So arbeiten Lobbyist*innen in Deutschland

Lobbyist*innen haben nicht den besten Ruf. Das liegt auch daran, dass die Öffentlichkeit nur schwer nachvollziehen kann, was sie machen. Doch wie arbeiten Lobbyakteur*innen in Deutschland wirklich? abgeordnetenwatch.de hat mit mehreren Interessenvertreter*innen über ihre politische Einflussnahme gesprochen - und über die Forderung nach mehr Transparenz.

Der Arbeitstag beginnt mit einem dampfenden Kaffee. Ein*e Lobbyist*in und ein*e Politiker*in stehen am Berliner Spreeufer, schlürfen aus ihren Pappbecher und sprechen über einen neuen Gesetzesentwurf. Danach geht der*die Politiker*in in den Bundestag und der*die Lobbyist*in ins Büro. Niemand erfährt, dass dieses Treffen stattgefunden hat.

So oder ähnlich stellen sich viele die Arbeit von Lobbyist*innen vor. Aber wie ist es wirklich? abgeordentenwatch.de hat mit mehreren Interessenvertreter*innen aus verschiedenen Branchen gesprochen, unter anderem aus den Bereichen Verkehr, Landwirtschaft, Rüstung und Umwelt. Rufen sie im Ministerium an, um einen Gesetzentwurf zu besprechen? Hilft es, einen Brief an den*die Minister*in zu schreiben? Und was halten die Interessenvertreter*innen von einem Lobbyregister?

„Eine Community, die sich gegenseitig braucht“

Wer denkt, es seien stets die Lobbyist*innen, die auf Abgeordnete zugehen, der irrt. Im Gegenteil: Nach Aussage mehrerer Lobbyist*innen suchen nicht selten Politiker*innen den Kontakt zu ihnen. „Es ist eine Community, die sich gegenseitig braucht“, sagt Hans Christoph Atzpodien, Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV). Der Verband vertritt unter anderem die Interessen der Rüstungskonzerne Heckler & Koch und Rheinmetall. „Abgeordnete finden es richtig und wichtig, von Interessenvertretern angesprochen zu werden. Denn wir tragen zur Meinungsbildung von Abgeordneten bei.“

Die Arbeit von Rüstungslobbyist*innen unterscheidet sich in einem Punkt von der in den meisten anderen Branchen. Denn im Bereich der Verteidigung teilen Fachpolitiker und Wirtschaft häufig die gleichen Ziele: Beide Seiten wollen mehr Geld für die Ausstattung der Bundeswehr. Der BDSV-Geschäftsführer Atzpodien sagt, sein Verband vertrete teilweise die gleichen Interessen wie etwa das Verteidigungsministerium, etwa beim Wehretat. „Hier will sowohl das Ministerium als auch der BDSV, dass genügend Budget für die Beschaffung von Industriegütern zur Verfügung steht. Dies gilt ungeachtet dessen, dass wir im Beschaffungsprozess zwei unterschiedliche Marktseiten repräsentieren.“ Im Klartext: Die Regierung will Waffen günstig einkaufen, die Industrie hingegen teuer verkaufen.

Bei ihrer Arbeit setzen Lobbyist*innen zum Teil da an, wo man es vermuten würde: Für die Rüstungslobby sind die verteidigungspolitischen Sprecher*innen der Fraktionen interessant, Autolobbyist*innen sprechen Abgeordnete des Verkehrsausschusses an – und die Abgeordneten aus Baden-Württemberg und Niedersachsen. Denn in diesen Ländern ist die Automobilindustrie stark.

Abgeordnete als Lobbyist*innen?

In einigen Fällen haben Lobbyverbände ihre eigenen Mitglieder im Bundestag sitzen – als Abgeordnete in einer Doppelrolle. So sind mehrere Parlamentarier*innen, die im Nebenberuf als Landwirt*innen tätig sind, Funktionäre im Bauernverband. Laut einer Studie der Universität Bremen zum Lobbyeinfluss in der Landwirtschaftspolitik haben über die Hälfte der Unionsmitglieder im Agrarausschuss des Bundestags einen Posten im Bauernverband inne.

Ein prominentes Beispiel ist Johannes Röring (CDU). Er sitzt im Präsidium des Bauernverbandes und hat als Mitglied des Landwirtschaftsausschusses einen privilegierten Zugang zu Informationen, etwa über bevorstehende Gesetzentwürfe. Da stellt sich die Frage, ob der Interessenverband durch Mitglieder wie Röring schneller an Informationen kommt. Udo Hemmerling vom Deutschen Bauernverband verneint das. Vorteile eröffneten sich aber schon: „Später im politischen Prozess, etwa vor Abstimmungen im Bundestag, bietet es sich an, Landwirte im Parlament direkt anzusprechen.“ Es gebe aber auch Landwirt*innen, die eine kritische Haltung zum Bauernverband einnehmen.

