CSU-Abgeordneter soll VW-Dokument als Antrag eingebracht haben

Quelle: "Volkswagen Group". Der CSU-Europaabgeordnete Albert Deß hat einen Änderungsantrag zu Abgasnormen ins Parlament eingebracht, der aus der Feder des Wolfsburger Autobauers stammen soll. Der Hinweis auf den VW-Konzern versteckt sich in den Metadaten eines Word-Dokuments.

Wie kommt der Name "Volkswagen Group" in ein Word-Dokument, das der Europaabgeordnete Albert Deß Anfang September als Änderungsantrag ("Amendment") ins EU-Parlament eingebracht hat? Mit dem Papier hat Deß offenbar versucht, bestimmte Kleinbusse vor schärferen Abgasregeln zu bewahren.

Wie SPIEGEL ONLINE gestern Abend berichtete, wird in den Datei-Eigenschaften des von dem CSU-Politiker eingereichten Word-Dokuments die "Volkswagen Group" in dem Feld "Firma" aufgeführt. Dies könnte dafür sprechen, dass die Datei von einem VW-Mitarbeiter erstellt wurde und dann über das Büro von Deß in den Umweltausschuss des Europäischen Parlaments gelangt ist.

Pikant ist der Inhalt des Änderungsantrages vor dem Hintergrund des aktuellen Skandals um manipulierte Abgaswerte. Derzeit berät das Europäische Parlament über Änderungen an der Abgasverordnung "Euro 5/6", in der es um Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von bis zu 7,5 Tonnen geht, also auch um Busse des Volkswagen-Konzerns. In der Verordnung sind Erleichterungen für Autos vorgesehen, die "besonderen sozialen Bedürfnissen" dienen, darunter etwa Kleinbusse mit bis zu neun Sitzen. Der CSU-Politiker Deß fordert in seinem Änderungsantrag, die Erleichterungen künftig auf alle Kleinbusse auszudehnen. "Es sollte nicht der Zweck des Gesetzes sein, die Produktion von größeren Kleinbussen zu erschweren", heißt es in dem Dokument, in dessen Metadaten sich laut SPIEGEL ONLINE der Hinweis auf die Volkswagen-Gruppe findet.

"Mir ist egal, woher ein Vorschlag kommt"

Albert Deß sagte SPIEGEL ONLINE, er wisse nicht, wie die "Volkswagen Group" in seinen Änderungsantrag gekommen sei. Aus dem ihm vorgelegten Dokument sei nicht ersichtlich gewesen, wer der Urheber sei. Ihm sei auch "egal, woher ein Vorschlag kommt," so Deß. "Wenn er sinnvoll ist, würde ich ihn von der Automobilindustrie genauso übernehmen wie von einem Umweltverband."

Dass EU-Abgeordnete Textvorlagen der Wirtschaftslobby eins zu eins übernehmen und unter ihrem Namen als Änderungsantrag einbringen, wird immer wieder öffentlich. Vor einigen Jahren überführten beispielsweise Reporter des ARD-Magazins Monitor zwei Europaabgeordnete vor laufender Kamera:

  • In dem Fernsehbeitrag bestreitet der CDU-Abgeordnete Burkhard Balz zunächst, Vorschläge der Bankenlobby in seinen Änderungsanträgen übernommen zu haben. Als die Reporter ihm die Beweise präsentieren, versucht sich der CDU-Politiker mit der lapidaren Bemerkung herauszureden: "Das ist doch schön, wenn andere Organisationen eine Meinung haben und ich vielleicht zufällig auch mal diese Meinung habe" (im Video ab Min 3:35).
  • Auch der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber kommt in Erklärungsnot, als er von dem Monitor-Reporter auf Formulierungen in seinem Änderungsantrag angesprochen wird, die so auch in einem Lobby-Papier des europäischen Börsenverbandes zu finden sind. Ferber behauptet: Nicht er habe von der Börsenlobby abgeschrieben, sondern ganz im Gegenteil: Die Lobbyisten hätten sich seiner Ideen bedient (im Video ab Min. 4:55).



