Wie würden Sie im Landtag die Entwicklung hin zur Zweigliedrigkeit und zu mehr Inklusion im Bildungssystem unterstützen? (einschl. Entwicklungsressourcen)
Während international gestufte Schulsysteme vorherrschen, haben insb. die südlichen Bundesländer eine gefestigte Struktur der Dreigliedrigkeit plus ausdifferenzierter Sonderschulen. Es besteht Hoffnung, dass Zweigliedrigkeit ohne Werkrealschule eine Etappe auf dem Weg zu einem gestuften Schulsystem sein könnte.
Auch hinsichtlich Inklusion gibt es an Kindergärten und Grundschulen langsame Fortschritte (oft noch Projektcharakter), Förderschulen existieren jedoch weiter. Strukturell sehe ich keine schulinterne/-schulnahe Expertenstruktur für Inklusion wie z.B. in Bremen (ZuP und ReBUZ + Familienunterstützung).
U.a. So bestimmt Struktur Bildungsbiografien:
Kl. 4 Auslese in die Dreigliedrigkeit, Beginn in Kl. 3, Fokus geht weg von allseitiger Bildung hin zu Lesen, Schreiben, Rechnen (Lehrperson, Eltern, Kind).
Kita/Schule im Fall von Inklusion z.B. durch Wechsel der heil-/sonderpäd. Begleitung oder zudem durch Verlust von Freundschaften bei Überweisung in eine Förderschule.
Als SPD treten wir bereits lange für ein zweigliedriges Schulsystem ein: Gymnasium und Gemeinschaftschule. So sollen alle Kinder optimal gefördert werden können, ohne zu früh den Bildungsweg festzulegen.
Längeres gemeinsames Lernen und eine pädagogische Ganztagsbetreuung helfen auch, soziale Nachteile zu vermeiden, denn leider hängt der Bildungserfolg in Deutschland stärker vom Geldbeutel der Eltern ab, als in allen vergleichbaren Ländern. Chancengleichheit und -gerechtigkeit in der Bildung hat für uns Priorität.
Das gilt auch für die Inklusion, wobei ich aus persönlicher Erfahrung als Vater einer körperbehinderten Tochter sagen muss, dass es sehr wohl Fälle gibt, in denen ein Kind mit einer Behinderung an einer speziell ausgerichteten Förderschule besser aufgehoben ist. Da wo Inklusion sinnvoll und von Eltern und Kindern gewünscht ist, sollte sie ermöglicht werden.