Der altmodische Brief

Auch in Zeiten von Smartphones und E-Mails kommt dem altmodischen Brief noch immer eine besondere Bedeutung zu. Denn liegt das Schreiben erst einmal auf dem Tisch eines*r Minister*in, muss es bearbeitet werden. Darum sehen Verbände und Vereine darin ein gutes Instrument – vor allem wenn sie sich an die Führungsebene im Ministerium wenden. Mehrere Gesprächspartner*innen bestätigen, dass ein formaler Brief nachhaltiger sei als ein Telefonat oder eine E-Mail. Nur selten beantworten die Minister*innen solche Briefe persönlich. Sie werden an untere Ministeriumsebenen weitergereicht. Dann, so erzählt es ein Gesprächspartner, sei es gute Praxis, bei dem jeweiligen Referenten anzurufen und das Schreiben anzukündigen: „Du, da kommt übrigens ein Brief von uns. Um den musst du dich wahrscheinlich bald kümmern.“ Das wird als kollegiale Höflichkeit verstanden.

Eine andere Vorgehensweise sieht so aus: Ein Lobbyverein verschickt E-Mails an alle Fraktionen und verbindet das mit einem Gesprächsangebot zu dem Thema. Dann wartet er darauf, welche*r Politiker*in sich meldet und mehr dazu wissen will. Und schon ist man im Gespräch.

Dreimal täglich im Ministerium anrufen

Veranstaltungen von Verbänden und Unternehmen wie Parlamentarische Abende dienen dazu, Kontakte zu Entscheidungsträger*innen zu knüpfen und Informationen streuen. Dann kommen Politiker*innen, Wissenschaftler*innen und Wirtschaftsvertreter*innen beim Buffet zusammen. Manche Lobbygruppen legen dabei Wert auf ein Programm mit vielen Fachinformationen. Anderen geht es eher darum, Kontakte zu erhalten oder aufzubauen. Inhalte werden dann auf Fachtagungen, Podiumsdiskussionen oder Infoveranstaltungen besprochen, die Verbände oder NGOs organisieren. Dabei sei es wichtig, kontinuierlich Präsenz zu zeigen und als kompetente*r Ansprechpartner*in wahrgenommen zu werden, erzählt ein Interessenvertreter.

Doch die Initiative geht nicht immer von den Lobbygruppen selbst aus. Bei Bedarf laden die Ministerien zu offiziellen oder inoffiziellen Gesprächen ein. Wie eng der Kontakt zwischen Ministerien und Lobby-Vertreter*innen ist, hängt davon ab, in welcher Phase die Gesetzgebung gerade steckt. In heißen Phasen telefoniere man dreimal am Tag mit dem Ministerium, dann wieder monatelang gar nicht, berichten mehrere Lobbyist*innen.

Meist setzen Interessenvertreter*innen auf den unteren Ministeriumsebenen an. Dort sind Fachreferate angesiedelt. Die Referent*innen setzen sich inhaltlich mit Themen auseinander und bringen den ersten Entwurf eines Gesetzes zu Papier. Damit sitzen in den Referaten wichtige Kontaktpersonen für Lobbyist*innen. Denn über technische Details spricht man nicht mit dem*der Minister*in, sondern mit ihren Mitarbeiter*innen. Je weiter ein Gesetzesentwurf Form annimmt, desto politischer werden die Gespräche. Dann wenden sich Lobbyist*innen an höhere Ebenen, bis hinauf zum*r Staatssekretär*in oder dem*der Minister*in.

Zufällige Begegnungen

Während sich Lobbyist*innen und Politiker*innen in Berlin auch mal zufällig begegnen, müsse man in Brüssel seine Besuche genauer planen, erzählt ein Gesprächspartner. Denn in der europäischen Hauptstadt gibt es noch einmal deutlich mehr Interessenvertreter*innen und politische Institutionen. Auch weil inzwischen immer mehr Entscheidungen auf EU-Ebene getroffen werden, haben viele Verbände und Unternehmen ein eigenes Lobby-Büro in Brüssel oder sind in einem europäischen Dachverband organisiert.

Eine Gesprächspartnerin berichtet, dass die Arbeit der Automobilindustrie in Brüssel nach dem Abgas-Skandal viel schwieriger geworden sei. Denn dort sei der Imageverlust der Branche deutlicher zu spüren als in Deutschland.