Im Fall des Änderungsantrages zu den EU-Abgasnormen für Kleinbusse, bei dem der Volkswagen-Konzern offenbar die Feder führte, kommt es am Ende allerdings ganz anders, als von CSU-Mann Albert Deß ursprünglich beabsichtigt. Der von ihm eingebrachte Änderungsantrag, der größere Kleinbusse vor schärferen Abgasregeln bewahrt hätte, wurde von Vertretern der anderen Fraktionen im Umweltausschuss verworfen. Statt dessen soll es ab diesem Jahr schärfere Abgastests für alle Neuwagen geben. Diese sollen nicht mehr unter Laborbedingungen durchgeführt werden, sondern im normalen Fahrbetrieb - eine Konsequenz aus dem Manipulationsskandal bei Abgastests, in dessen Zentrum der Volkswagen-Konzern steht.

Dass diese Forderung des EU-Parlaments am Ende auch umgesetzt wird, dafür muss nun ausgerechnet Albert Deß sorgen: Der CSU-Politiker ist Berichterstatter des Europäischen Parlaments bei der "Euro 5/6"-Verordnung - und damit Verhandlungsführer bei den anstehenden Beratungen mit der EU-Kommission und dem Europäischen Rat.

Der Fall Volkswagen/Deß zeigt beispielhaft, wie wichtig die Einführung eines legislativen Fußabdrucks ist. Dabei werden alle Akteure, die am Entstehen eines (Gesetz)entwurfes mitgewirkt haben, transparent aufgeführt - also auch Unternehmen. Verstöße gegen die Anzeigepflicht müssten sanktioniert werden.



Update:

Volkswagen war 2014 auf EU-Ebene der Autokonzern mit dem höchsten Lobbybudget (3,3 Mio. Euro), gefolgt von Daimler und BMW mit 2,5 bzw. 1,5 Mio. Euro, schreibt Lobbycontrol mit Bezug auf das Recherchetool LobbyFacts.eu. Auch bei der Anzahl der Lobbyisten ist VW anderen Automobilkonzernen haushoch überlegen und beschäftigt in Brüssel 43 Mitarbeiter. Der EU-Abgeordnete Sven Giegold verbreitete dazu diese Grafik:

 

Kommentare

Gut, dass es abgeordnetenwatch.de gibt. Korruption schadet unserer Demokratie. Deshalb ist es bestens, wenn solche Machenschaften öffentlich bekannt gemacht werden. Ich danke euch für euer Engeagement!

Lieber Herr Huste,

vielen Dank für Ihr Lob, das uns sehr freut!

In diesem Fall stammt die Recherche allerdings von SPIEGEL ONLINE. Nichtsdestotrotz: Wir halten weiter die Augen auf :)

Beste Grüße
Martin Reyher

Es ist die perfekte Idee, es dem VW-Konzern jetzt auch noch möglichst leicht zu machen, Fehler 'auszubügeln'. Aber okay: In Wolfsburg hängen so viele Jobs an der Firma und für den Staat geht es freilich um beträchtliche Steuereinnahme, da muss man schon die Samthandschuhe auspacken...

Wenn Albert Deß Verhandlungsführer bei den anstehenden Beratungen mit der EU-Kommission und dem Europäischen Rat ist, stellt sich unter dem Hintergrund des von Ihm eingereichten VW-Dokuments die Frage, ob er für diesen Posten geeignet ist, Normalerweise müßte er suspendiert werden.

Der schon etwas betagt wirkende MdEP Albert Deß (CSU) scheint es zum Glück nicht gerafft zu haben, was sich in Meta-Daten von Dateien alles offenbaren kann, als er das mutmaßlich von der "Volkswagen Group" stammende Pamphlet frivol ins EU-Parlament mit dem unappetitlich anmutenden Ziel eingebrachte, bestimmte Kleinbusse vor schärferen Abgasregeln zu bewahren. Gut so! In der Sache wird jedem redlichen Bürger aber grottenschlecht werden. Uns Bürgern und Steuerzahlern muss auch klar sein, dass derart destruktive Exponenten unserer Volksvertreter nicht nur in der CSU tummeln. In dem Fall und wie sich in diesen Tagen zeigt, scheinen sich Geber und Nehmer charakterlich die Hand reichen zu können.

". . .im Westen nichts Neues." Eigentlich machen unsere Regierungen eine große Zahl guter Gesetze.
Nach deren Verbschiedung jedoch tritt die Masse der Lobbyisten nun auf den Plan, um ihren Einfluß in den Ressorts geltend zu machen. Hier werden danach dann die Durchführungsbestimmungen zum jeweiligen Gestzestext ausgelegt, verklausuliert, mit Ausnahmen und mit weiteren dialektisch verbrämten Zustztexten, im Bundesgesetzblatt "Industriekonform" veröffentlicht.
Warum machen unsere Lobbyisten kein eigenes Portal, á lá eBay,, für "Interessen";auf; das würde ihnen den Freien Eintritt in die Bundestagsbüros ersparen!

