PIRATEN

Frage an Torge Schmidt von Znepb Oreaneqv bezüglich Energieversorgung

18. April 2012 - 18:50

Sehr geehrter Herr Schmidt,

Wie ist Ihr Verhältnis zur Windenergie?
Werden Sie ein Moratorium fordern, solange die Gesundheitsgefahren durch Windkraftwerke nicht untersucht sind?

Hintergrundinformationen:
Die Gesundheitsbehörde von Brown County, Wisconsin, USA fordert einen finanziellen Notfallplan für Wind Turbine Syndrome Opfer
http://www.windturbinesyndrome.com/2012/board-of-health-asks-state-for-…

Prof. Mariana Alves-Perera, Portugal (Vibro Acoustic Disease - VAD)
http://www.nhmrc.gov.au/_files_nhmrc/file/media/events/windfarms_scienc…

Dr. Robert McMurtry, seit 2011 Träger der höchsten zivilen kanadischen Auszeichnung, des "Order of Canada" (Gesundheitsschäden durch Windkraftwerke)
http://youtu.be/cpuk4WlqeQg?t=1m36s
Curriculum Vitae:
http://www.uwo.ca/surgery/plastics/HULC/HULCDocs/McMurtry%20CV.pdf

Dr. Sarah Laurie, medizinischer Direktor der Waubra Foundation, Australien
http://waubrafoundation.com.au/Y2NpZD0xJmNhaWQ9MTMmYWlkPSZjcmM9MTQ0OTg1…

Dr. Nina Pierpont aus Malone, NY, USA (Wind Turbine Syndrome)
http://windturbinesyndrome.com/img/German-final-6-8-10.pdf

Oder werden SIe ebenso wie Herr Stegner von der SPD das Grundgesetz der Bundesrepublick Deutschland sehr freizügig interpretieren und von Ihren Mitmenschen verlangen, daß jeder seinen Teil zur Energiewende beitragen muß - auch wenn er sein Leben dafür hergeben muß?
(http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_ralf_stegner-413-44723--f318784.html…)

Halten Sie es für gerechtfertigt, daß Landeigentümer bis zu 80.000 Euro pro Jahr und Windkraftwerk als Pacht erhalten? ( http://tinyurl.com/86shyge ) Falls nicht, was werden Sie dagegen tun? Werden Sie sich für eine finanzielle Unterstützung einsetzen, um durch
Windkraftwerke erkrankten Mitbürgern einen Umzug in eine schallemissionsfreie Umgebung zu ermöglichen?

Mit freundlichen Grüßen
Marco Bernardi

Frage von Znepb Oreaneqv
Antwort von Torge Schmidt
02. Mai 2012 - 15:49
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 6 Tage

Sehr geehrter Herr Bernardi,

vielen Dank für ihre Fragen.

Wie ist Ihr Verhältnis zur Windenergie?
Ich unterstütze den Umstieg auf von fossilen auf regenerative Energieträger. Die Windenergie ist derzeit die wirtschaftlichste Form zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. In Schleswig-Holstein sind die Voraussetzungen zur Nutzung des Windes als Energieträger besonders gut.

Werden Sie ein Moratorium fordern, solange die Gesundheitsgefahren durch
Windkraftwerke nicht untersucht sind?
Nein. Erfahrungen mit der Windenergienutzung werden seit über 20 Jahren gesammelt. Erkenntnisse, die ein Moratorium rechtfertigen würden, sehe ich nicht. Eine fortlaufende Forschungsarbeit über die Auswirkungen der Windenergienutzung auf Natur und Umwelt ist aber sinnvoll.

Halten Sie es für gerechtfertigt, daß Landeigentümer bis zu 80.000 Euro
pro Jahr und Windkraftwerk als Pacht erhalten? ( http://tinyurl.com/86shyge )

Die Pacht für Standorte wird zwischen dem Investor und dem Landeigentümer ausgehandelt. Angesichts der positiven Ertragserwartungen der Betreiber und den knapper werdenden verfügbaren windhöffigen Standorten können hohe Beträge bei der Verpachtung verlangt werden. Windenergieanlagen haben derzeit Leistungen von 1-3 MW. Bei einer Volllaststundenzahl von ca. 2000 Std / Jahr werden bei einer 2 MW Anlage 4 GWh Strom erzeugt. Dieser kann für mindestens 7,2 Ct ins Netz eingespeist werden und einen Erlöse von über 280.000 EUR p. Jahr erzielen. Bei einer Anlagenlebensdauer von 20 Jahren und mehr ist auch nach dem Abzug der Pachtkosten ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlage möglich.
Ich sehe keinen Anlass, dass die Landespolitik hier eingreifen sollte.

Werden Sie sich für eine finanzielle Unterstützung einsetzen, um durch Windkraftwerke erkrankten Mitbürgern einen Umzug in eine schallemissionsfreie Umgebung zu ermöglichen?

Die von verlinkten Effekte durch die Frequenz des Lärms sollten weiter wissenschaftlich überprüft werden. Lärm ist ein allgemeines Problem, dass auch viele Menschen in Städten, an Bahnlinien oder Autobahnen trifft. Lärmschutz ist ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität. Windenergieanlagen werden nur an Standorten genehmigt, an denen die Richtlinien des Bundesimmissionschutzgesetzes eingehalten werden. Danach darf nachts dürfen an der nächsten belebten Hauswand nicht mehr als 40 dB(A) erreicht werden. [ https://de.wikipedia.org/wiki/Windkraftanlage ]. Insofern sind auch keine finanziellen Beihilfen zur Umsiedlung erforderlich.

Mit freundlichen Grüßen
Torge Schmidt