Angst vor strengen Regeln

Bleibt noch das Thema Transparenz. Wer annimmt, Interessenvertreter*innen hätten grundsätzlich etwas gegen Offenheit, liegt falsch. Einige sprechen sich für ein Lobbyregister aus, in dem sie ihre Kontakte mit Politiker*innen öffentlich dokumentieren müssten. Auch das Kaffee-Treffen an der Spree müsste dann aufgeschrieben werden. Allerdings sehen andere in der Dokumentationspflicht ein „Bürokratiemonster“, das sie am liebsten verhindern wollen. In den Gesprächen äußern sie Bedenken, dass bestimmte Themen öffentlich zu sehr hochkochen oder es den Wettbewerb verzerrt, wenn ihre Treffen mit Politiker*innen öffentlich würden.

In der Bevölkerung ist die Meinung zu mehr Lobbytransparenz dagegen ziemlich eindeutig, wie eine aktuelle Umfrage von infratest dimap im Auftrag von abgeordnetewatch.de zeigt. 77 Prozent der Befragten wollen demnach die Veröffentlichung von Treffen zwischen Politik und Interessenvertreter*innen in einem Lobbyregister.

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Kommentare

Leute, Leute, Eure Texte sind bald nicht mehr zu lesen.

Lasst doch bitte diesen Blödsinn mit den Gender-Sternen ( * ) weg.

Danke!

Damit treffen Sie den Nagel auf den Kopf. Dieser wabernde Unsinn mit den Gender-Sternchen verleidet mir das Lesen dieser Texte, weil sie sie bis zur schieren Unkenntlichkeit verstümmeln. Schade eigentlich um die interessanten und an sich nützlichen Beiträge.

Ich finde Gender Equality ja auch wichtig und lasse das Argmument gerne gelten, dass sich soetwas auch in unde über Sprache manifestiert. Dennoch sollte das Hauptanliegen eines Textes doch sein, dass seine Leser ihn irgendwie mit Genuss lesen können. Nach dem ersten Absatz dachte ich hier schon ohje ohje. Nehmt neinetwegen gerne überall die weibliche, eine neutrale oder was weiß ich für eine Form. So wie der Text jetzt oben ist, ist er echt eine Zumutung!

Danke, sehe ich genauso!

Dem Kommentar von Beate möchte ich mich ausdrücklich anschließen. Man hat bald keine Lust mehr, eure Texte anzuklicken. Ich sehe auch nicht, wie diese Manie mit den Gender-Sternen die Emanzipation weiterbringt. Zumindest hat das mir gegenüber auch noch keine Frau so geäußert.

Interessanter Text, nur leider durch die Sterne * extrem schwer und schlecht verständlich zu lesen

Danke für Ihre Hinweise. Bei uns in der Redaktion entscheidet jeder selbst, ob bzw. wie er oder sie gendern möchte. Bei diesem Artikel hat sich unsere Autorin für die Variante mit * entschieden.

[gelöscht. Sie können sich gerne kritisch zu diesem Beitrag äußern. Bitte unterlassen Sie aber destruktive Kommentare. - Die Red.]

warum (*) destru(*)tiv ??? die sternchen (**) nerv(*)ven komplett. Ihr (*) nennt euch abgeorndneten(*) (innen) watch und macht genau denen (deren) (desen) (*) quatsch(in) (*) mit .

Sehr guter Text, die * stören aber sehr. Wenn es der Autorin wichtig ist, wäre mir durchgehend die weibliche Form lieber.

Der Text ist richtig und wichtig. Ich musste ihn aber wegen der verwirrenden ** mehrfach lesen.

Warum probieren Sie´s nicht mal mit Abkürzungen, z.B. Lobbyist., Lobbyakt. oder Interessenvertr.? Macht den Text kürzer, erschwert nicht den Leserhythmus und vermeidet Genderbashing.

***** (5/5)

Hätte ich vorher gewusst, dass sie hier auch nur eine Lobby, nämlich die Gender*sternchen*lobby vertreten, dann hätten Sie meine Unterschrift keinesfalls bekommen.
Leider kann man das nicht mehr rückgängig machen, jedoch in Zukunft werde ich vorsichtiger sein.
Herr oder Frau R.W. dessen Beitrag sie zensiert und gelöscht haben hatte sicherlich vollkommen recht und hat die Wahrheit gesagt.
Es ist fast 100% sicher, dass sie ihren Beitrag nicht einmal selbst vorlesen können. Dazu ist Schrift aber nunmal gemacht, das sie gelesen und auch gesprochen werden Kann.
Ich weiß aus der Geschichte und eigenem Erleben, das Links/Grün also die ganze linke Agenda weder Kultur, noch Wissenschaft, noch Wahrheit besitzen, noch dass sie sonstiges Weltgeschehen gelten lassen, wenn es ihrer heute mehr denn je verdrehten Ideologie nicht entspricht.

