Portrait von Detlef Gürth
Detlef Gürth
CDU

Frage an Detlef Gürth von Qrgyrs Unnfr bezüglich Umwelt

08. März 2011 - 09:25

Sehr geehrter Herr Gürth,

obwohl selbst nicht betroffen ist mir jedoch bekannt, dass viele Wähler auf ihren Grundstücken und manche Landwirte in Ihrem Wahlkreis mit bedrohlich steigenden Grundwasserständen zu kämpfen haben. Möglicherweise ist dies ja eine Folge verfehlter Eingriffe in die natürlichen Wasserhaushalte.
Wo sehen Sie die Aufgaben der neuen Landesregierung, um dieses Problem nachhaltig im Bürgerinteresse zu lösen?

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Detlef Haase

Frage von Qrgyrs Unnfr
Antwort von Detlef Gürth
09. März 2011 - 08:01
Zeit bis zur Antwort: 22 Stunden 36 Minuten

Sehr geehrter Herr Dr. Haase,

für die Vernässungen auf Feldern und Wohngrundstücken gibt es eine Summe von Gründen, welche als Ursache festzustellen sind. Je nach Ort und Region kann dies sehr unterschiedlich sein.

In Gatersleben gehört mit großer Wahrscheinlichkeit auch der stillgelegte Bergbau dazu. In dessen Folge das Abpumpen von Grund- und Schichtenwasser eingestellt wurde und sich natürliche Grundwasserstände bilden.

Hinzu kommt, dass nach trockenen Jahren, in welchen die Landwirte Wassermangel beklagten, nun 4 Jahre in Folge Niederschläge erheblich über den Mittelwert festzustellen sind.

Gleichzeitig wurden Strassen gebaut, Wege und Plätze befestigt, ließen Grundstückseigentümer Oberflächenwasser auf dem Grundstück versickern, um Abwassergebühren zu sparen, haben Eigentumsfragen und Schwerpunktsetzungen der Unterhaltungsverbände die Instandsetzung und Wartung der Grabensysteme zum Teil negativ beeinflußt, konnten Baumaßnahmen an den Flüssen nicht wie gewünscht erfolgen, weil Vorschriften oder Naturschützer wasserbauliche Maßnahmen einschränkten uam.

Die Landesregierung hat bereits das Thema angepackt. Nach enormen Investitionen in Deiche und andere Hochwasserschutzmaßnahmen werden flächendeckend in Sachsen-Anhalt die konkreten Ursachen für Vernässungen ermittelt und Maßnahmen festgelegt. Hier unterstützt bereits das Land die Kommunen, um den Eigentümern und Nutzern der Grundstücke dauerhaft helfen zu können.

Die Eibeziehung der Ortskenntnisse der Einwohner und die Bündelung von Kompetenzen der Fachbehörden ist der richtige Ansatz.

Kritisch sehe ich Protesttourismus, wo nie vom Hochwasser persönlich Betroffene ins Land kommen und als selbst ernannte Experten vor Ort Widerstand gegen Hochwasserschutzmassnahmen organisieren. Während die Gatersleber Angst vor jedem Hochwasser haben, drohen diese Leute schon jetzt mit Klagen gegen die Vorschläge von Fachbehörden.

Nach der Landtagswahl muss der Landtag im Haushalt Schwerpunkte setzen, welche die Finanzierung der erforderlichen Maßnahmen in angemessener Weise berücksichtigt.

Mit freundlichen Grüßen

Detlef Gürth