETER sich quasi hinten und vorne regelrecht fürstlich - nein KAISERLICH - bedienen lassen!
Ich glaub, es hackt!
Bei manchen wie auch Ihnen, wie mir scheint, ist es leider wohl NOCH NICHT angekommen,
dass wir in einer DEMOkratie leben, in der das VOLK der Souverän ist (!), UND NICHT
irgendein Staatsoberhaupt UND SCHON LANGE NICHT die von uns ALLEN gewählten
Volksvertretern. - - -

Antwort auf von Arno Dalwigk

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Gegen abzockende Manager begehren die Schweizer jetzt auf mit der Abzocker-Initiative: http://www.superbonus2013.ch Wir sollten es Ihnen gleich tun!

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Ich erinnere mich da an ein Lied von Hoffmann von Fallersleben. Ich zitiere :
"sag wo ist, sag wo ist Vetter Michels Vaterland
Wo Belagerungszustand ein Recht ist
und das Volk ein gehorsamer Knecht ist
wo die Volksvertreter Philister sind
und die ärgsten Heuler die Minister sind
Da ist Vetter Michels Vaterland"
Geht noch weiter, aber auch diese Zeilen sind nach weit über 100 Jahren noch weiterhin aktuell. Entspannt Euch und denkt beim nächsten Wahlgang an die Transparenzdiskussion. Erst danach das Kreuzchen an die richtige Stelle machen.

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Unsere Abgeordneten sind derartig abgehoben von der Realität, die interessieren sich nicht einmal mehr dafür, wie das beim Bürger ankommt... einfach widerlich. Aber bei der nächsten Gelegenheit wird sich über die Politikverdrossenheit aufgeregt.

Das französische Volk hat es 1789 ihren Feudalherren mal gezeigt wo es lang geht und sich Respekt verschafft. So etwas wird es in Deutschland leider niemals geben. Solange der „Deutsche Michel“ die Bierflasche in der linken Hand und die Fernbedienung in der rechten Hand hat ist für ihn die „Bildwelt“ in Ordnung.
Da er meint er könne ja eh nichts ändern, steht er auch gar nicht erst auf und versucht es.
Nur wenn die Menschen in wirklich großer Zahl anhaltend aufstehen und in Berlin lautstark Ihren Willen bekunden wird sich was ändern

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