"Ich weiß aus der Geschichte und eigenem Erleben, das Links/Grün also die ganze linke Agenda weder Kultur, noch Wissenschaft, noch Wahrheit besitzen, noch dass sie sonstiges Weltgeschehen gelten lassen, wenn es ihrer heute mehr denn je verdrehten Ideologie nicht entspricht." ??? Ernsthaft jetzt?

Ich schließe mich Ihnen voll an. Diese Verhunzen der Sprache mache ich nicht mit. Unterstützung für Sie ist gestrichen.

Sehr geehrter Herr Jones,
ich finde Ihren letzten Satz sehr bedauerlich, denn in seiner Pauschalierung disqualifizieren Sie sich leider selbst. Hoch interessant fand ich ein Interview des Magazins "Stern" mit dem Soziologe Andreas Reckwitz im Heft 19/2019. Wenn jemand sich als "Kultur-Liberal" versteht, ist das etwas anderes, als keine Kultur zu haben. Und eine objektive Wahrheit gibt es nicht. Wissenschaftliche Fakten sind zunächst neutral. Selbstverständlich durch den persönlichen Standpunkt gefärbt sind die Interpretationen und Folgerungen. Die Soziologen sagen uns daher: Als Wahrheit gilt in einer Gesellschaft, was mehrheitlich geglaubt wird. Von Filterblasen und Echokammern haben Sie sicher schon mal was gehört, oder? Das z. B. Linke eine andere "Wahrheit" erleben als Rechte ist daher eigenlich nicht verwunderlich.

Was die Gender-Gerechtigkeit anbelangt gebe ich Ihnen insoweit recht, als dass ich der Meinung bin, dass "gut gemeint" und "gut gemacht" nicht das Selbe sind. In den 90er Jahren haben wir uns u.a. an den Universitäten auch schon um geschlechtergerechte Sprache bemüht. Den Stern gab es noch nicht, aber das große Frauen-I (z. B. "PolitikerIn") und das große Männer-R (z. B. "keineR"). Das hat zwar damals auch nicht nur Zustimmung gefunden, ich fand's aber einen brauchbaren Kompromis. Besser zu lesen auf jeden Fall als der Text mit den vielen Sternchen und Doppel-Formulierungen. Nun ist es ja so, dass wenn sich Männer darüber auslassen, diese gleich den Chauvi-Stempel kriegen. Ich finde es daher positiv, dass sich auch Frauen entsprechend äußern.

Wer weiß, welche Vorschläge die nächste Generation hat. Die Sternchen sind sicher noch nicht der Weisheit letzter Schluss.

Zum Abschluss noch zum Schmunzeln: "Liebe Kinder und Kinderinnen..."

Danke für den informativen Text und danke fürs gendern, welches einen wichtigen Beitrag zur Geschlechtergleichberechtigung leistet.

Tipp fürs lesen: wem die * zu viele sind, einfach nach dem * zum nächsten Wort springen, dann hat man meistens die männliche Form (manchmal muss man halt noch ein en dranhängen).

Ich bin aber auch überzeugt, dass alle die den Text inhaltlich verstanden haben auch die cerebralen Fähigkeiten besitzen einen mit * gegenderten Text flüssig zu lesen, wenn sie sich denn ein bisschen ernsthaft damit auseinandersetzen warum gendern sinnvoll ist und wie man es am besten umsetzt ;)

Danke, Flori*an, für die Hinweise zu den cerebralen Fähigkeiten. Leider ist meine CPU schon in die Jahre gekommen, und ich verliere echt Rechenleistung und mein Lesefluß wird stockender, wenn ich die Sternchen zigmal im Text "herausrechnen" muß, um mich mit dem INHALT zu befassen und den ROTEN FADEN nicht zu verlieren.

Mein Vorschlag zur Abhilfe: Künftig zwei Texte, einen in der althergebrachten (aber schneller lesbaren) Form und einen gegenderten. Dann kann DAS LESER selbst entscheiden.

Einen "gegenderten" Text flüssig lesen? Gendern leistet einen wichtigen Beitrag zur Gleichberechtigung? Das ist nicht einmal mehr Kabarett.

Ja, sicher sind viele so genannte Leser*innen »cerebral fähig«, einen Text trotz verwirrender Gendersternchen und geschredderter Wörter zu verstehen. Gleichwohl sind sie zum größten Teil auch in der Lage zu abstrahieren, dass mit dem Leser auch die Leserin gemeint sein kann oder eine Person diversen Geschlechts, die den Text gerade liest. Ich hoffe nicht, dass sich diese Art zu schreiben weiter durchsetzt.