Hier werden Ross und Reiter genannt. Die Lobby - Arbeit ist nicht nur ein Handeln von VW, es ist das Wesen der bundesdeutschen Demokratie. VW ist doch nur ein Fall von Vielen. Es ist doch die Frage, wann wird was bekannt oder gelingt es, unerkannt zu bleiben.

Dieser Beitrag ist genauso daneben, wie ein Beitrag, der mutmaßt, die anderen Automobilhersteller würden ihre Dieselfeinstoffwerte ebenfalls türken.

Gegenüber bayerischern Landesregierung (vgl Fall Gustl Mollath) und beyerischen Aabgeordneten erscheint mir Putin wie ein Demokat.

Damit endlich die Korruption in Deutschland unterbunden wird. Damit uns nicht die USA iimmer wieder zeigen muß wie man gegen Korruption vorgeht!

Damit endlich die Korruption in Deutschland unterbunden wird. Damit uns nicht die USA iimmer wieder zeigen muß wie man gegen Korruption vorgeht!

Der Änderungsantrag vom betreffenden Abgeordneten war wohl ein trojanisches Pferd oder besser gesagt ein Trojaner!
Die Wirtschaftsunternehmen und deren Lobbyisten haben sich bezüglich Legislative bitte schön herauszuhalten!
Ich glaube nicht, dass Herr Deß nicht wusste, wie die "Volkswagen Group" in seinen Änderungsantrag gekommen ist, er stellt sich ja quasi an, als wollte er sagen:
"Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts!"
Er hat sich praktisch so verhalten, als wäre er vergleichsweise nahezu ein unmündiger Bürger wie eben jemand, der von einem Betreuer oder Vormund abhängig wäre.
Federführend im wahrsten Sinne des Wortes war wohl VW, Herr Deß hat nur noch seine Unterschrift unter diesen Antrag geleistet - mehr wohl nicht; nach außen hin sah es also aus, als ob der Vorschlag hauptsächlich von ihm kam, in Wirklichkeit wohl eher von VW.
Das ist ja der Hammer - tatsächlich!

Nebenbei bemerkt:
Diese üblen und höchst suspekten Machenschaften von einem Konzern, der in der Autobranche weltweit marktführend sein wollte, da ist diesem anscheinend jedes Mittel recht, dieses Traumziel zu erreichen?!
Ja, und nun der ganz tiefe Sturz ...
Wer ganz oben steht, dann passiert es ausgesprochen leicht, dass der Fall dementsprechend recht schmerzhaft ausfällt ..., wenn Justiz und Politik dies nicht eben abzufedern wissen! Denen traue ich dies durchaus zu, fast so wie: Eine Hand wäscht die andere (ein Kuhhandel halt)!
Mich wundert nichts mehr ...
Wäre besser gewesen, VW hätte kleinere Brötchen gebacken und keine so kesse oder große Lippe riskiert - und wäre vor allem - offen und ehrlich - in seinen Worten und Taten!
Von Großmäulern halte ich persönlich rein gar nichts ...

An einem Punkt wird sehr deutlich, wie korrupt unsere Gesellschaft in den Spitzen von Politik und Wirtschaft ist:
Bisher hat niemand aus diesem Kreis vorsorglich Anzeige gegen diejenigen Lobbyisten und Politiker erstattet, die nachweislich in der Sache Vorschriften Autobau ständig verhandelt haben.
Abgeordnetenwatch hat selbst berichtet, dass sich der Bundestag gegen die Veröffentlichung der Lobbykontakte wehrt, obwohl eine Gerichtsurteil sie dazu verpflichtet. Woher wohl diese Weigerung? Korruption, das ist absolut sicher!
Und die Korrupten in der Politik müssen aktiv gesucht werden. Wo ist die Justiz? Auch korrupt?
Aber: wo ist der (Selbst-)Ankläger aus diesen Reihen?
Dieser Verdacht ist schlimm, er tut weh aber er ist wohl richtig.
MfG
Günter Schmettow

