Frage an Steeven Bretz von Enys Yruznaa bezüglich Verkehr und Infrastruktur

15. August 2014 - 20:35

Sehr geehrter Herr Steeven-Bretz,

folgende 2 Fragen zum öffentlichen Personennahverkehr.

Der VBB vergibt Verkehrsleistungen in vorgegebenem Takt, z.B. Sekundentakt. Taktverdichtung von 1Stunde auf 30min ist z.B. auf Hauptstrecken des RE1 an der Tagesordnung. Eine ähnliche Verdichtung ergab sich bis Dez.2012 zwischen Berlin und Michendorf mittels RE7 und RB33. Seit der Umstellung des Fahrplans des RE7 ist der Takt auf 52min zu 8min in beide Richtungen unattraktiv geworden und bewährt sich aufgrund der Überlastung des seit dem attraktiven RE7 und damit verbundenen Verspätungen des RE7 nicht. Damit verbunden ist der Attraktivitätsverlust des RB33.
1.Frage: Was werden Sie für einen Takt zwischen RE7 und RB33 tun, um den Transportgästen einen familien-und alltagstaugliches Angebot wieder herzustellen?
2.Frage: Was werden Sie für eine Kapazitätserhöhung im RE7 tun, um genervte Pendler zu entlasten?

Über eine Antwort VOR DER WAHL wäre ich Ihnen verbunden.
Diese Fragen habe ich ALLEN Kandidaten in meinem Wahlkreis gestellt, da sie mich täglich begleiten, meine Familie belasten und daher unsere Wahlentscheidung beeinflussen.

VIELEN DANK.

MfG
R. Lehmann

Frage von Enys Yruznaa
Antwort von Steeven Bretz
21. August 2014 - 05:36
Zeit bis zur Antwort: 5 Tage 9 Stunden

Sehr geehrter Herr Lehmann,

vielen Dank für Ihre Mail.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich Ihnen erst heute antworten kann. Mir war es wichtig, mich erst sachkundig zu machen.

1. Frage: Was werden Sie für einen Takt zwischen RE7 und RB33 tun, um den Transportgästen einen familien-und alltagstaugliches Angebot wieder herzustellen?
2. Frage: Was werden Sie für eine Kapazitätserhöhung im RE7 tun, um genervte Pendler zu entlasten?

Der von Ihnen beschriebene 52min/8min-Takt aus Michendorf ist in der Tat sehr ungünstig und für die Fahrgäste nicht attraktiv. Die Problematik wurde mit dem Brandenburger Verkehrsministerium und dem VBB mehrfach erörtert. Die bisherige Aussage war, dass dies fahrplantechnisch derzeit nicht anders zu lösen sei, da die Knotenverbindungen (Zuganschlüsse) in Jüterbog zum RE 5, in Wannsee zum RE 1 und der Knoten des RE 7 in Dessau nur so gewährleistet werden könnten. Ich werde mich dafür einsetzen, hier eine bessere Lösung für Michendorf zu finden. Im Endeffekt muss versucht werden, trotz der Zwänge des Fahrplans (wenn an einer Stelle etwas geändert wird, hat das unmittelbar Auswirkungen an anderen Orten) eine für alle akzeptable Lösung zu finden. Ein langfristig in der Diskussion befindlicher Vorschlag ist der geplante Wiederaufbau der Brücke über die Wetzlarer Bahn, so dass mit der RB 33 eine direkte direkt nach Potsdam führt. Aus Michendorf würde dann neben der RE 7 ein Verstärkerzug (RB 34) wieder einen echten 30-Minuten-Takt in Richtung Berlin-Wannsee gewährleisten.

Zu Ihrer zweiten Frage: Die Kapazität der neuen Talent-II-Züge wird von vielen Fahrgästen kritisiert. Diese Züge sind spurtstark, aber es drängt sich der Eindruck auf, als habe sich die Landesregierung und der VBB bei Dimensionierung verkalkuliert. Jedenfalls wird diese Problematik nicht nur für den RE 7 sondern auch auf anderen Relationen, wo der Talent-II verkehrt, immer an uns herangetragen. Da die Züge erste im letzten Jahr mit der Ausschreibung neu eingeführt wurden, ist es in der Tat schwer, hier schnell eine Verbesserung (Austausch der Fahrzeuge) zu gewährleisten. Die CDU sieht allerdings die Problematik der Pendler, die jeden Tag in den überfüllten Zügen zur Arbeit nach Berlin und zurück pendeln. Laut Statistik sind dies bereits täglich rund 200.000 Berlin-Einpendler und rund 80.000 Berlin-Auspendler - Tendenz weiter steigend. Wir werden die Auslastung der Züge kritisch überprüfen und wenn dies infrastrukturell möglich ist (Stichwort Bahnsteiglängen) die Option von zusätzlichen Waggons und langfristig die Nutzung von Doppelstockzügen (wie beim RE1) ziehen. Die Pendlerverflechtungen zwischen Berlin und Brandenburg wurden von der jetzigen Landesregierung leider über Jahre nicht mit der Bedeutung beachtet, wie es nötig wäre.

Mit freundlichen Grüßen

Steeven Bretz