"Gleichwohl sind sie zum größten Teil auch in der Lage zu abstrahieren, dass mit dem Leser auch die Leserin gemeint sein kann"

Theoretisch in der Lage vermutlich schon, wissenschaftliche Studien kommen aber zu dem Schluss, dass im Alltagsgebrauch eben nicht abstrahiert wird. Sprache schafft Wirklichkeit und "Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt"(Ludwig Wittgenstein). Eien gendersensilbe Sprache ist daher mMn super wichtig (und das generische Maskulinum nicht ausreichend), ob die * Variante dafür die eleganteste Lösung ist, kann man natürlich diskutieren ;)

Einen "gegenderten" Text flüssig lesen? Gendern leistet einen wichtigen Beitrag zur Gleichberechtigung?? Das ist nicht einmal mehr Kabarett.

Die Sterne im Text sind fürs flüssige Lesen eine Katastrophe. Wundert Euch nicht, wenn Euch die Leser weglaufen bei so einer unergonomischen Zumutung.

Anscheinend haben hier generell viele Probleme mit dem Lesen. Mir mir sind die *** überhaupt nicht mehr aufgefallen. Mich interessierte der Inhalt, und der war sehr informativ. Danke dafür.

GoldmanSucks hat jede Woche einen Termin im Kanzleramt! Noch Fragen?

Schade, dass die eigentliche Aussage des Textes vom plakativen genderpolitischen Statement der Autorin übertüncht wird. Das ist für die Vermittlung der politischen Ziele von Abgeordnetenwatch weder nützlich noch notwendig. Ihre Texte sollten verständlich und leicht lesbar sein, und sich auf den eigentlichen Gegenstand des Themas konzentrieren, wenn Sie ihr Publikum erreichen wollen.

Diesen Text konnte ich leider nicht zu Ende lesen. Meinen celebralen Fähigkeiten zum Trotz.
Wie könnte ich diesen Text jemandem vorlesen?
Schade. Inhaltlich sicher interessant.

Ich schließe mich Beates Kommentar an, ziehe allerdings auch gleich die Konsequenzen: Bitte löschen Sie mich aus Ihrem Verteiler!

Mit freundlichen Grüßen

Peter Kiefer

Gleichberechtigung finde ich gut. Aber mit Gendersternchen macht man einen Text kaputt. Das Binnen-I (...Innen) ist auch nicht er Hit aber gerade noch tragbar.
Wenn schon "gendern", dann richtig: Nutzt den Anhang "On" für spezifisch maskulines. Beispiel: der Busfahreron, der Erzieheron, der Lehreron. Dann haben wir feminen und maskulin sauber und gleichberechtigt nebeneinander. Und könne die Bezeichnungen Busfahrer, Erzieher, Lehrer usw wieder nutzen für was sie sind, in diesem Fall Berufsbezeichnungen ohne Geschlechtsbezeichnung.

Danke für den Inhalt und die Recherche. Ich hätte ihn gerne weitergeleitet und in verschiedenen ernsthaften Diskussionen zu Lobbyismus oder auch Klimawandel verlinkt. Aber leider machen die vielen Sternchen den Text schwer verständlich und ich sehe die sehr reale Gefahr, dass die Empfänger den ganzen Inhalt als unseriös und unseriös abtun werden. Ich glaube wirklich, man sollte immer wieder abwägen, welches Ziel man gerade erreichen will. Wenn ich bei der Mehrheit der Bevölkerung breite Unterstützung gegen verdeckten Lobbyismus in Politik und Regierung erreichen möchte, sollte die Botschaft seriös und in gewohnter Form überbracht werden. Der Kampf für Gleichberechtigung ist ein mindestens genauso wichtiges Thema. Aber wenn man beide Themen auf diese Art vermischt befürchte ich eher Schaden als Nutzen auf beiden Feldern. So jedenfalls kann ich den Text nicht breit in den entsprechenden Diskussionen verlinken.

Gibt es die Option, nochmal eine Version in konventionellerer oder besser lesbarer Form online zu stellen? Ich finde die Texte der Schweizer Öffentlich-Rechtlichen Medien und Bundesbehörden dahingehend recht gelungen und natürlich. Ich versuche diese Art der Formulierung auch bei uns in der Familie besonders gegenüber unseren Kindern (Mädchen und Junge) zu verwenden: "Forscherinnen und Forscher haben dies und das entdeckt"

Nachtrag: Die Schweizer Variante wäre dann: stattdessen "So arbeiten Lobbyistinnen und Lobbyisten". Sehr lesbar, keinerlei Aufregung über Genderismus und jeder wird immer wieder mit der Nase darauf gestoßen, dass es beiderlei Geschlecht gibt. Die neutrale Endung "on" statt "in" ist vielleicht in 20 Jahren mal weitverbreitet. Aber Deutsche sind im Allgemeinen doch viiiiel konservativer und brauchen viiiiel länger um mit Veränderungen zurecht zu kommen (sich daran zu gewöhnen) als die Schweden (die das als erste gemacht haben) . Also wie schon gesagt - die in der Schweizer übliche Variante fände ich sehr gut.

ganz ehrlich eine Frage:
Warum wurde dieser Artikel geschrieben?
Gendern?
Lobbyisten, Politiker, Berlin, Brüssel, Vereine, Vertretungen .... kennt jeder.
Ok, die Effizienz eines Briefes an ein Ministerium geschrieben ist effektiver denn eine E-Mail oder ein Telefongespräch.
Das ist zu wenig, da bin ich von Abgeordnetenwatch besseres gewohnt.

