Wie wollen Sie psychotherapeutische Versorgung auf dem Land sichern?
Sehr geehrte Frau Schmidt,
Ich bin niedergelassene Psychotherapeutin mit hälftigem Versorgungsauftrag in Brilon. In meiner Praxis behandle ich zu 98% gesetzlich versicherte Patienten:innen. Schon jetzt sind die Wartezeiten auf dem Land unsagbar lang. Patienten:innen warten 12 Monate oder länger auf einen Therapieplatz. Auch Anfragen zur Diagnostik (z.B. ADHS) um dann überhaupt medikamentös behandelt zu werden haben lange Wartezeiten. Die Honorarkürzung wird diese Lage noch verschlimmern. Wenn ich als Selbstständige mit derart kurzfristigen Kürzungen auf der Basis nicht nachvollziehbarer Argumente jährlich rechnen muss, bin ich gezwungen mehr Privatpatienten zu behandeln oder Selbstzahlerangebote zu machen. Bei 98% GKV Patienten:innen sind 4.5% Honorarkürzung schmerzhaft, 10% wie gefordert wären fatal.
Wie wollen Sie Versorgungssicherheit auf dem Land sichern, wo Fachärzte kaum existent sind und auch psychiatrische Institutsambulanzen Aufnahmestopp haben?
Ich freue mich über eine
MfG


