Thomas Wudtke
FDP
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Frage an Thomas Wudtke von Klaus-D. M. bezüglich Arbeit und Beschäftigung

Sehr geehrter Herr Wudtke,

als langjähriger FDP Wähler habe ich folgende Frage an Sie. (auch am 03.05.2012 an Herrn Kubicki gegangen)

Was gedenken Sie zu unternehmen, damit Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen aus Hartz 4 wieder in sozialversicherungspflichtige Arbeit kommen.
Wir sind gewillt zu arbeiten, doch jeder Arbeitnehmer schreck davor zurück, Menschen wie uns einzustellen, da er damit rechnet, dass wir ständig krankheitsbeding ausfallen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir nicht ständig ausfallen. Eher stehen wir jeden Tag freiwillig unseren Mann oder unsere Frau in selbst geforderten Jobs mit Mehraufwandentschädigung. Wir gehen gern dort hin. Doch es gibt keine Unterstützung wenn es um die Wiedereingliederung geht. Eher wird uns von den Jobcentren nahegelegt Rentenanträge zu stellen.

Wir brauchen und wollen Arbeit. Arbeit die uns Regelmäßigkeit im Leben gewährleistet.

Mit freundlichen Grüßen
aus Itzehoe

Klaus Michelewitz

Frage von Klaus-D. M. am
Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 48 Minuten 57 Sekunden

Sehr geehrter Herr Michelewitz,

vielen Dank für Ihre Anfrage - es ist bis heute die erste.

Die FDP unterstützt besonders stark persönliches Engagement ohne immer nur auf den Staat zu warten und versucht dabei politische Unterstützung zu geben. In Ihrem Falle (und selbstverständlich auch in allen anderen gleichgearteten Fällen) müssen alle Politiker (auch der anderen Parteien) immer wieder Aufklärung bei den Arbeitgebern leisten, um Personen wie Ihnen die Möglichkeit zu geben Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse betrieblich einzusetzen.

Es darf nicht sein, dass Personen in einer Gesellschaft, die so dringend Arbeitskräfte benötigt, einfach "draußen" gelassen werden. Daher müssen Arbeitgeber aufgeklärt werden, welche gesetzlichen Möglichkeiten z. B. der Eingliederung und Unterstützung Behinderter (nach dem SGB IX) oder sonstige Hilfen zur Eingliederung (nach dem SGB II) und Arbeitsförderung (nach dem SGB III) zur Verfügung stehen.

Der Arbeitgeber bekommt übrigens (zumindest solange er nicht mehr als 30 Mitarbeiter beschäftigt) in der Regel 60 % der durch Krankheit ausgefallenen Arbeitskosten ersetzt (sog. Umlage U1).

Es sind also eine große Menge an staatlichen Unterstützungsmöglichkeiten bereits jetzt vorhanden, damit Personen wie Sie, die arbeitswillig und arbeitsfähig sind trotz ihres Handycaps produktiv tätig wenden können.

Jedoch sind Einzelfälle wie Ihre für die FDP immer wieder Ansporn auch die vorhandenen Gesetze zu hinterfragen und ggf. anzupassen. Leider dürfte dieser Weg über die Bundesebene (das SGB ist ein Bundesgesetz) sehr langwierig werden.

Da ich Ihren Fall nicht einschätzen kann schlage ich Ihnen als kurzfristige Lösung ein Gespräch mit mir vor, in dem ich versuchen kann Ihnen Hilfemöglichkeiten zu erarbeiten bzw. Kontakte zu geeigneten Persönlichkeiten (z. B. dem Vorsitzenden der Trägerversammlung des Jobcenters des Kreises Steinburg) aufzubauen.

Ich freue mich auf Ihre Nachricht.

Mit freundlichem Gruß
FDP-Ratsfraktion in der
Ratsversammlung der Stadt Itzehoe

Thomas Wudtke