Ganz ehrlich: dies ist mal wieder eine aufgebauschte Geschichte. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Abgeordnete mit Unternehmen zusammen arbeiten, ich begrüße dies sogar mit vollem Herzen. Ebenso wie abgeordnetenwatch.de und reale zivilgesellschaftliche Organisationen, man denke nur an amnesty, mit Abgeordneten zusammen arbeiten und sich auch über Anträge austauschen, ist dies auch bei Unternehmen nichts Verwerfliches. Dess mag hier etwas schusselig gewesen sein, aber wer verbietet hier eigentlich jemandem, die Interessen eines Unternehmens zu vertreten, damit Arbeitsplätze zu erhalten und vielleicht auch die Meinung dieses Unternehmens zu teilen? Was ist daran eigentlich verwerflich?
Aber die Volksseele kann mal wieder ihr Muttchen kühlen … und Hauptsache, man hat sich mal wieder über die bösen Politiker aufgeregt.

Sind Sie so bloe...Oder tun Sie nur so ? VW will Kohle machen auf Kosten der
Umwelt !!!!
Dann sollen Sie auch dazu stehen und sich nicht hinter einem geistigen Tiefflieger verstecken.
Begreifen Sie jetzt um was es geht ?

Also Herr Doerflinger,

Warum denn immer gleich beleidigend werden?

Nun, VW würde dies sicher gerne auch selbst ins EP einbringen. Nur sind im EP nur Abgeordnete antragsberechtigt. Vielleicht liegt es daran …
Also wieder einmal erst nachdenken und dann posaunen!

Ich kann auch nichts in das EP bringen. sondern nur über meinen Abgeordneten.

Kein Mensch hat was gegen Lobbies. Aber Abgeordnete sollen nur mit Information versorgt werden damit die Abgeordneten bessere Entscheidungen treffen können und auf keinen Fall manipuliert werden. Hat der Herr ein VW-Dokument einfach so übernommen stinkt das zum Himmel.

Nicht nur ich wittere hier Bestechung im Spiel. Ich will wissen wer mit meinen Vertreter im Parlament kommuniziert und ich will wissen wie meine Vertreter im Parlament zur Entscheidung kommen.

Das ist ein völlig legitimer Wunsch und kein Empörungjournalismus.

Sehe ich ganz genauso. Ich finde, die anvisierten Fruechte von dieser Art des Empoerungsjournalismus sollten etwas hoeher gehaengt werden.

Ich bin schon lange der Meinung das unsere Politik korrupt ist. Der Unterschied zu sogenannten Bananenrepubliken ist der: Wenn jemand in diesen Repububliken zu jemanden "Rindvieh" sagt, hält Dieser die Hand auf und der Fall ist vergessen. Bei uns wird ein Anwalt eingeschaltet und es wird ein sogenannter Vergleich finanzieller Art geschlossen. Wo ist der Unterschied ?
Zu dem Abgasskandal bei VW:
Es wird dieser Schlamassel, der meines Erachtens in höchster Hirachieebene gebilligt wurde, auf dem Rücken der Mitarbeiter und Verbraucher ausgetragen. Unterm Strich wird wieder zur Tagesordnung übergegangen mit der Drohung von vielen Entlassungen beim Konzern. Die wahrhaft Schuldigen in der Konzernleitung werden mit hohen Abfindungen aus der Schusslinie genommen.

Wo viele sündigen, wird keiner bestraft. Das ist das postdemokratische Gesetz.

Um die Demokratie zurückzuholen, müßte die EU zerschlagen werden, denn die ist nichts anderes als offene Korruption. Deshalb wurde sie eingerichtet.

Schon 2006 schrieb der britische Europaabgeordnete Daniel Hannan, daß jeder EU-Abgeordnete in Brüssel auf 26 Lobbyisten trifft. 2007 hat die Springerzeitung "Die Welt" Hannas Kolumnen eingestellt und einen neoliberalen Kurs eingeschlagen.