Ich finde den Artikel sehr interessant und informativ, auch wenn er sich doch mehr an der Oberfläche bewegt, als wirklich in die Tiefen der Lobbyarbeit abzutauchen. Doch für einen Einstieg in das Thema durchaus lesenswert, zumindest, was den Inhalt angeht.
Allerdings sollte es der Autorin doch sehr zu denken geben, dass es in den Kommentaren viel mehr um den Gender-Schreibstil geht, als um den Inhalt selbst. Ja, und auch ich empfinde diesen Stil als störend. Nicht, weil ich nicht in der Lage bin, einen so "verunstalteten" Text zu verstehen, sondern weil ich als blinder User auf einen Screenreader angewiesen bin, der diesen Text vorliest. Kleiner Tipp: Lassen Sie sich Ihren Text mal durch eine Sprachausgabe vorlesen. Sie werden ganz schnell merken, dass das Verständnis extrem unter den Sternchen leidet. Wenn sie so erpicht darauf sind, dass sich durch einen solchen Text Niemand durch lediglich den Schreibstil "auf den Schlips getreten" fühlt, können Sie ja zu Beginn klarstellen, dass sie einen einheitlich männlichen oder weiblichen Schreibstil wegen der Lesbarkeit verwenden. Aber ganz ehrlich: Wer sich durch männliche oder weibliche Texte diskriminiert fühlt, der sollte sich doch dringend überlegen, was er in Wirklichkeit für ein Problem mit seiner Umwelt und sich selbst hat.

@ Hauke

Sehr treffend vormuliert!

" ... Wer sich durch männliche oder weibliche Texte diskriminiert fühlt, der sollte sich doch dringend überlegen, was er in Wirklichkeit für ein Problem mit seiner Umwelt und sich selbst hat. ..."

Probleme ohne Ende auf diesem Planeten. Und Deutschland kümmert sich um Gendergedöns???

Volle Zustimmung, gibt ja nichts wichtigeres als *

*Diesen* *Genderunfug* *unterstütze* *ich* *nicht!* Ab sofort landen ihre eMails im Spam!

ohne die ganzen "*" könnte man den Text evtl. lesen, so aber nicht.

Ein interessanter Text, allerdings ist diese Genderei fürchterlich.
Ich könnte gut damit leben, wenn die Autorin nur die weibliche Form benutzen würde.

Sehr interessanter Artikel, der leider durch die Genderei ganz furchtbar zu lesen ist.

Wenn so in Zukunft unser Kinder lesen lernen, dann Gute Nacht...

Ich glaube, das wäre stressfrei, da Kinder die gegendert Lesen lernen keine alten Gewohnheiten ablegen müssten. Für sie würde sich ein nicht gegenderter Text dann später genauso sperrig und falsch anfühlen wie für die meisten, die hier kommentiert haben.

Ich finde Ihre Arbeit gut und gehöre zum Kreis derjenigen, die Sie finanziell unterstützen. Und habe auch bereits weitere Unterstützer vermittelt.

Von Genderpolitik in der heutigen Form halte ich überhaupt nichts. Durch sie kommen vielfach unqualifizierte Leute an Stellen, wo sie nicht hingehören. Ich hoffe, dass es soweit bei Ihnen nicht kommt.

Ihr Text war nur mit Mühe lesbar. Das war, schaut man die Kommentare an, eine durchgängige Erfahrung Ihrer Leser.

Bitte bleiben Sie bei der Sache (wie bisher) und ersparen Sie Ihren Lesern diesen Quatsch.

Nach dem 3. Absatz aufgehört zu lesen! Text ist durch diese einfältige Genderisierung unlesbar - muss ich mir nicht antun.

Wie viel Personen betrifft den dieses "Sternchen" überhaupt?
Wenn dieses "Sternen" weiter anhält, wird es von mir für abgeordnetenwatch keine Spenden mehr geben.

"Wie viel Personen betrifft den dieses "Sternchen" überhaupt?"

Naja, alle die sich nicht dem sozialen Geschlecht Mann zugehörig fühlen. Ca. 3,8 Milliarden.

Meine Befürchtung:
Der Geschlechtergleichberechtigung erweisen Sie keinen Dienst, indem Sie die Wortendungen durch Gendersternchen ungewollt "verschlimmbessern".
Es gibt effizientere Möglichkeiten, der Gleichberechtigung, als einem unantastbar wertvollen Gut unserer Verfassung, im Alltag zu ihrem Recht zu verhelfen.

