Warum setzt die Regierung bei hohen Krankenständen auf ein bürokratisches Misstrauens-Instrument ab Tag 1, statt die echten Ursachen wie mangelnde Führungskultur und Überlastung anzugehen?
Sehr geehrter Herr Wagle,
die geplante Attestpflicht ab Tag 1 bekämpft nur Symptome. Laut AOK-Fehlzeiten-Report werden rund 80 % der Fehltage durch Langzeit- und psychische Erkrankungen verursacht – nicht durch eintägige Ausfälle. Wer „blaufeiern“ will, wird auch durch Arztbesuche nicht gestoppt, da Mediziner bei Kopfschmerz oder Erschöpfung auf das Patientenwort vertrauen müssen. Die Ursache für Motivationsmangel liegt meist in der Führungskultur oder Überlastung.
Das Vorhaben stellt Arbeitnehmer unter Generalverdacht und schadet den Unternehmen direkt:
Präsentismus: Infizierte Mitarbeiter schleppen sich zur Arbeit, stecken Teams an und verursachen Fehler.
Krankheitsverlängerung: Aus einem Tag Bettruhe wird durch den zwingenden Arztbesuch schnell eine Krankschreibung für eine ganze Woche.
Kosten: Überlastete Praxen werden mit Bagatellfällen blockiert.
Wie rechtfertigen Sie diesen Widerspruch zu geforderter Eigenverantwortung und die drohenden Mehrkosten?