Der Lobbyismus in Berlin weist einen hohen Grad von Selbstähnlichkeit auf mit dem Lobbyismus in Brüssel. (Siehe dazu abgeordnetenwatch "CSU-Abgeordneter soll VW-Dokument als Antrag eingebracht haben")
Auch die Industrie steht immer wieder im Verdacht der Korruption. Mehrere deutsche Rüstungskonzerne sollen bei Rüstungsdeals in Griechenland Schmiergelder gezahlt. (Siehe dazu Frontal21 http://www.zdf.de/Frontal-21/Themen-der-Sendung-vom-14.-Januar-2014-3143... )
Erinnert sei an die Kölner Müllaffäre, die der SPD in Berlin sehr geschadet hat. Beispiel ÖPP, Privatisierung des Autobahnbaus: "Die SPD-Landtagsabgeordneten Gabriele Andretta und Ronald Schminke erklären weiter: „Mit Ramsauers Lobbypolitik werden die Großunternehmen und die Finanzwirtschaft auch bei diesem Autobahnausbau begünstigt. Die mittelständischen niedersächsischen Straßenbauunternehmen bleiben so außen vor. Das vernichtet Arbeitsplätze in unserem Land." Weitere Beispiele für Lobbyismus und die Verschwendung von Steuergeldern sind die Elb-Philharmonie, der Großflughafen in Berlin, der Nürnburgring.

"Korruption gehört in Griechenland allzu oft zum Geschäft", schrieb die Zeit am 15 April 2015. Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy war ein Bestechungsprozeß eröffnet worden. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde stand im Verdacht der Begünstigung des Unternehmers Bernard Tapie. Kurz drauf wurde einer der damaligen Richter in dem umstrittenen Schiedsverfahren zwischen dem französischen Staat und dem Investor Tapie wegen "bandenmäßigen Betrugs" angeklagt.

Der Korruptionsskandal in Spanien setzte Premier Rajoy zu. Der frühere Schatzmeister der Konservativen beschuldigte ihn, Schwarzgeld genommen zu haben und lanciert kompromittierende SMS.

Eine der Folgen eines riesigen Mafiaskandals war, daß Rom knietief im Müll versank. Diversen Lokalpolitikern hat der Skanal Gefängnis eingebracht. Doch auch für den Premier Renzi wurde der Skandal gefährlich.

Das EU-Parlament forderte eine Sonderprüfung der Rolle Luxemburgs bei der steuerlichen Begünstigung von Großkonzernen."Jean-Claude Juncker, der neue Präsident der EU-Kommission, wird die Krise um seine Person kaum positiv beenden können. Das sagte Klaus-Dieter Sohn, Experte bei Centrum für Europäische Politik (CEP) in Freiburg zu kleinezeitung.at. Juncker könne eine Schwächung seiner Position kaum noch abwenden."

Die Auflistung der Korruptions-Skandale in den europäischen Mitgliedsstaaten ließe sich leicht fortführen. Sie sollen daher nur beispielhaft sein um auf die "Selbstähnlichkeit" der Skandale hinzuweisen.
Der praktische Nutzen der Selbstähnlichkeit liegt darin, daß die Skandale in den Parlamenten, in den Verbänden, in der Industrie als "verkleinerte Kopie" Brüssels aufgefaßt und damit als geometrisches Ereignis beschrieben werden können.

Das geometrische Ereignis der Korruption läßt damt nur die Schlußfolgerung zu, daß wir der Brandherde nicht Herr werden, solange es den europäischen Überbau gibt. Der kopiert sich immer wieder neu und ist damit außer Stande, das Phänomen, welches ihm selber anhaftet, zu bekämpfen. Schlußfolgernd bedürfen die Länder daher mehr Kompetenz zur Korruptionsbekämpfung.

Siehe dazu: Fraktale Geometrie

(eine Userin im Netz hatte die "Selbstähnlichkeit" in die Debatte gebracht und befand, daß die Handlungen der Politik in Europa, besonders in Deutschland inzwischen selbst Ähnlichkeit mit organisierter Kriminalität aufweisen. Ich habe das Phänomen nur aufgegriffen)

Das im Feld Firma: Volkswagen Group steht sagt erst einmal gar nicht so viel. Insbesondere beweist es nicht, dass ein Text von der Volkswagen Group unverändert weitergereicht wurde. Diese Metadaten sind recht anhänglich. Im Prinzip ist es sogar möglich, dass der Herr Deß dieses Anhängsel schon sehr lange auf seinem Rechner hat und dass alle seine Dateien diesen Eintrag haben. Viele Menschen kümmern sich nämlich nicht um die Metadaten. Wenn dieser Eintrag das Einzige ist was man hat, dann ist das als Beweis sehr, sehr dünn.

Woher sollen denn diese Metadaten stammen, wenn nicht aus einem Dokument, das dann weiterverarbeitet wurde? Normalerweise gibt man diese Daten bei der Installation der Office-Softwarekopie einmal ein und dann sind das die festgelegten Meta-Daten für diesen PC.
Hat der Abgeordnete sich vielleicht einen PC schenken lassen von VW?
Für genügend große Korruption, äh Kooperation werden doch normalerweise lukrative Anschlussjobs für arbeitslose Abgeordnete vergeben. Man sollte das also mal im Hinterkopf behalten, für die Zeit nach dem MdB von Herrn Deß.

