Jutta Busecke-Hannover
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Frage von Theo Z. •

Frage an Jutta Busecke-Hannover von Theo Z. bezüglich Soziale Sicherung

Sehr verehrte Frau Abgeordnete,

bitte teilen Sie mir Ihre persönliche Einstellung - nicht die Ihrer Partei - mit, zu dem Thema "bedingungsloses Grundeinkommen."

Vielen Dank

t. Z.

Antwort von
DIE LINKE

Lieber Theo Zimmer,

eine sehr schwer zu beantwortende Frage, die Frage nach einem "bedingungslosen Grundeinkommen": Ist nicht zunächst ALLES und JEDES Bedingungen unterworfen? Jeder Mensch lebt als biologisch- psychologisch- soziale Persönlichkeit mit all den unumgänglichen Unterschieden zu anderen Menschen. Und jeder Mensch verhält sich also unterschiedlich in seinem sozialen Umfeld. Möglicherweise erinnern Sie sich an Begebenheiten in Ihrem sozialen Umfeld. Gehen Sie vielleicht bezahlter Arbeit nach? Sind z. B. diejenigen Menschen, die sich verkaufen, die ihre Arbeitskraft geben, deshalb Arbeitgeber? Und: wie fühlen sie sich dabei?? Und die anderen Menschen, die deren Arbeitskraft einkaufen, deren Arbeitskraft nehmen, sind sie demnach Arbeitnehmer? - Die Verhältnisse, in denen wir Menschen leben, bestimmen letztendlich unser Verhalten und unser Verhalten bestimmt wiederum die Verhältnisse. Das fügt sich ganz natürlich zu einer bestimmten Lebensweise usw... Die Worte "Produktionsverhältnisse und Produktionsweise" habe ich bisher noch nicht einmal in den Mund genommen...

Ich will nicht abschweifen, nur auf die Tragweite Ihrer Frage zeigen. Soll ich nun philosophisch oder ökonomisch oder sozial oder sozial-ökonomisch antworten? Denn all diese Sichtweisen dienen der Erkenntnis, was ist für uns Menschen wirklich wirklich sozial bei der Grundfrage: was nützt wem? Lange habe ich über meine Antwort nachgedacht...

Ihre Frage lässt darauf schließen, dass Sie wissen, die Initiative Grundeinkommen wurde als gesellschaftspolitische Bewegung 2006 vom deutschen Künstler Enno Schmidt und dem Schweizer Unternehmer Daniel Häni in der Schweiz ins Leben gerufen. Wunderbar bestechend ist ihr Gedanke: "Jeder erhält ohne Ansehen der persönlichen Verhältnisse ein Einkommen für sein Leben in Selbstbestimmung und kultureller Teilnahme auf bescheidenem, aber nicht notleidendem Niveau."Also nicht als gefühlte Almosen, wie Hartz IV empfunden wird oder werden muss... Hier reicht der Platz nicht aus, um auf all die genialen Gedanken einzugehen, die in dieser Initiative wachsen. Bedenken Sie aber auch: in der Schweiz herrschen teils andere demokratische Regeln als in Deutschland.

An dieser Stelle fasse ich meine Gedanken zunächst zusammen: In der Zeit der jetzigen Produktionserhältnisse ist es für die Menschen gut, wenn jeder Mensch nach seinen Fähigkeiten und Leistungen entlohnt wird. Richtig: letztendlich bestimmen die Verteilungsverhältnisse, ob die Gesellschaft auf ihre Fahnen schreiben kann (hier bemühe ich Marx): "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen."

Hochachtungsvoll Jutta Busecke-Hannover

P.S. Ich stelle mich der Thematik " bedingungsloses Grundeinkommen" gründlicher.