Mir tun die Kinder in den Schulen leid, wenn sie solch zusammen gegender*te Texte vortragen sollen. Es sieht nicht nur unmöglich im Schriftbild aus, es ist teils auch unlesbar. Zurück zur alten Form , und zwar sofort. Und wer sich dann benachteiligt fühlt sollte sich selber mal hinterfragen. Jahrhunderte ging es ohne diesen Blödsinn. Deutschland, Land der Dichter und Denker .... was hat man nur aus Dir gemacht?

"Es sieht nicht nur unmöglich im Schriftbild aus, es ist teils auch unlesbar"

Alles Gewohnheitssache... dumm, dass wir die Generationen sind, die sich umgewöhnen müssen.

"Jahrhunderte ging es ohne diesen Blödsinn"

Sogar Jahrtausende, nennt sich Patriarchat ;) Ist ne blöde Sache, und der Grund warum gendern in Bezug auf "Deutschland, Land der Dichter und Denker" tatsächlich (fast) unnötig ist.

Auch ich schließe mich einem meiner Vorredner an.
Dieser Text erscheint mir wie eine Parodie auf die “Gender Wissenschaft“.
Er erscheint mir wie das Werk einer Soziologie- oder Politikstudentin im 2. Semester, die ihrer Professorin übereifrig demonstriert, daß sie alles beim gendern verstanden hat.
Leider habe ich nicht alles verstanden und würde mich über lesbare Informationen freuen. Dann bleibe ich auch gerne Fördermitglied.
LG Hans Thamm

* ? Sternchen? Wo? och jo, am Anfang fiels mir auch - geringfügig - schwer. Ich gloob, hier wird viel getrollt, oder getroll*inchent. Danke an Flori*an für das geduldige Fels-in-der-Brandung-Sei*n :)

Danke, abgeordnetenwatch, für Eure Arbeit!!

Ach so, Inhalt. Richtig. Spannender Überblick. Interessant, die verschiedenen Perspektiven. Wie war das? Welche Folgen Veränderungen kurz-, mittel-, langfristig tatsächlich haben, läßt sich in aller Regel nur minimal vorhersagen. Aber WENN sich was ändern soll, muss man irgendwo was - verändern. Ein transparentes Lobbyregister halte ich für einen förderlichen Schritt im demokratischen Sinne. Weiter so!

Es mag soziologische Studien geben, dass die maskuline Formulierung in einem Text nicht geschlechtsneutral verstanden wird. Das liegt aber an den Fakten und nicht an der Sprache: Den Aufsichtsratsvorsitzenden stelle ich mir männlich vor, den Bäckereiverkäufer weiblich. Insofern kann ein vereinzeltes Gender* die Reflexion erhöhen, aber botte nicht dieser quälenden Blödsinn

Vielen Dank für diesen informativen Artikel. Mir macht er vor allem deutlich, dass viele Abgeordnete zusätzliche Informationen benötigen, um sich ein klareres Bild zu machen, und sie sprechen auch mal gern über ein Thema mit einer kompetent erscheinenden Person und lesen nicht nur Berge Papier dazu. Aber eigentlich, scheint mir, wären die Ausschüsse der Ort für solche Klärungen. Die funktionieren im Ansatz auch recht gut (es werden Experten aus unterschiedlichen Bereichen und mit unterschiedlichen Sichtweisen gehört und befragt, und diese antworten auch aufeinander), aber die Zeit erscheint mir viel zu kurz, auch für Nachfragen, gerade da, wo die Experten Widersprüchliches sagen. Auch scheint mir das ganze Verfahren (die Experten tragen in Kurzreferaten ihre Ansichten vor, dann gibt es eine oder zwei Fragerunden) stark erweiterungsbedürftig. Es gibt da eine ganze Reihe sehr sinnvoller Verfahren, etwa Dynamic Facilitation (http://dynamicfacilitation.com), mit der Schwierigkeiten/Fragen Lösungswegen/Antworten klar und übersichtlich zugeordnet werden, wodurch auch deutlich wird, wo noch offene Fragen oder zusätzlicher Informationsbedarf besteht. Mit anderen Worten, Verbandsvertreter und Vertreter von NGOs sollten hier ihren Platz haben, nicht in Einzelgesprächen mit Abgeordneten. Und die Ausschusssitzungen sollten alle leicht im Internet zu finden und vollständig anzuschauen sein. Mir scheint es ganz wichtig, dass wir solche Vorschläge, wie es anders besser gehen könnte, entwickeln und einbringen, statt nur bestehende Vorgehensweisen zu kritisieren und Verbote zu fordern.

