Silvio Härtel
DIE LINKE
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Frage von Maja I. •

Frage an Silvio Härtel von Maja I. bezüglich Soziale Sicherung

Sehr geehrter Herr Härtel,

mit Erstaunen musste ich in der Zeitung "Elbe-Weser-Kurier" vom 27.12.07 ihre Aussage lesen, die beinhaltet, dass der Grund für die Kinderarmut auf dem schlechten Bildungsstand der Eltern zu finden ist.
Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie viele, die unschuldig in Armut geraten sind und über einen guten Bildungsstand verfügen, diese Aussage aufnehmen werden.
Sind Sie wirklich der Meinung, das die URSACHE der Kinderarmut im schlechten Bildungszustand der Eltern zu suchen ist?

Mit freundlichem Gruß
Maja Imlau

Antwort von
DIE LINKE

Sehr geehrte Frau Imlau,

der Grund für die Kinderarmut liegt beim Gesetzgeber! Unsere Zukunft sind unsere Kinder.
Bei den Kindern wie bei allen anderen Bürgern muss ein abgleiten in die Armut verhindert werden. Es darf nicht sein, dass sich Menschen eine neue notwendige Brille von Ihren Hartz IV Bezügen absparen soll und der Krankenkasse 1% Ihres Jahreseinkommens zahlen muss, weil eine chronische Erkrankung vorliegt. Ebenfalls muss für Chancengleichheit im Bildungswesen gesorgt werden.

Die Kinder gehen nicht mit gleichen Voraussetzungen in die Schule. Teilweise sind im Alter von 6 Jahren schon 4 Jahre Bildungsunterschied festzustellen. Einige der Kinder können bei der Einschulung schon lesen und schreiben. Auch in Fächern wie Mathematik sind manche Kinder schon fast auf dem Stand eines Zweitklässlers. Andere Kinder haben noch Defizite.

Das sind zum Teil sprachliche Probleme, sowie auch Anpassungsprobleme an die Schule.
Hier müsste eine gezielte Förderung einsetzen. Die Kinder müssten nach Ihrem Entwicklungsstand gefördert werden. Dies ist nur mit einer Klassenstärke von bis zu 28 Schülern in der Grundschule von einem Lehrer nicht mehr zu leisten.

Es sollte eine maximale Klassenstärke von 20 Schülern in der Grundschule angestrebt werden. Auch Sprachförderung sollte an den Grundschulen regelmäßig auf dem Stundenplan stehen.
In der Grundschule wird von den Lehrern erwartet innerhalb von 4 Jahren ein begabtes Kind, das aus schwierigen Verhältnissen kommt, zu einem Schüler für eine weiterführende Schule auszubilden. Dies ist auch deshalb schwer, weil die Hilfe der Eltern teilweise nicht stattfindet oder auch nicht stattfinden kann. Sei es, dass die Eltern aus sprachlichen gründen nicht helfen können oder von einem 400€ Job zum nächsten hecheln. Deshalb wäre eine Ganztagsschule wünschenswert. Dort könnte ein größeres Augenmerk auf sportliche Betätigung und Förderung gelegt werden. Ebenfalls fordern wir eine gemeinsame Beschulung der Kinder bis zur 10. Klasse. Dies gibt auch Spätstartern eine Chance Ihre Fähigkeiten zu nutzen.
Es gibt auch Familien die trotz gutem Bildungsstand in die Armut getrieben wurden. Diese Eltern helfen Ihren schulpflichtigen Kindern mindestens genauso gut wie Eltern mit einem gleichwertigen Bildungsstand ohne Armutshintergrund. Leider sind es aber oft schlecht Ausgebildete Menschen die in Armut leben müssen. Es muss diesen Menschen eine Perspektive gegeben werden. Dafür machen wir uns stark.