Laura Struss
DIE LINKE

Frage an Laura Struss von Erangr Zrlre bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

13. Februar 2015 - 21:08

Was halten Sie vom Mobilfunk, dem exzessiven Netzausbau und der immer stärker werdenden Funkbelastung der Bevölkerung?
Ist WLAN in Schulen, Kindergärten, öffentlichen Einrichtungen und In der Innenstadt usw. für Sie sinnvoll?

Frage von Erangr Zrlre
Antwort von Laura Struss
14. Februar 2015 - 20:16
Zeit bis zur Antwort: 23 Stunden 7 Minuten

Sehr geehrte Frau Erangr Zrlre,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich finde es prinzipiell gut, wenn Schulen funktionierendes WLAN bieten, für Recherchearbeiten und Lernprojekte ist das sicherlich sinnvoll. Jedoch sollte, in Schulen und Kindergärten, Internetzugang nur über Vertrauenspersonen oder Lehrer nutzbar sein.  Zum einen ist es völlig fahrlässig Kinder unbeaufsichtigt ins Internet zu lassen, zum anderen sollten Kinder im Kindergarten nicht motiviert werden, lieber mit elektronischen Geräten, als mit anderen Kindern zu kommunizieren.  Exzessiver Netzausbau und Mobilfunk sind kritisch zu betrachten.  Mobilfunk ist zwar ein ungemeiner Fortschritt in der Kommunikation und längst allgegenwärtig, aber hat natürlich auch seine Nachteile. 

Der Zustand, der momentan an Schulen herrscht führt dazu, dass über mobile Datenübertragung das Internet besucht wird, was mit Kosten verbunden ist. Dadurch kann sich nicht jedes Kind leisten, dauerhaft online zu sein. Das verschafft den Nachteil, dass die Klassengemeinschaft gespalten wird. Gerüchte, Fotos oder die Antworten der Klassenarbeit sind über soziale Netzwerke schnell teilbar und fast jede Schulklasse hat eine "Whatsapp oder Facebook"-Gruppe (Datenspeicherung und Sicherheitslücken außen vor gelassen), über die kommuniziert werden kann. Kinder ohne Handy oder Internet werden damit ausgeschlossen. Ebenfalls wird durch den exzessiven Netzausbau die Möglichkeit verbessert, jeden Menschen, per Signal zu orten, in einem wachsendem Gebiet. 

Die gesundheitlichen Aspekte kommen hinzu. Mobilfunkstrahlung steht im Verdacht Krebs, Multiple Sklerose oder Parkinson zu erzeugen, umso verantwortungsloser erscheint es, dass Kinder meist seit der Geburt damit belastet sind. Zonen ohne Sendemasten, in und um Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und Altenheimen, müssen eingerichtet werden. Eine Kennzeichnungspflicht von Mobilfunkgeräten muss eingeführt werden, damit sofort ersichtlich ist, welcher Spannung man ausgesetzt ist. Das deutsche Mobilfunkforschungsprogramm hat im Auftrag der Industrie versucht nachzuweisen, dass Mobilfunkstrahlen ungefährlich sind. Dringend notwendig ist jedoch kritische und unabhängige Forschung.

In meiner Kindheit habe ich mich gewundert, was große Strommasten in Waldgebieten verloren hatten, wenn die Interessen der Mobilfunkindustrie weiterhin über dem Bürgerrecht stehen, fragen sich die Kinder der Zukunft, was ein Baum dort zu suchen hat.

Mit freundlichen Grüßen,

Laura Struss