Vielen Dank für den Kommentar. Ein Vorschlag zur Verbesserung wäre zunächst ein Lobbyregister, in dem jeder sehen kann, wer sich wann mit wem zu welchem Thema getroffen hat.

Leute, Leute, was für ein Geschrei wegen der paar Sternchen...

Das Leben geht weiter, und die Sprache verändert sich -- manchmal zum Guten, manchmal zum Schlechten, aber sie tut es. Und wenn Sprache eine gerechte Gesellschaft abbilden soll, dann muss sie sich auch bitteschön ändern. Ich bin kein Fan von Sternchen, nehme sie aber achselzuckend in Kauf, bis wir eine bessere Alternative gefunden haben.

Es ist echt lustig, wie viele sich hier über ein Sternchen aufregen. Man. Kann dem BVerG wirklich dankbar sein, dass es offenbar sehr viel weiter als die Gesellschaft ist. Wegen sowas Unterstützungen zu streichen, sagt mehr über die Streicher als über die Gestrichenen. Wie schwer müssen es Menschen haben, die jeden Tag kämpfen müssen, wenn sie divers sind. Man schämt sich echt manchmal für die Verbohrtheit in diesem Land.

Vielleicht bedenkt man beim Verfassen eines Textes, dass nicht jeder interessierte Bürger über eine akademische Vorbildung verfügt. "Das Parlament" bietet deshalb bereits eine Ausgabe in "leichte(r) Sprache" an.
Bis jetzt war mir die Problematik von Menschen wie Hauke überhaupt nicht bewusst, deshalb habe ich mir den Beitrag vorlesen lassen. Obwohl ich ihn schon kannte, war es schwierig, zu folgen. Einfach zu alt ? ;))

Da sich jetzt so viele vor allem über die "*"e aufregen, schreib ich auch noch was:

Die Sterne haben wenig mit Gender zu tun, sondern dienen der Gleichberechtigung (oder sollen es jedenfalls).

Ich erinnere mich an einen Artikel im Scientific American, wo kaum jemand darauf kam, dass der Arzt, erkannte, dass sein Sohn auf dem Operationstisch lag, aber nicht der Vater dieses Sohns sein konnte (der war laut Story schon tot), also dass dieser "Arzt" ne Ärztin war. Stattdessen wurden die merkwürdigsten Gedankenverbiegungen veranstaltet.

Und das im Englischen, wo ein "doctor" sprachlich genauso männlich wie weiblich sein kann. Und Ärztinnen sind in den USA auch relativ häufig ...

Also so was wie Sternchen (oder noch was besseres, falls vorhanden) ist schon sinnvoll. Vor allem, wenn (wie im Deutschen) das "männlich-sein" schon von der Wortform suggeriert wird, weil es eben auch ***-in gibt (anders als i.d.R. im Englischen).

Aber wie gesagt. "Gender" ist noch was anderes, das ist eher wie bei fuckbook: Gender ist eben nicht biologisch bedingt, sondern jeder darf sich aussuchen, ob der m,w, schw, lesb, trans asex, ... ist.

Oder auch solche Sachen wie Gleichstellung (was nicht das Gleiche ist wie Gleichberechtigung). Aber das wär ein gaaanz anderes Thema.

Schade, dass der Artikel so zerredet wurde. Ich fand ihn gut.

Ja, hallo,

es gibt doch wohl zumindest eine professionelle Institution in Deutschland, die sich mit unserer deutschen Sprache befasst und damit richtungsweisend sein müsste/könnte/sollte. Der "Duden" ist es jedenfalls nicht. In die Bresche springen dann selbsternannte Experten, die meinen mit einem Sternchen das Problem, sofern es überhaupt eins ist, gelöst zu haben. Beispiel VER.DI Publik schrieb dazu: "Laut Bundesvorstandsbeschluss wird durch das Gendersternchen auch die Gruppe der Diversen in ver.di angesprochen." Dazu gab es einen "großen Rücklauf".Datum 10.09.2019. Reden wir nicht von Deutschlernenden und Deutschlehrern.
So nebenbei: Es gibt eben nur eine Frau Holle, und ein Zimmermann ist eben ein Beruf, und Zimmerfrau auch. Soll dann die Sternchenversion heißen Zimmermann*in bzw. Zimmerfrau*mann ? Und nun empörend: es wird geschrieben "Wander*in" geschrieben, dem männlichen "Wanderer" nur das verstümmelte "Wander" hinterlassen.
In der Broschüre "Eine Frage der Moral" von A. Stefanowitsch "Dudenverlag"(!) Heißt es: "...gewählte Form Politiker/-innen ist neben der Klammerschreibung die einzige Art der Sparschreibung, die von den amtlichen Regeln der deutschen Rechtschreibung abgedeckt ist.

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