Berlin soll ein Transparenzgesetz bekommen – hier kann man sich einbringen

In Berlin sollen Bürgerinnen und Bürger gegenüber Behörden nicht mehr Bittsteller sein, wenn sie Dokumente haben wollen. Die Open Knowledge Foundation hat jetzt einen Entwurf für ein Transparenzgesetz vorgelegt, durch das staatliche Stellen verpflichtet werden sollen, Dokumente von sich aus ins Netz zu stellen. Wer will, kann sich selbst einbringen und den Gesetzentwurf kommentieren.

Grafik Transparenzgesetz Berlin

Im Berliner Koalitionsvertrag hat die Regierungskoalition aus SPD, Linken und Grünen vereinbart, das Berliner Informationsfreiheitsgesetz zu einem Transparenzgesetz weiterzuentwickeln. Doch ein konkreter Gesetzentwurf wird bislang nicht erarbeitet.

Das will die Open Knowledge Foundation Deutschland (OKFN), zu der auch unser Kooperationspartner fragdenstaat.de gehört, gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Partnern ändern. Zusammen haben sie einen Entwurf für ein Berliner Transparenzgesetz ausgearbeitet, das online auf berlin.transparenzgesetz.de zu finden ist und dort in den kommenden Wochen von der Öffentlichkeit kommentiert werden kann.

Der Entwurf ist eine gute Grundlage, um den Zugang zu amtlichen Informationen moderner und umfassender zu gestalten. Gebühren für Behördenauskünfte sollen abgeschafft werden. Außerdem etabliert der Gesetzentwurf Veröffentlichungspflichten von zentralen Daten und Dokumenten der Verwaltung, darunter Verträge der öffentlichen Hand, (Bau-)Pläne und Weisungen. Dies bedeutet einen Paradigmenwechsel: Künftig wären Bürgerinnen und Bürger gegenüber staatlichen Stellen nicht mehr Bittsteller, sondern Behörden müssten proaktiv, also von sich aus, Daten zugänglich machen.

Das würde zum Beispiel MieterInnen, FahrradfahrerInnen, JournalistInnen und AktivistInnen helfen. Ein Transparenzgesetz würde Mitbestimmung in der Stadt erleichtern, der Verschwendung von Steuergeldern wie beim Berliner Flughafen vorbeugen und Verwaltungsabläufe vereinfachen.

Der Entwurf soll gleichzeitig Vorbild für ähnliche Regelungen in ganz Deutschland sein. Im Transparenzranking von Open Knowledge Foundation Deutschland und Mehr Demokratie würde es die Höchstpunktzahl erreichen.


Ein Transparenzgesetz, das behördliche Informationen in einem Transparenzportal zugänglich macht, gibt es bereits seit 2012 in Hamburg. Auch dort war der Anstoß aus der Zivilgesellschaft gekommen: Ein Bündnis aus Mehr Demokratie, Transparency International Deutschland und dem Chaos Computer Club hatte 2011 unter Mitwirkung von weiteren Aktiven einen Gesetzentwurf ausgearbeitet und eine Volksinitiative initiiert. Später übernahmen die Bürgerschaftsparteien den Entwurf der Volksinitiative und verabschiedeten diesen mit kleinen Änderungen fraktionsübergreifend.

Kommentare

Dieses Gesetz ist längst überfällig.

Ich unterstütze das Transparenzgesetz in allen Punkten und denke, dass es von großem Öffentlichkeitsinteresse sein sollte! Jeder sollte sich dafür einsetzen, dass die Politiker sich nicht von den Lobbyisten kaufen lassen, was aber momentan auf fast allen Ebenen der Politik geschieht!!!
Politiker sollten sich für gerechtere Steuern einsetzen, Großkonzerne zahlen aufgrund legaler Steuertricks teilweise nur 5% Steuern!
Mehr zu lesen unter http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-95169274.html.
Ich finde das skandalös! Hier versagt Europa gänzlich! Und wer zahlt für die großen Unternehmen jene Steuern, damit die Infrastruktur erhalten und ausgebaut wird?
Der einfache Bürger, der für 1800 Euro im Monat hart arbeitet und eine Familie ernähren muss.
Ist das gerecht????

Nichts hat sich geändert. Die Politik im Einklang mit der Industrie bzw. Kapital. Agenda 2010 hat nur Elend gebracht für den kleinen Mann und Frau. Herr Schulz will nun zurück rudern um dumme Wähler zu fangen. Aber ändern wird sich nichts.
Ja zum Transparenzgesetz, damit wrklich jeder sehen kann, was die Herren und Damen treiben in der Politik.

Es geht darum, die besten Lösungen zu finden und das kann man nicht, in dem man die Gesetze und Vorgänge vor dem Bürger versteckt. Ihr wollt Überwachung? Dann überwacht euch mal selbst! Das Volk will keine Überwachung, und stimmt der Überwachung nur durch Druck und Zwang zu, weil Angst geschürt wird und immer die anderen Schuld sind. So ist G20 zu einer Legitimation für Überwachung geworden, weil sowohl die Polizisten als auch die autonomen Linken die Schuldigen sind.
Überwachung ist nur nötig, wenn keine Meinungsfreiheit herrscht. Wenn sowieso jede Meinung gesagt werden darf, braucht man nichts zu überwachen, weil die Übeltäter sich selbst anklagen. In der Politik herrscht keine Meinungsfreiheit sondern politische Korrektheit. Es sollte aber nicht darum gehen, dass sich irgendein Opfer sich über den Täter ärgert, denn der Täter kann bei sprachlichen Äusserungen unmöglich feststellen, wie fest das Opfer diese Sätze zum Opfer macht. Der Empfänger der Aggression entscheidet über die Aggression. Das ist das Problem.
Zu überwachen bedeutet zukünftige Aggressionen einschätzen zu können und einen Krieg dagegen zu führen. Dabei sollten wir aber ein selbstständiges Volk wollen, welches sich selbst erzieht und nicht ein fremdbestimmtes Volk, welches überwacht und so kontrolliert werden kann. Es geht nicht darum, dass wir unseren Mitmenschen in und auswendig kennen und so einen Krieg gegen ihn anfangen können, sondern, es geht darum, dass jeder Mitmensch so kompetent wie nur möglich wird und somit das ganze zu einem selbstregulierendem System wird.

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