Ist die Idee gut und umsetzbar, kurzeitig Lehrkräfte für staatliche Schulen in Sachsen aus einem Pool von Lehrern aus anderen deutschen Bundesländern zu bekommen, wenn dort Ferien sind?
Quelle: mdr Fernsehen Sachsenspiegel 11.08.2025, ab 19 Uhr
Themen:
* Neues Schuljahr in Sachsen
Unterrichtsausfall soll spürbar abnehmen
Könnte für die Gastarbeit der Freistaat Sachsen auch die Unterkunftskosten bezahlen und einen Rabatt auf einige Freizeitangebote als herzliches Willkommen gewähren?
Wäre es auch möglich sächsische Vermieter / Unterstützer ( sonstige freiwillige Geldgeber ) zu fragen, um einen Rabatt für die Unterkünfte der Lehrkräfte zu bekommen, um die Kosten für die sächsischen Steuerzahler zu minimieren?
Sehr geehrter Herr G.,
vielen Dank für Ihre Anregung. Grundsätzlich ist der Freistaat Sachsen sehr daran interessiert, Lehrkräfte zu gewinnen, die ihre Ausbildung in anderen Bundesländern absolviert haben oder dort bereits im Schuldienst tätig sind. Jährlich werden zwischen 100 und 200 dieser Lehrkräfte unbefristet in den sächsischen Schuldienst übernommen.
Ihr Vorschlag, Lehrkräfte während der Ferienzeit anderer Bundesländer kurzzeitig in Sachsen einzusetzen, ist gut gemeint, jedoch nicht zielführend. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Ein solcher Einsatz würde maximal zwei bis drei Unterrichtswochen umfassen.
- Der organisatorische Aufwand sowie die Unterbringungs- und Vergütungskosten stünden in keinem Verhältnis zum erwartbaren Unterrichtserfolg in dieser kurzen Zeit.
- Zudem nutzen Lehrkräfte die Ferien in der Regel zur Erholung, zur Nachbereitung und Vorbereitung des Unterrichts sowie zum Ausgleich der hohen Belastung während der Schulwochen – dies betrifft auch Vertretungslehrkräfte.
Aus diesen Gründen ist der vorgeschlagene Weg nicht praktikabel. Der Freistaat Sachsen setzt daher verstärkt auf die dauerhafte Gewinnung neuer Lehrkräfte, um Unterrichtsausfall nachhaltig zu reduzieren.
Mit freundlichen Grüßen
Conrad Clemens MdL