Da haben Sie Recht Herr Colin. Aber nur wenn man die Metadaten tatsächlich bei der Installation eingibt. Falls nicht nimmt sich Word auch gerne mal die Metadaten von dem ersten Dokument, das es erwischt. Ich habe auch mal wochenlang die Metadaten von meinem Alarmanlagenerrichter in meinen Dokumenten verteilt. Noch häufiger wird einfach ein Dokument genommen, dessen Layout einigermaßen passt und immer wieder geändert. Wenn ich in die Metadaten von Dokumenten schaue, die ich so bekomme, dann sind die, wenn es hoch kommt, bei 10% korrekt. Deshalb Metadaten sind als Beweis für irgendwas maximal ein Hinweis aber niemals ein Beweis.

Frage: Von wem wird die Bevölkerung nicht belogen und übers Ohr gehauen?

...alle da oben korrupt, die bösen Politiker, der böse Westen, die Bevölkerung (das sind die imaginären moralisch weißwestigen)..alles Menschen.. Lobbyismus ist Interessenvertretung und zwar erst mal eine legitime..auch diese moralischen Götter unter uns schreiben die letzte Klospülung in der Firma vorm Verlassen des Büros nicht freiwillig als geldwerten Vorteil in die Steuererklärung und sind gegen die neue Autobahn in der Nähe ihres Hauses, die dann aber bei jemandem anders durch den Garten muss. Jeder hat eigene Interessen in einem sozialen System und es gilt nur die Auswüchse zu erkennen und zu bekämpfen. Genau dafür ist das eine sehr gute Plattform.. und wie wir sehen, kommt einiges dabei raus, Prozesse werden gewonnen und manches ändert sich sogar..das sind für mich eigentlich gute Zeichen..weiter so..

Liebes Abgeordnetenwatch-Team,

jetzt muss ich mich dochmal äußern. Man liest hier ja sowieso schon Bedenkliches genug. Aber jetzt auch noch zu lesen wie es einem Megakonzern wie VW von Regierungs-Seite schon wieder möglichst leicht gemacht wird - statt dass man, wie man es bei jedem "ungezogenen Kind" machen würde, das trotz ausdrücklichem Verbot sich sehr frech verhalten hat, mal Hausarrest erteilt oder wenigstens das Kind mal die Konsequenzentragen lässt.

Nein, statt dessen sagt man schon jetzt: "Hey, wir verstehen ja wie schwer ihr es habt, nur ein paar Milliarden für die Forschung und eure Ingenieure habt ihr übrig, da lassen wir euch mal besser die Freiheit, auch eure Busse weiterhin so umweltschädlich wie möglich zu betreiben." Wo sind denn die Ideale, welche sich die Regierung auf die Fahnen schriebt? Ich denke, Deutschland soll mit gutem Beispiel voran gehen, Ökostrom und so? Man kann auch so die Bemühungen kleinerer Firmen zunichte machen (wie zum Beispiel den Energieanbieter Gaspar Energie, der ausschließlich Wärmestrom, Ökowärme und möglichst CO2-sparendes Gas anbietet (siehe https://gaspar-energie.de/produkte/) - indem man bei den Flaggschiffen immer nur vorlebt: "Och, ist nicht so schlimm, man kann ja nicht alles schaffen und schon gar nicht alles auf einmal." Ob's daran liegt, dass Diesel jetzt auch noch günstig ist wie nie und man, um den Verbraucher zu entlasten, so wenige Dieselfahrzeuge als illegal erklären will wie möglich?

Na ja gut, dass hier wenigstens jemand sowas offenlegt (SPON, abgeordnetenwatch). Dann kann man sich wenigstens irgendwie dagegen äußern.#

LG Heidrun

Hallo, ich kenne einige Leute, die eine Bauunternehmen führen. Besonders im Straßenbau ist es etwas doof. Wenn der Staat den Straßenbau fördert, dann müssen Sie mehr Leute beschäftigen. Wenn die Förderung wieder stoppt, dann dürfen sie alle wieder kündigen. Das ist über die Jahre ständig so ein hin und her. Vielen Dank für den super Blog! https://www.baugeschäft-dawe.de/

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