Wie kann die Regierung die Kürzung psychotherapeutischer Leistungen und die Einschnitte durch das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz finanziell und menschlich verargumentieren?
Sehr geehrte Frau Gerlach,
als im Bereich mentale Gesundheit Arbeitende finde ich die bereits umgesetzten und geplanten Kürzungen finanziell und menschlich nicht nachvollziehbar. Dies spart kurzfristig marginale Beträge im GKV-Budget (Anteil Psychotherapie: 0,7 %), verursacht aber massive Folgekosten. Unbehandelte psychische Krisen kosten Deutschland jährlich ca. 27 Mrd. € durch Arbeitsausfälle (BAuA, 2023). Psychotherapie ist eine Investition: Jeder investierte Euro spart laut WHO bis zu 5 € an Folgekosten (Krankenhaus, Krankengeld). Best Practice Finnland: Durch massive Investitionen in Therapie und Prävention wurde die Suizidrate seit 1990 halbierte. Eine neue Therapiegarantie sichert Hilfe binnen 28 Tagen, um Chronifizierung und Kosten zu senken. In Deutschland drohen durch Budgetierung und Honorarkürzung (-4,5 %) längere Wartezeiten (aktuell 142 Tage) und Praxissterben. Bitte setzen Sie sich für den Erhalt der Entbudgetierung ein!
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Daniela K.

